Abwarten oder schützen: Braucht Südkirchens neuer Kunstrasenplatz einen Zaun?

mlzKunstrasenplatz

Im Gegensatz zu anderen Orten ist die neue Trainingsanlage mit Kunstrasenplatz in Südkirchen noch öffentlich zugänglich. Warum das so ist, aber nicht so bleiben kann.

von Annika Heuser

Südkirchen

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Der neue Kunstrasenplatz in Südkirchen wird am Wochenende vom 23. bis 25. August offiziell eingeweiht - aber ohne Zaun. Dabei stellt dieser eine Notwendigkeit dar.

Ob spielende Kinder, Hundebesitzer, die den Platz als Hundeklo nutzen, oder Radfahrer. Sie alle könnten zum Problem für den neuen Sportplatz in Südkirchen werden. Für Theodor Cortner und Michael Bomholt, beide Mitglieder im Rat der Gemeinde Nordkirchen, ist ein Zaun zum Schutz der Anlage deshalb unerlässlich.

Der Kunstrasen, gefüllt mit Granulat, sei empfindlich: „Das Granulat muss zweimal im Jahr gereinigt werden. Gerade Hundekot oder Dreck von den Schuhen ist da nicht gerne gesehen“, erklärt Bomholt.

Bürgermeister: „Erst mal abwarten“

Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann sieht den Bedarf eines Zaunes noch nicht. „Wir müssen erst mal die Entwicklung abwarten“, sagt er. Die Gesamtmaßnahme sei schon 40.000 Euro teurer geworden als geplant.

Bergmann schätzt die zusätzlichen Kosten für den Zaun auf einen Betrag im fünfstelligen Bereich. Ein Betrag, den der Haushalt gerade nicht zuließe. „Wir appellieren an die Südkirchener, die Anlage vernünftig zu behandeln“, so Bergmann.

Steuergelder schützen

„Wir sehen es anders“, sagt Cortner im Hinblick auf den Kostenaufwand. „Wir von der CDU haben Angebote von Zaunbauern, bei denen es zu einem wesentlich günstigeren Preis machbar ist.“

Er empfindet es als „unverhältnismäßig“, wenn bei einer so teuren Investition am Schutz gespart werde: „Wenn wir 700.000 Euro für so eine Anlage ausgeben, soll sie auch gescheit aussehen, über Jahre.“

Bomholt ist der gleichen Meinung: „Da sind 700.000 Euro Steuergelder investiert worden und die muss man auch entsprechend schützen“, sagt er. „Letztendlich muss man sich auch selbst schützen, die Kommunen schützen, den Verein schützen - vor Folgekosten, die man heute nicht beziffern kann.“

Theodor Cortner kann sich gut vorstellen, dass sie auch die Zustimmung der anderen Fraktionen bekommen würden.

Abschreckende Beispiele im Umkreis

Beispiele aus der Umgebung sprechen auch für eine Einzäunung: „In Ascheberg ist auf dem Anstoßpunkt nachts ein Feuer mit Zeitungen gemacht worden“, erzählt Bomholt. Anderswo sei ein Quadfahrer über den Kunstrasenplatz gefahren. „Davor kann man sich von vornherein schützen.“

Und auch in Südkirchen habe es vor kurzem einen ähnlichen Vorfall gegeben. Zwar nicht auf dem Kunstrasenplatz, aber auf dem Ascheplatz. Ein Unbekannter habe mit seinem Auto Runden auf dem Platz gedreht.

Um Vandalismus zu verhindern, müsse der Platz von einem Stabgitterzaun mit einer Höhe von ungefähr 1,60 Metern eingefasst werden, so Bomholt und Cortner.

Keine Gewährleistung

Cortner nennt ein weiteres Argument für einen Zaun um den Sportplatz: „Die Gewährleistung ist dann auch hinfällig.“ Der Erbauer des Platzes würde bei Reparaturarbeiten nicht dafür aufkommen, wenn nicht die entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen werden.

„Schlimm genug, dass man den Platz schützen muss. Aber man sieht durch die Vorfälle, dass das notwendig ist“, erklärt er weiter.

Auch Ludger Hörstrup, Präsident des SV Südkirchen, hält es für wichtig, den neuen Kunstrasenplatz zu schützen. „Wenn man sich im Kreis umschaut, sind fast alle Plätze eingezäunt.“ Er ist sich sicher: „Die Langlebigkeit wird sich erhöhen.“

Der Verein habe bereits ein Verbotsschild für Mountainbiker aufgehängt. Rund um die Uhr bewachen könne man den Platz aber nicht.

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