Alles "op Platt" in der Grundschule

SÜDKIRCHEN Ihre Werke und die anderer plattdeutscher Autoren bringt Josef Meinke jetzt einer stattlichen Gruppe von Grundschülern näher. Gestatten, Elisabeth Ernst. Ihres Zeichens nicht nur langjährige Lehrerin und Namensgeberin der Grundschule in Südkirchen, sondern auch bekannte Heimatdichterin.

von Von Kevin Kohues

, 25.01.2008, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Carla trägt das Gedicht "Pöggsken" vor.

Carla trägt das Gedicht "Pöggsken" vor.

Im Rahmen einer Plattdeutsch-AG lernen die Viertklässler eine Sprache kennen, die immer mehr vom Aussterben bedroht ist. Josef Meinke ist es wichtig, dies zu verhindern.

"Es ist dem Heimatverein ein besonderes Anliegen die plattdeutsche Sprache zu pflegen und zu erhalten", betont der rüstige 84-Jährige. Seit vielen Jahren besucht er deshalb schon die Grundschulen der Gemeinde.

Wettbewerb für die Besten

Nach den Osterferien ist er zudem Mitglied der Jury, die in einem Wettbewerb den besten plattdeutschen Vorleser der Schlossgemeinde kürt. Der Sieger wird danach auf Kreisebene für Nordkirchen antreten.

In der Elisabeth-Ernst-Schule hatten sich am Donnerstag 17 Mädchen und Jungen zur ersten AG-Stunde im Klassenraum der 4a eingefunden, um in die Welt des Plattdeutschen einzutauchen. Auf dem Programm stehen Gedichte, Heimatlieder, Erzählungen und Theaterstücke - natürlich alle "op Platt". Von Elisabeth Ernst selbst stellte Meinke das "Heimatleed Südkiärken" und das "Hoppmarjännken", das erste Theaterspiel in Südkirchen nach dem zweiten Weltkrieg, vor. "Wir haben früher nur Platt gekürt", erzählte Meinke den Kindern und beeindruckte sie mit der Aussage, dass er 1930 selbst noch Schüler von Elisabeth Ernst gewesen sei.

"Nicht nur Englisch"

Besonderen Spaß fanden die Viertklässler an dem kurzen Gedicht "Dat Pöggsken" von Augustin Wibbelt. Nacheinander und mit großem Eifer versuchten sie sich im Vorlesen der Geschichte über den kleinen grünen Frosch mit seiner grünen Hose, der mit einem schnellen Sprung ins Wasser einem Gänserich entkommt.

Nach der Stunde erzählen Carla, Alicia, Hannah, Celina und Anika, dass auch ihre Mütter zum Teil noch Plattdeutsch sprechen. "Wir wollen auch gern mal andere Sprachen lernen, es muss ja nicht immer nur Englisch sein", so die Mädchen. Josef Meinke wird es gerne gehört haben.

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