Die Straße Boländers Wiese soll auch zum späteren Wohngebiet Rosenstraße-Nord führen. Anwohner befürchten hier ein zu starkes Verkehrsaufkommen. © Karim Laouari (A)
Kritik an Verkehrsführung

Anwohner leisten Widerstand gegen Pläne für Baugebiet in Nordkirchen

Das geplante Baugebiet Rosenstraße-Nord in Nordkirchen sorgt für Ärger im angrenzenden Wohngebiet. Grund für die Kritik an den Plänen ist die aus Sicht der Anwohner gefährliche Verkehrsführung.

Im Ortsteil Nordkirchen soll mit dem geplanten Neubaugebiet Rosenstraße-Nord neuer Raum für Ein,- Zwei- und Mehrfamilienhäuser entstehen. Die Nachfrage bei der Gemeinde nach Baugrundstücken ist riesig. Groß ist allerdings auch der Widerstand gegen die Pläne der Gemeinde. Dieser kommt aus dem angrenzenden Wohngebiet Rosenstraße-West. Den Anwohnern geht es dabei nicht um das neue Baugebiet als solches. Sie befürchten, dass der zusätzliche Fahrzeugverkehr zu Problemen führt.

In der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag (26.1.) zeigte sich Heinz-Jürgen Lunemann (UWG), langjähriges Mitglied des Gremiums, überrascht von der Menge der eingegangenen Stellungnahmen. Insgesamt 26 Bürgerzuschriften an die Gemeinde – zum Teil im Namen von mehreren Anwohnern des Wohngebietes – hängen den Sitzungsunterlagen an. Eine solche Menge habe er noch nicht erlebt, sagte Lunemann.

Im Kern drehen sich die Zuschriften an die Verwaltung um die geplante Verkehrsanbindung an das Baugebiet Rosenstraße-Nord. Zwar soll die Hauptzufahrt über die Ferdinand-Kortmann-Straße angelegt werden, die Gemeinde möchte aber auch die Zufahrt über die Straße Boländers Wiese ermöglichen – also genau durch das Wohngebiet Rosenstraße-West.

Das ist aus Sicht der Anwohner in mehrfacher Hinsicht problematisch. Grundsätzlich befürchten sie eine Belastung durch den zusätzlichen Verkehr aus dem neuen Wohngebiet. Gerade der Verkehr in den Ortskern würde sich auf die Straße Boländers Wiese konzentrieren.

Diese sei, genauso wie der Kleimanns Weg, in ihrer Anmutung ähnlich einer Spielstraße und werde auch von vielen kleinen Kindern in dem Wohngebiet zum Spielen genutzt. Auch auf dem Schulweg könnte sich der zusätzliche Verkehr für die Kinder zur Gefahrenquelle entwickeln, kritisieren die Anwohner. Darüber hinaus ist die Befürchtung groß, dass mit dem zusätzlichen Verkehr die Lärmbelastung ansteigt.

Fraktionen bitten um engen Dialog mit den Anwohnern

In der Ratssitzung nahm Bauamtsleiter Josef Klaas zu den Anwohnerbedenken Stellung. So sei die Verbindung zwischen den beiden Gebieten schon immer so vorgesehen und auch aus den Planungsunterlagen ersichtlich.

Aus Sicht der Gemeinde führe eine einzige Zufahrt an der Ferdinand-Kortmann-Straße dazu, dass ein Umgehungsverkehr entstehe, der unter anderem aus ökologischen Gründen problematisch sei. Der Verkehr verlagere sich dann auf andere Straßen und werde dort zur Belastung.

Aus den Ratsfraktionen kam die Bitte an die Verwaltung, in der weiteren Planung gemeinsam mit den Anwohnern nach Lösungen zu suchen. Vorbehalte und Sorgen sollten ernst genommen und die Verkehrssicherheit genau geprüft werden, sagte für die SPD Lothar Steinhoff.

Christoph Rath (CDU) äußerte sich skeptisch gegenüber der Zufahrt über die Straße Boländers Wiese. Besonders durch das Gefälle sei diese „kompliziert“ als Erschließungsstraße. Gerade im Sinne des neuen Mobilitätskonzeptes, an dem die Gemeinde derzeit arbeite, wäre es aus seiner Sicht günstiger, Fahrten in den Ort mit dem Fahrrad zu erleichtern, so dass der Pkw eher stehen gelassen werde, so Rath.

Auf die Frage aus der Politik, ob die Wohngebiete sich zu verkehrsberuhigten Bereichen erklären ließen, verwies Josef Klaas auf das zuständige Straßenverkehrsamt des Kreises Coesfeld. Diese Entscheidungen fälle der Kreis, machte Klaas deutlich. Die Gemeinde könne zwar Vorschläge und Wünsche äußern, ob das Straßenverkehrsamt sie auch umsetzt, liege aber im Ermessen der Behörde. Klaas machte deutlich: „Die Anfrage können wir stellen, es ist aber unwahrscheinlich, dass sie umgesetzt wird.“ Denkbar wären hingegen aber verkehrsverlangsamende Bauten, die Fahrzeuge zum langsamen Fahren zwingen.

Das Thema soll in einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses weiter diskutiert werden. Wenn es die Pandemie zulässt, soll es außerdem eine öffentliche Veranstaltung geben. Ob und in welcher Form dieses stattfinden könnte, sei allerdings derzeit nicht absehbar, so Klaas.

Über den Autor
Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari

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