Bergmann betont Wichtigkeit des Gedenktags

Volkstrauertag in Capelle

67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges fällt es der jüngeren Generation schwer, der Opfer zu gedenken. "Volkstrauertag - ein Tag ohne Volk, ein Auslaufmodell?", fragte Bürgermeister Dietmar Bergmann gestern am Ehrenmal in Capelle.

CAPELLE

von Von Antje Pflips

, 18.11.2012, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bürgermeister Dietmar Bergmann (2.v.r.) sprach am Volkstrauertag am Ehrenmal in Capelle.

Bürgermeister Dietmar Bergmann (2.v.r.) sprach am Volkstrauertag am Ehrenmal in Capelle.

Dieser Tag sei wichtig, um gemeinsam an das Unrecht und die Schrecken aller Kriege zu erinnern. Dabei dürfe der Blick nicht nur auf Deutschland liegen, sondern auch auf anderen Nationen. Der Tag gebe neben der Erinnerung aber auch Hoffnung auf Versöhnung und das Bewusstsein, sich für eine friedliche, gerechte Welt einzusetzen.Der Krieg scheint weit weg Mit der Flut der Meldungen in den Medien werde heute vieles nicht mehr wahrgenommen, führte Bergmann aus. Der Krieg scheine weit weg; die wenigsten hätten einen persönlichen Bezug dazu. "Krieg ist etwas von gestern und mehr als 1000 Kilometer entfernt." Doch 7000 Soldaten aus Deutschland befänden sich derzeit in Afghanistan. "Einige haben ihr Leben verloren." 2600 Mitglieder der Nato seien dort gefallen. Sie alle hätten Familien, würden geliebt und vermisst. Am Volkstrauertag wollten Menschen überall in Deutschland an den Ehrenmalen Mut und Trost finden und Hoffnung schöpfen auf eine friedliche Welt. "Diese Tage und Momente des Innehaltens brauchen wir." Und das Erinnern brauche sichtbare Zeichen.400 Kriegsgräberstätten in Deutschland Der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge richtet bundesweit im November jeden Jahres den Volkstrauertag aus. Er ist ein Tag des Gedenkens und der Mahnung zum Frieden. Die Organisation wurde am 16. Dezember 1919 gegründet und nahm nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1946, ihre humanitäre Tätigkeit wieder auf. In kurzer Zeit wurden über 400 Kriegsgräberstätten in Deutschland angelegt. 1954 beauftragte die Bundesregierung den Volksbund mit der Aufgabe, deutsche Soldatengräber im Ausland zu suchen, zu sichern und zu pflegen. Die entstandenen Denkmäler werden durch ehrenamtliche Helfer gepflegt. Wer am Volkstrauertag innehalte, bewahre die Erinnerung und pflege die Tradition, sagte Bergmann.

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