Sandra Weber hat in diesem Jahr zum ersten Mal ihren Kindern einen Kalender selbst gebastelt aus vier Milchkartons. © Sandra Weber
Weihnachten

„Da steckt ganz viel Liebe drin“: Leser zeigen ihre Adventskalender

Kindern die Zeit des Wartens zu erleichtern steht - betrachtet man das aktuelle Adventskalender-Angebot - im Hintergrund. Besonders schön und selbstgemacht sind aber die unserer Leser.

24 Fitness-Produkte, 24 Erotik-Artikel für Paare, 24 Mal Trinkschokolade, 24 Beauty-Artikel, Lego, Bierflaschen, Samenpäckchen, Zaubertricks, in 24 Schritten zum eigenen Roboter. Inzwischen gibt es kaum noch etwas, das es nicht in 24 Teile gestückelt oder als 24 kleine oder auch größere Geschenke verpackt, gibt. Kaum ein Label, das keinen Adventskalender anbietet, kaum eine Zielgruppe, die nicht erreicht werden soll. Sogar Haustiere sollen etwas vom Advent haben. Und auch die Preisspanne ist immens: Zwischen zehn Euro, über 50 Euro (z.B. Playmobil) und 130 Euro (z.B. Kosmos Zauberei) bis hin zu 944 Euro (Erzgebirgs-Schnitzereien).

Dieser Adventskalender-Weihnachtsbaum wurde von Katrin Althoff und ihrem Mann aus den Creme-Dosen gebastelt, die ihr Sohn als Baby vernichtet hat. Jetzt findet der Vierjährige bis Weihnachten jeden Tag ein kleines Geschenk darin. © Katrin Althoff © Katrin Althoff

„Früher gab´s die kleinen Adventskalender mit Schokolade oder Bildchen oder oft selbstgebastelte“, bestätigt Thomas Schäfer, Sprecher des Handelsverbands Dortmund, „inzwischen gibt es alles. Und während früher auch gerne mal selber gebastelt wurde, wird inzwischen auch ganz gerne mal gekauft. Die Zielgruppen haben sich dabei deutlich erweitert.“ Es sei zum Beispiel üblich geworden, dass sich Partner gegenseitig mit Kalendern beschenken.

Diesen Adventskalender-Baum haben Sibylle Hörnicke aus Nordkirchen und ihr Mann und von ihrer Tochter Franziska bekommen. Ein echtes Weihnachtsbäumchen, der später eingepflanzt werden kann, an den Ästen sind viele kleine Geschenke. Sie haben sich “riesig gefreut”. © Sibylle Hörnicke © Sibylle Hörnicke

Ganz gegen den Trend verhielt sich in diesem Jahr auch Sandra Weber. Die 38-jährige Selmerin wollte in diesem Ausnahme-Jahr ihren Kindern eine besondere Freude bereiten (siehe Foto oben): „Es war mir dieses Jahr besonders wichtig, den Kindern etwas richtig Schönes zu geben, wo sie doch sowieso schon auf so viel verzichten müssen. Etwas worüber sie sich so richtig freuen können.“ Und die Freude sei tatsächlich riesengroß gewesen.

Unter Corona viel angewöhnt

Während es für ihren inzwischen15-jährigen Sohn und ihre achtjährige Tochter in anderen Jahren immer einen gekauften Kalender mit Schokolade gab, hat sie sich diesmal gemeinsam mit ihrem Mann zweieinhalb Tage pro Advents-Schlitten hingesetzt und die Finger wund gebastelt. „Normalerweise bin ich nicht so kreativ, was das angeht, aber unter Corona-Bedingungen habe ich mir viel angewöhnt“, sagt die zweifache Mutter.

„Sie sind nicht perfekt, aber es steckt ganz viel Liebe drin.“ Gefüllt sind die kleinen Säckchen auch in diesem Jahr vor allem mit Schokolade. An den besonderen Tagen gibt es auch mal etwas Besonderes, wie zum Beispiel einen Radiergummi in Schäfchenform zu Nikolaus für ihre Tochter.

„Ich bin sowieso auch in anderen Jahren nie dafür gewesen, Kalender für 50 Euro zu kaufen“, sagt Sandra Weber. „Das wichtigste ist doch, das sage ich meinen Kindern, zusammen zu sein. In diesem Jahr ganz besonders“

Über die Autorin
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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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