Adi Scheuer ärgert sich über Wahlergebnis in der ersten Ratssitzung

Interview

NORDKIRCHEN SPD, FDP, UWG und Grüne haben sich wieder zur Gruppe Pro Nordkirchen zusammen geschlossen. Im Gemeinderat haben sie ebenso 14 Sitze wie die CDU-Fraktion, mit der Stimme von Bürgermeister Dietmar Bergmann (SPD) aber die Mehrheit. Matthias Münch sprach mit dem wieder gewählten Gruppensprecher Adi Scheuer (FDP) über den Start in die neue Wahlperiode.

10.11.2009, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Adi Scheuer, Sprecher der Gruppe Pro Nordkirchen.

Adi Scheuer, Sprecher der Gruppe Pro Nordkirchen.

Herr Scheuer, fünf Jahre lang hat die Gruppe reibungslos funktioniert. Nun gab es gleich in der ersten Sitzung des neuen Rates eine Niederlage bei der Wahl des ersten stellvertretenden Bürgermeisters. Sind Sie frustriert? Scheuer: Auf die Frage habe ich gewartet. Natürlich hat mich das geärgert. Es ist ein Prestigeverlust, wenn so etwas gleich in der ersten Ratssitzung passiert. Aber Demokratie birgt immer Überraschungen. Es ist kein Beinbruch. Unsere inhaltliche Arbeit wird nicht darunter leiden. Der Zusammenhalt der Gruppe wird dadurch eher noch gestärkt.

Man kann darüber spekulieren. Aber ich weiß es nicht. Es war eine geheime Abstimmung und deshalb werden ich nicht weiter danach forschen. Ich denke, dass da jemand aus persönlichen Gründen gehandelt hat, weil er noch eine alte Rechnung offen hatte.

Das ist richtig. Ich bin auch der Meinung, CDU und Gruppe hätten im Vorfeld miteinander darüber reden sollen. Aber beide Seiten haben nicht ernsthaft genug darüber nachgedacht - nicht einmal aus bösem Willen.

Gruppe, CDU und Bürgermeister werden über die Ausschüsse reden. Von einer ungeraden Zahl von Ausschussmitgliedern verspreche ich mir nicht viel, weil man später im Rat doch wieder versucht wäre, die Sache zu kippen. Zu dem Patt in den Ausschüssen ist es in der Vergangenheit so häufig gekommen, weil keine Seite zu Kompromissen bereit war. Diese Konfrontation möchten wir beenden. Gute Ratsarbeit sollte nicht parteibezogen sein. Die Ratsmitglieder sind für den Bürger da und so haben sie auch zu entscheiden.

Ich möchte noch maximal die halbe Wahlperiode im Rat bleiben. Nicht weil ich keine Lust mehr hätte. Aber ich bin 72 Jahre alt und finde, dass auch mal jüngere Leute ihre Ideen einbringen sollten. Ob ich auch so lange den Vorsitz in der Gruppe führe, hängt von der Gruppe ab. Ich klebe nicht an dem Posten. Denn durch die Arbeit als Gruppensprecher kommt die eigene liberale Partei in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu kurz.

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