Abrissbagger rücken an: Die Tage von Haus Westermann im Herzen Nordkirchens sind gezählt

mlzSchloßstraße Nordkirchen

2009 endete eine mehr als 100-jährige Tradition. Damals blieb die Küche kalt und wurde nicht mehr täglich Bier gezapft. Jetzt steht der Abriss bevor. Haus Westermann macht Platz für Neues.

Nordkirchen

, 30.07.2019, 11:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zeiten, als das Leben pulsierte in Haus Westermann sind lange vorbei. Nach mehr als 100 Jahren war 2009 Schluss mit dem normalen Kneipenbetrieb. Der einstige Treffpunkt Nummer eins im Herzen der Gemeinde Nordkirchen wurde nur noch zu besonderen Anlässen geöffnet - auch das immer seltener, seit 2013 gar nicht mehr. Jetzt heißt es: endgültig Abschied nehmen von dem repräsentativen Eckhaus mit Saal. Die Abrissbagger sind bestellt - wirklich.

Manchen Nordkirchenern mag das bekannt vorkommen: „Abriss in den Sommerferien“. Davon war auch schon 2018 die Rede. Daraus ist aber nichts geworden. Das soll dieses Mal anders sein, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann versichert.

„Abrissarbeiten erfolgen in der zweiten Ferienhälfte“

Tatsächlich: „Die Abrissarbeiten werden in der zweiten Hälfte der Sommerferien erfolgen.“, sagt Bergmann - ein Jahr später als zunächst gedacht. Die Verzögerung hat nichts mit den bevorstehenden Abbrucharbeiten mitten im Zentrum zu tun, sondern mit dem, was danach folgen soll.

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„Haus Westermann ist kein normales Projekt“, so Bergmann. Dort werde es in Zukunft viele unterschiedliche Nutzungen geben, die alle unter einen Hut gebracht werden mussten: „eine Pflegewohngruppe für Senioren, eine Wohngruppe für Menschen mit Behinderung, sechs weitere Wohnungen, die Touristeninfo und ein Beratungsbüro.“ Das alles zu planen und abzustimmen, „ist eine Menge Arbeit, die der Investor Thomas Buhl leistet“.

Investor hat viele Nutzungen unter einem Dach vereint

Thomas Buhl ist Architekt aus Schwerte. Er hatte 2015 erstmals Entwürfe für eine Folgenutzung des Grundstückes vorgestellt: Ideen für eine Bebauung, die sich seitdem in Absprache mit der Nordkirchener Politik immer wieder etwas änderten, bis das aktuelle Vorhaben feststand. Wichtig sei, dass ganz unterschiedliche Gruppen von dem Neubau profitieren werden: Menschen mit Behinderung, alte Menschen, Touristen und jedermann, der sich im Beratungsbüro Informationen holen möchte. Die Nutzer und Betreiber zusammenzubringen und öffentliche Zuschüsse zu beantragen habe Zeit und Energie gekostet.

Abrissbagger rücken an: Die Tage von Haus Westermann im Herzen Nordkirchens sind gezählt

Vom einstigen Glanz der Gaststätte mit Hotel und Festsaal ist nichts mehr übrig, wie dieses Foto von 2016, das im Eingangsbereich entstanden ist, zeigt. © Dieter Menne (Archiv)

Ist denn inzwischen alles geklärt? Im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens gehe es nur noch um Details, so Bergmann. Die seien aber in der vergangenen Woche bei einem Gespräch mit dem Kreis Coesfeld geklärt worden - freie Bahn für den Abriss, der direkt an der Nordkirchener Lebensader Schloßstraße erfolgen wird.

Die genauen Auswirkungen auf den Verkehr dort würden zurzeit noch diskutiert, so Bergmann. Fest stehe aber, dass die Schloßstraße während der Arbeiten offen bleiben werde für Pkw und Fußgänger. „Der Lkw-Verkehr wird umgeleitet.“ Für die Verkehrsteilnehmer auf der Mühlenstraße sind die Auswirkungen größer.

So wird der Verkehr geregelt während der Abrissarbeiten

Ab Schloßstraße bis „An der Mühle“ wird es auf der Mühlenstraße eine Einbahnstraßenregelung geben. „Das ist ja auch der Grund, warum der Abriss in den Ferien erfolgen muss“, so Bergmann: um nicht den Verkehr zur Gesamtschule zu behindern. „Wir reden bei dem Abriss übrigens auch nicht über Wochen.“ Zum Ferienende werde wieder alles befahrbar sein.

Während der Abriss des Großteils des Gebäudes vergleichsweise flott laufen soll, müssen die Mitarbeiter der Baufirma im Bereich Mühlenstraße etwas vorsichtiger zu Werke gehen. Teile des Kellergeschosses an der Mühlenstraße sollen bestehen bleiben. Denn der Investor will sie als Tiefgarage nutzen.

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