Eine Tiny House Siedlung plant die Gemeinde Nordkirchen in Südkirchen. Die Beratungen darüber sind jetzt auf Anfang 2021 verschoben worden. © picture alliance/dpa
Coronapandemie

Bauwillige in Nordkirchen müssen sich gedulden – Beratung erst 2021

Wie geht es weiter mit der Tiny-House-Siedlung im Wohngebiet „Capeller Straße“ in Südkirchen und dem Baugebiet „Rosenstraße-Nord“? In diesem Jahr überhaupt nicht. „Schuld“ ist Corona.

Deutschland fährt das Leben runter, viele Bereiche müssen komplett schließen. Ist es in einer derartigen Situation angezeigt, in politischen Gremien Themen zu beraten und auf den Weg zu bringen, die viele Menschen stark interessieren? Aus Sicht der Gemeindeverwaltung Nordkirchen nicht. Sie hat die für Dienstag (15.12.) geplante Sitzung des Bauausschusses abgesagt. Bürgermeister Dietmar Bergmann nennt die Gründe.

„Es ist zu erwarten gewesen, dass die Themen Tiny-House-Siedlung und das Baugebiet Rosenstraße-Nord viele Menschen interessiert.“ Damit sei bei Beratungen im Bauausschuss mit vielen Zuhörern zu rechnen gewesen. Dietmar Bergmann hat sich deshalb am Montag (14.) mit den Fraktionsvorsitzenden abgestimmt. Danach stand fest, dass die Sitzung ausfällt.

Zwar war mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Capelle ein großes Gebäude für die Sitzung gewählt worden, doch ein gutes Gefühl hatten Verwaltung und Fraktionen dennoch nicht. „Die Beratungen zu den beiden Themen finden in der ersten Sitzung des Ausschusses in 2021 statt“, sagt der Bürgermeister.

Er kündigte gleichzeitig an, dass die für Donnerstag (16.12.) geplante Ratssitzung an gleicher Stelle stattfindet. „In dieser Sitzung stehen Beschlüsse zu Satzung auf der Tagesordnung, die am 1. Januar 2021 in Kraft treten.“ Deshalb sei eine Verschiebung nicht möglich. Allerdings läuft es darauf hinaus, dass der Rat (28 Mitglieder) nur in der Stärke des Hauptausschusses (20 Mitglieder) tagt. Mit dieser Regelung könnten Ratsmitglieder, die unsicher seien oder zu einer Risikogruppe gehören, auf eine Teilnahme verzichten.

Ausdrücklich bittet Dietmar Bergmann alle Bürger mit Fragen an die Verwaltung, auf einen Sitzungsbesuch zu verzichten. In der aktuellen Corona-Pandemie sei es wünschenswert, wenn die Fragen schriftlich (gerne auch per Mail) gestellt würden. „Sie können vielleicht in der Sitzung schon beantwortet werden.“

Damit müssen sich alle Menschen gedulden, die ein Haus im neuen Baugebiet Rosenstraße-Nord errichten wollten. Bereits am 19. Dezember 2019 hatte der Rat der Gemeinde den Beschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Rosenstraße-Nord“ gefasst. Bis zum 5. Dezember 2020 war eine Stellungnahme zu den Plänen möglich.

Wie die Gemeinde damit umgeht, wird sich ebenso erst Anfang 2021 zeigen wie die Frage, wie es mit der Tiny-House-Siedlung im Wohngebiet „Capeller Straße“ in Südkirchen weitergeht. Fakt ist, dass sich rund 30 Personen gemeldet und ihr grundsätzliches Interesse an einer solchen Wohnform bekundet haben.

Die Verwaltung hat in mehreren Gesprächen über diese Idee informiert und gleichzeitig auch mit den Interessierten Randbedingungen eines solchen Wohnens besprochen.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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