Die Gemeinde Nordkirchen hat entlang der Gorfeldstraße in Capelle zahlreiche Bäume gefällt und Sträucher zurückgeschnitten - zum Ärger einiger Anwohner. © Privat
Naturschutz

Baumfällungen in Capelle: Anwohner ist wütend über Vorgehen der Gemeinde

Es ist die Zeit für Grünschnitt und Baumfällarbeiten. In Capelle ist die Gemeinde zuletzt tätig geworden und hat zahlreiche Bäume gefällt. Ein Anwohner ärgert sich sehr über den Kahlschlag.

Mitarbeiter der Gemeinde Nordkirchen haben am Montag (18.1.) an der Gorfeldstraße Grün- und Baumschnittarbeiten in größerem Umfang erledigt. „Pflegearbeiten an Bäumen, Sträuchern und Hecken“, wie Bauamtsleiter Josef Klaas in einer Mail an diese Redaktion betont. Ein Anwohner spricht von einem anderen Eindruck.

Eine „Vielzahl von Bäumen entlang der Gorfeldstraße“ seien dort „ohne Ankündigung“ gefällt worden, schreibt der Capeller in einer Mail an die Gemeinde, die auch der Redaktion vorliegt. Seinen Namen möchte er nicht in der Zeitung lesen. „Allein im Bereich von der Einmündung „Am Steinberg“ bis zu den Glascontainern am Aschenplatz des SC Capelle“ seien „etwa zehn Jahrzehnte alte Bäume mit Stammdurchmessern von etwa 35 cm bis 60 cm (entsprechend Baumumfängen von etwa 100 cm bis 180 cm) und Baumhöhen von ca. 10 m bis 15 m zum Opfer“ gefallen, sowie weitere Bäume, darunter „etwa zehn mit Stammdurchmessern zwischen ca. 20 cm und 35 cm“, beklagt der Anwohner.

Auch viele teils große Bäume seien gefällt worden, ärgert sich ein Anwohner.
Auch viele teils große Bäume seien gefällt worden, ärgert sich ein Anwohner. © Privat © Privat

Die Gemeinde ignoriere in seinen Augen, dass diese Bäume und Sträucher ein wichtiger Lebens- und Rückzugsraum für Vögel und andere Tiere seien.

Anstatt mit gutem Beispiel voranzugehen, trage die Gemeinde aus seiner Sicht dazu bei, Vögel und Insekten weiter ihres Lebensraums zu berauben.

Josef Klaas widerspricht dieser Darstellung entschieden. Die Gemeinde Nordkirchen führe in jedem Winter durch Mitarbeiter des Bauhofes oder durch Firmen Pflegearbeiten an Bäumen, Sträuchern und Hecken durch. „Das machen wir mit geschultem Personal in eigener Verantwortung“, so Klaas.

Teil dieser Arbeiten sei auch das „Auf-den-Stock-setzen“ von Hecken, „wie das an der Gorfeldstraße entlang des Sportplatzes jetzt auch geschehen ist“. Dabei werde die Hecke nicht gerodet oder entfernt, sondern treibe von unten heraus wieder aus und bilde neuen Lebensraum für viele Arten, argumentiert der Bauamtsleiter.

Arbeiten wie diese seien sogar „in regelmäßigen Abständen durchzuführen“, damit die Hecke insgesamt erhalten bleibe. Klaas: „Findet dieser Rückschnitt nicht statt, bleiben am Ende nur einige Bäume ohne Unterbewuchs übrig, was wir an der Stelle nicht möchten.“

Auch viele teils große Bäume seien gefällt worden, ärgert sich ein Anwohner.
Auch viele teils große Bäume seien gefällt worden, ärgert sich ein Anwohner. © Privat © Privat

Nicht nur entlang der Gorfeldstraße hätten Mitarbeiter der Gemeinde solche Arbeiten durchgeführt. „Am südlichen Ufer des Katzbaches in Südkirchen, am Teich zwischen der Gesamtschule und der dahinterliegenden Weide, im Wohngebiet Große Feld oder auch an einzelnen Abschnitten von Hecken im Außenbereich“ sei die Gemeinde ebenfalls im Einsatz gewesen und habe dabei „auf abschnittweise Bearbeitung“ geachtet, „damit eben die auch von uns hoch geschätzte Fauna noch Lebensräume behält“, so Klaas.

Auch der Eindruck, dass die Gemeinde mehr Bäume fälle, als neue zu pflanzen, weist der Bauamtsleiter von sich. Im Frühjahr und Herbst seien 200 Bäume auf Gemeindegebiet neu gepflanzt worden. Hinzu kämen unter anderem die Wallbepflanzung am Sportplatz Südkirchen, am Regenrückhaltebecken an der Ferdinand-Kortmann-Straße.

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Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari

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