Corona-Krise in Nordkirchen: Mehl-Nachschub gibt es in der Mühle Rath

mlzCorona-Krise

Leere Regale bei Mehl: In Zeiten der Corona-Krise ist das in den Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten kein seltener Anblick. Das sieht woanders ganz anders aus.

Nordkirchen

, 11.04.2020, 05:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die leeren Regale in den Supermärkten, Discountern und Drogeriemärkten künden von Lieferschwierigkeiten bei bestimmten Produkten. Mehl gehört zu diesen begehrten Produkten. In der Mühle Rath in Nordkirchen hat es an allen Tagen der jüngeren Vergangenheit - auch wenn in anderen Geschäften Mehl Mangelware war - Mehl gegeben, sagt Inhaber Christoph Rath.

Das liege im Wesentlichen an drei Merkmalen des kleinen Unternehmens. Es sei regional, mittelständisch und familiengeführt. Warum aber kann das in der Krise weiterhelfen? „Ganz einfach“, antwortet Christoph Rath. „Unternehmen die sich mit diesen Attributen dem Markt stellen, können gerade in Krisenzeiten sehr flexibel reagieren.“ So, wie eben die Nordkirchener Mühle Rath.

„Kein Tag ohne Mehl“

„In der Mühle Rath hat es keinen Tag gegeben, an dem es kein Mehl gab“, berichtet der Händler. „Es hat ein paar Tage gedauert, bis die Verbraucher sich erinnerten, dass Mehl aus der Mühle kommt und nicht vom Himmel in die Regale der Lebensmittelmärkte fällt. Aber seitdem diese Erkenntnis gereift ist, ist die Nachfrage in der alten Mühle nach Weizen-, Roggen- oder Dinkelmehl groß.“

Jetzt lesen

Kein Wunder, möchte man meinen, handelt es sich bei dem Unternehmen doch um eine Mühle. „Nein, wir mahlen in unserer Mühle selber kein Mehl mehr, aber dank langjähriger Kontakte zu Mühlen in der Region waren wir in der Lage, unsere Vorräte ständig wieder aufzufüllen“ sagt Christoph Rath. Zusammen mit seiner Frau Claudia und seinen Mitarbeitern seien in den vergangenen Wochen Mehle im Akkord abgefüllt und verkauft worden. „Weil wir mit unseren eigenen Fahrzeugen in der Lage sind, die Warenbeschaffung selber zu organisieren, gehen wir davon aus, dass es keine Engpässe geben wird“, sagt Rath.

Dass die Mühle Rath in der Corona-Krise an beiden Standorten - Nordkirchen und Bergkamen - so weiterarbeiten kann, verdanke das Ehepaar Rath, „unseren zuverlässigen Mitarbeitern“. In diesen Zeiten sei das tägliche Arbeiten nicht ohne Risiko.

Doch Christoph Rath denkt schon weiter: „Ich hoffe, dass sich der eine oder andere Kunde, der jetzt bei uns Mehl gekauft hat, auch nach der Corona-Krise an uns erinnert und später sein Mehl bei uns kauft. Es ist doch auch für den Verbraucher kein schlechtes Gefühl, wenn er weiß, dass er ein hochwertiges Produkt aus der Region erwirbt.“ Er hoffe, dass die Kunden dann auch die anderen regionalen, mittelständischen Einzelhändler verschiedenster Branchen bei ihren Einkäufen berücksichtigen „Wer weiß denn heute schon, welche Krisen noch auf uns zukommen, und vielleicht werden dann andere Branchen und Geschäfte dringend benötigt, aber dafür müssen diese dann auch noch existieren.“

Lesen Sie jetzt