Börsen-Talfahrt: Kein Grund zur Sorge

KREIS COESFELD Die Einlagen sind bei den Volksbanken im Kreis Coesfeld genauso sicher wie die Hypotheken. Weder beteiligen sich die Genossenschaftsbanken im Kreis an wilden Spekulationen noch verkaufen sie die Immobilienkredite an Finanzinvestoren. Das versicherte Bankensprecher Martin Herding (Volksbank Nottuln eG) bei einer Pressekonferenz am Freitag.

von Von Matthias Münch

, 25.01.2008, 18:26 Uhr / Lesedauer: 3 min
Börsen-Talfahrt: Kein Grund zur Sorge

Angesichts der aktuellen Börsen-Talfahrt und der internationalen Finanzmarktturbulenzen rät der Bankensprecher Anlegern zur Gelassenheit und empfiehlt das Gespräch mit dem Kundenberater: "Ruhe bewahren und keine Ad-hoc-Entscheidungen fällen. Aktien sind ein langfristiges Geschäft, für das man einen langen Atem braucht", so Herding.

Angesichts der aktuellen Börsen-Talfahrt und der internationalen Finanzmarktturbulenzen rät der Bankensprecher Anlegern zur Gelassenheit und empfiehlt das Gespräch mit dem Kundenberater: "Ruhe bewahren und keine Ad-hoc-Entscheidungen fällen. Aktien sind ein langfristiges Geschäft, für das man einen langen Atem braucht", so Herding.

Vermehrt haben Kunden nachgefragt, inwieweit die aktuelle Hypothekenkrise auch die Volksbanken im Kreis betrifft. "Da können wir Entwarnung geben. Das Geld unserer Kunden ist sicher", betonte Herding weiter. Dank eines bodenständigen Geschäftsmodells hätten die Volksbanken keine erkennbaren Auswirkungen der Finanz- und Kreditkrise zu verkraften. Anders als global agierende Finanzkonzerne seien die Volksbanken und Raiffeisenbanken mit ihrer intensiven Kundenbindungen weniger abhängt von Refinanzierungen am Kapitalmarkt. Herding: "Die Genossenschaftsbanken werden auch in Zukunft ihr Geschäft in der heimischen Region machen und keine unnötigen Risiken eingehen."

"Wir verkaufen unsere Kunden nicht"

Eine Kreditklemme wird es für die Kunden nicht geben. "Wir haben unsere Ratingverfahren nicht verändert und setzen unsere Liquidi-tät weiterhin im Geschäft mit unseren Kunden und insbesondere dem Mittelstand ein", erläuterte Herding. "Wir können daher die mittelständische Wirtschaft mit vertretbaren Kreditwünschen weiterhin gut bedienen." Auch der Verkauf von Forderungen für gewährte Baudarlehn ist für die Volksbanken kein Thema. "Wir haben in der Vergangenheit keine Immobilienkredite an Finanzinvestoren verkauft und werden es auch in Zukunft nicht tun", versicherte Herding. Sein klares Bekenntnis: "Wir verkaufen unsere Kunden nicht."

Eine Philosophie, die ankommt und beim Blick auf die wichtigsten Bilanzzahlen bestätigt wird. So stieg die addierte Bilanzsumme auf 2,080 Milliarden Euro an, ein Plus von 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Gesamtkundenvolumen - also die Summe aller bilanzwirksamen Geschäfte plus vermittelte Einlagen und Kredite im genossenschaftlichen Verbund - erreichte die Rekordmarke von 4,2 Milliarden Euro.

Auch betriebswirtschaftlich haben die heimischen Volksbanken das Jahr 2007 insgesamt erfolgreich abgeschlossen. Dies gelang trotz schlechterer Ertragslage als Folge der anhaltend ungünstigen Zinsstruktur. Diese für alle Geldinstitute negative Entwicklung konnte im Gegenzug durch erfolgreiche Aktivitäten im Vertrieb sowie einer kostenbewussten Unternehmensführung ausgeglichen werden. Vom geschäftlichen Erfolg der neun Volksbanken sollen auch die Mitglieder profitieren: Vorbehaltlich der Genehmigung durch die da-für zuständigen Organe wollen die Volksbanken Dividenden zwischen sechs und 7,5 Prozent ausschütten.

Gefragt waren die Volksbanken im Kreis Coesfeld bei ihren Mitgliedern und Kunden sowohl als Kreditgeber wie als Ratgeber für Geldanlagen. Dabei stellt das Kreditgeschäft auch weiterhin eine wichtige Säule dar und ist für den Bankensprecher "Ausdruck der aktiv gelebten Mitgliederförderung unserer mittelständischen Firmenkunden und Privatkunden". Die addierten Kundenforderungen erhöhten sich in 2007 gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent auf 1,424 Milliarden Euro. Das betreute Kreditvolumen erhöhte sich um knapp ein Prozent auf 1,940 Milliarden Euro. Martin Herding wertete die-ses Wachstum vor allem als das Ergebnis der optimistischen Einschätzung der weiteren geschäftlichen Entwicklung beim heimischen Mittelstand. Aber auch die Landwirtschaft hätte 2007 wieder stärker investiert.

Die addierten bilanziellen Kundeneinlagen beliefen sich mit 1,448 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Weit stärker als die Anlageprodukte der Volksbanken haben die Kunden zu Produkten der genossenschaftlichen Verbundpartner gegriffen. "Über unsere Partnerinstitute wie die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V Versicherung haben wir eine breite Angebotspalette zu bie-ten, die perfekt auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten ist", verdeutlichte Herding. Diese Aussage wird beim Blick auf das betreute Einlagenvolumen deutlich: Es erhöhte sich auf 2,318 Milliarden Euro. Einen Boom verzeichnete die Bank bei der Riester-Rente - aus Sicht der Volksbanken "ein Muss" für jeden Arbeitnehmer. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge belief sich auf 2.580.

1 457 neue Mitglieder

Die Mitgliedschaft bei der Bank, Alleinstellungsmerkmal der Kreditgenossenschaften, erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit: 1.457 Männer, Frauen und Kinder traten allein in den vergangenen zwölf Monaten den Banken bei. "Damit sind 68.007 der Einwohner im Kreis Mitglied einer Volksbank. Man sieht: Der Genossenschaftsgedanke ist aktueller denn je", sagte Herding. Neben ihren Mitgliedern fördern die Banken außerdem Kultur und Bildung und unterstützten karitative Organisationen in der Region. 320.000 Euro spendeten die Banken im vergangenen Jahr.

Ihnen und allen anderen rund 170.000 Kunden stehen die Volks-banken mit einem unverändert dichten Netz aus 37 Geschäftsstel-len, 60 Geldausgabeautomaten sowie einem umfassenden Angebot im Online-Banking zur Verfügung. Persönliche Kundennähe und regionale Verbundenheit, gepaart mit einer weiter verbesserten Beratungsqualität zeichneten die heimischen Volksbanken aus, betonte Herding. So investierten die Volksbanken allein in 2007 über 357.000 Euro in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten. Deren Zahl ist mit 528 (Vorjahr: 534) stabil geblieben. Davon befinden sich aktuell 66 (64) in der Ausbildung.

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