Gelbe Warnstufe: Kreis Coesfeld überschreitet Inzidenzwert von 35

mlzCorona-Neuinfektionen

Von der roten Linie, die bei einem Inzidenzwert von 50 überschritten wird, ist der Kreis Coesfeld noch weit entfernt, die gelbe Warnstufe von 35 hat er laut unseren Berechnungen aber überschritten.

Nordkirchen, Olfen, Herbern

, 19.10.2020, 18:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

39 neue Corona-Fälle hat der Kreis Coesfeld über das Wochenende und über den Montag zu verkünden. Einer der höchsten Neuinfektionswerte im Kreis, seit das Coronavirus erstmals aufgetreten ist. Auch wenn sich die 39 Fälle über insgesamt drei Tage verteilen, reicht das, um den Inzidenzwert (Neuinfektionen in den vergangen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) deutlich nach oben zu drücken.

Den gibt das Robert-Koch-Institut aktuell noch mit 24,5 an. Darin sind aber die neu veröffentlichten Zahlen vom Montag noch nicht berücksichtigt. Das RKI veröffentlicht immer um Mitternacht die neuen Inzidenzwerte. Zwischen Kreis und RKI kann es zu Meldeverzögerungen kommen.

Fälle über den gesamten Kreis verstreut

Laut unseren Berechnungen liegt der Inzidenzwert - legt man die aktuellen Zahlen des Kreises zu Grunde - bei 37,73. Das ist noch deutlich entfernt von der roten Linie von 50, aber über der gelben Warnstufe von 35. Eine Überschreitung des Werts von 35 hat zum Beispiel die Konsequenz, dass Feiern aus einem herausragenden Grund - wie Hochzeiten oder Geburtstage - nur noch mit 25 Teilnehmern erlaubt sind, im privaten Raum dürfen nur 15 Personen zusammen feiern. Weitere Einschränkungen sind dann ab einem Wert von 50 erforderlich.

Diesen hatte der Kreis Coesfeld als erster Landkreis im NRW im Mai überschritten. Damals im Zusammenhang mit dem Ausbruch bei Westfleisch. Bei den aktuellen Zahlen, „kann man kein besonderes Ereignis festmachen“, sagt Wolfgang Heuermann vom Kreis Coesfeld. Die Fälle seien verstreut. Am Montag und über das Wochenende waren Fälle in Ascheberg (2), Coesfeld (10), Dülmen (3), Havixbeck (5), Lüdinghausen (3), Nordkirchen (1), Nottuln (3), Olfen (4), Rosendahl (2) und Senden (6) hinzugekommen.

Mittlerweile gibt es im gesamten Kreis Coesfeld wieder aktive Coronafälle. Mit zehn neuen Fällen in Coesfeld ist Olfen auch aktuell nicht mehr die Stadt mit den meisten aktiven Fällen im Kreis. Mit jeweils 17 aktiven Fällen teilt sich Olfen diesen Negativ-Platz mit der Stadt Coesfeld.

Keine eigene Berechnung des Kreises als Grundlage

Die Ergreifung von Maßnahmen sei an die offiziellen Zahlen gebunden, sagt Wolfgang Heuermann. Der Kreis Coesfeld ergreife keine Maßnahmen auf Grund von eigens berechneten Zahlen. Das ist zum Beispiel ein anderes Vorgehen als beim Kreis Unna, der bereits vor der offiziellen Überschreitung des Inzidenzwertes von 35 eigene Schritte eingeleitet hatte. Allerdings war es beim Kreis Unna auch zu Meldeverzögerungen über mehrere Tage gekommen.

Maßgeblich für die Ergreifung von Maßgaben seien die Zahlen des Landeszentrums Gesundheit der NRW-Regierung. Das erhält seine Zahlen vom Gesundheitsamt und meldet sie dann wiederum an das RKI. Sowohl das RKI als auch das Landezentrum Gesundheit haben mit Stand 19. Oktober 1102 Fälle für den Kreis Coesfeld erfasst, der Kreis selbst meldet 1151 Fälle auf seiner Seite.

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