50er-Grenze überschritten: Kreis Coesfeld muss seine Regeln weiter verschärfen

mlzCoronavirus

Der Kreis Coesfeld hat am Freitag eine neue Allgemeinverfügung herausgegeben, damit verschärfen sich die Regeln nun nochmal. Kommt der Kreis mit der Fallrückverfolgung noch nach?

Nordkirchen, Olfen, Herbern

, 23.10.2020, 12:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur einen Tag lang, also für den Freitag, 23. Oktober, galt die neue Allgemeinverfügung für den Kreis Coesfeld. Da der Kreis am Freitag laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts bereits die Inzidenzgrenze von 50 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gerissen hat, tritt am Samstag, 24. Oktober, bereits eine neue Allgemeinverfügung mit schärferen Regeln in Kraft.

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Der Kreis steht aktuell bei einem Inzidenzwert von 56,2 (am Donnerstag hatte der Wert noch bei 43,1 gelegen). Der abrupte Anstieg ist auch mit den Meldeverzögerungen zum RKI zu erklären, die zunächst dafür sorgten, dass der erste Grenzwert von 35 lange nicht überschritten wurde, nun aber zu einer raschen Überschreitung der 50er Grenze geführt haben.

Kein bestimmter Auslöser für gesteigerte Fallzahlen

Nach wie vor gelte, dass man die gesteigerten Fallzahlen weder an einem bestimmten Event, noch an einem Superspreader festmachen könne, erklärt Wolfgang Heuermann vom Kreis Coesfeld. „Es bleibt ein diffuses Bild.“ Es gebe zwar Häufigkeiten - zum Beispiel gibt es die meisten Fälle gerade in der Stadt Coesfeld -, dennoch lasse sich eine einzelne Ursache dafür nicht ausmachen. „Man kann nur immer wieder appellieren - Abstand halten, die Regeln einhalten und das über jedes Alter hinaus“, so Heuermann.

Anders als der Kreis Unna, der derzeit bei einem Inzidenzwert von 99 liegt, wird der Kreis Coesfeld aktuell keine Hilfe bei der Bundeswehr beantragen. „Wir schaffen unser Pensum bis jetzt gut“, sagt Heuermann. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes seien aktuell von morgens früh bis spät abends im Einsatz.

Der Kreis Coesfeld hatte im Mai als erster Kreis in NRW die Inzidenzgrenze von 50 schon einmal überschritten, damals war es zu einem massiven Ausbruchsgeschehe bei Westfleisch gekommen. Die neue Allgemeinverfügung gilt nun, bis die 50er-Grenze sieben aufeinanderfolgende Tage lang unterschritten wird.

Das bedeutet für den Kreis Coesfeld:

  • Maskenpflicht am Sitz- und Stehplatz bei Konzerten, Aufführungen und sonstigen Veranstaltungen und bei Versammlungen in geschlossenen Räumen sowie für Zuschauer bei Sportveranstaltungen
  • Begrenzung der Zahl der Teilnehmer bei Veranstaltungen (Sport, Theater, Kino usw.) auf 100 Personen ab 4. Tag der Feststellung der „Gefährdungsstufe 2“, wenn drei Tage vor der Veranstaltung kein besonderes Konzept beim Gesundheitsamt vorgelegt wurde (mit Hygienekonzept ist eine Teilnehmerzahl bis 500 Personen im Freien bzw. 250 Personen im Innenraum möglich)
  • Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum (Straßen, Plätze, Grünanlagen u.ä.) auf maximal 5 Personen oder wie bisher Personen aus 2 häuslichen Gemeinschaften oder ausschließlich Verwandte in gerader Linie sowie Geschwister, Eheleute, Lebenspartner
  • Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr für Gastronomiebetriebe sowie für den gleichen Zeitraum ein generelles Verkaufsverbot von Alkohol
  • Beschränkungen der Teilnehmerzahlen für Feste aus herausragendem Anlass auf 10 Teilnehmer im öffentlichen Raum (z.B. Gaststätten). Zudem wird dringend empfohlen, Treffen in privaten Räumen auf ein Minimum zu beschränken.

Eine Maskenpflicht in Innenstädten hatte der Kreis schon am Donnerstag ausgeschlossen, „da der Mindestabstand von 1,5 Metern in den genannten Bereichen nach Einschätzung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden eingehalten werden kann“.

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