Bürgerinitiative fordert mehr Abstand bei Windkraftanlagen

Gründerversammlung

Gegen die geplanten Standorte für Windkraftanlagen (WKA) laufen Nordkirchener Bürger Sturm. Aus Frust und Enttäuschung, von den Ratsvertretern nicht ausreichend vertreten zu sein, bildete sich nun im Plettenberger Hof eine Bürgerinitiative.

NORDKIRCHEN

von Von Antje Pflips

, 23.03.2012, 16:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ralf und Melanie Kopacki sind die Sprecher der Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen in der Nähe von Wohnhäusern.

Ralf und Melanie Kopacki sind die Sprecher der Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen in der Nähe von Wohnhäusern.

Die BI ist jedoch nicht generell gegen Windkraftanlagen, sondern fordert „der Abstand muss stimmen“. Sie sagt, 500 Meter Abstand zur Wohnbebauung reichen bei weitem nicht aus. Kopacki: „Die Abstände einer Windkraftanlage zur nächsten Wohnbebauung von unter 1,5 Kilometern sind unmenschlich“. Auch andere Bürger, die nahe den neu ermittelten Standorten wohnen, sehen die hohen WKA kritisch. Sie klagen an, dass Ratsmitglieder über einen Sachverhalt entscheiden, den sie gar nicht verstehen. Deshalb erhielten alle Ratsmitglieder die Informationsbroschüre. Wird im nächsten Jahr der Regionalplan der Bezirksregierung aufgehoben, so fallen damit die Windvorrangflächen weg. Dann würden die Städte, also auch Nordkirchen, selbst entscheiden.

Die Bürgerinitiative vermutet, dass hinter der Ansiedlung der WKA allein wirtschaftliche Interessen stünden und ein Investor bereits feststehe. „Die Gemeinde braucht Geld.“ Die Ansiedlung von WKA steht in Zusammenhang mit der Ausarbeitung eines neuen Energiekonzepts für Nordkirchen. Die geplanten Windräder würden dabei eine Höhe von 150 bis 200 Meter erreichen. Weitere Argumente gegen eine Bebauung wären Lärmemission, Infraschall, Schattenwurf, Gefährdung der Fauna, Verschandelung der Landschaft. Gerade die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit wären fatal. Dabei bezweifeln alle Teilnehmer der Versammlung die Effektivität der WKA im Münsterland.

Die BI plant für die Zukunft eine verstärkte Bürgerinformation zu WKA. Expertenvorträge zum Thema sollen organisiert werden. Ebenso fordert sie alle Bürger dazu auf, an Ratssitzungen teilzunehmen und kritisch das Energiekonzept zu hinterfragen.

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