Darum können sich die Nordkirchener Protestanten freuen

Neue Pfarrerin

Die Stelle des evangelischen Pfarrers war seit Monaten vakant. Jetzt gibt es für die evangelischen Gläubigen in Nordkirchen eine Seelsorgelösung.

Nordkirchen

von Peter Werth

, 07.04.2019, 09:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das ist die neue evangelische Pfarrerin Jenny Caiza Andresen mit Sohn Nero Alejandro.

Das ist die neue evangelische Pfarrerin Jenny Caiza Andresen mit Sohn Nero Alejandro. © Peter Werth

Sie ist im Dienst ihrer Kirche schon weit herumgekommen, vor allem im Osten der Republik. Ihre seelsorgerische Arbeit führte Jenny Caiza Andresen in den vergangenen Jahren unter anderem in die evangelischen Gemeinden in Arnsdorf-Fischbach und in Großenhain sowie ins brandenburgische Cottbus. Dort war sie in der Justizvollzugsanstalt Ansprechpartnerin für die männlichen Insassen. „Sicher meine bislang interessanteste Station“, erklärt die 42-Jährige. Aus dem spreewäldischen Werben, wo sie seit 2015 Pfarrerin war, kommt sie nun in die evangelische Kirchengemeinde Lüdinghausen.

Heimkehr nach Westfalen

Es sei auch so etwas wie eine Heimkehr, erzählt Caiza Andresen. Denn aufgewachsen ist sie im Westfälischen, Theologie studiert hat sie zunächst in Bielefeld, später in Bochum, schließlich in Berlin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann, der als Betreuungshelfer für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung arbeitet, und dem einjährigen Sohn Nero Alejandro ist sie gerade dabei den Umzug der Familie zu bewältigen. Immerhin stehen am Freitagmorgen noch zwei große Umzugswagen vor der Haustür in Nordkirchen. Denn dort hat sie künftig ihren Wohnsitz und neben Lüdinghausen auch ihren Tätigkeitsbereich.

Aufgewachsen sei sie in einem katholischen Haushalt, ihr Vater stammt aus Südamerika. Ihr Austritt aus der katholischen Kirche als 18-Jährige sei in ihrem Wohnort Paderborn „ein Skandal gewesen. Ich sollte sogar vom Abitur ausgeschlossen werden“, erzählt sie. Schließlich besuchte sie ein katholisches Gymnasium und hatte zudem Religion als Abiturfach. In der katholischen Kirche habe sie sich damals nicht willkommen gefühlt. „Mädchen als Messdiener waren nicht gewollt“, sagt sie. Und: Ihren schon frühen Wunsch, Pfarrerin zu werden, habe sich ja auch nur in der evangelischen Kirche realisieren lassen. Und so sei sie schließlich mit 19 Jahren Protestantin geworden.

Gutes Seelsorge-Team

Ihr Wunsch, näher an ihre und die Familie ihres Mannes heranzurücken, habe dann auch den Ausschlag gegeben, sich auf die Pfarrstelle in Lüdinghausen zu bewerben. „Außerdem hat mir das Landeskirchenamt die Stelle schmackhaft gemacht“, berichtet Caiza Andresen. Und nach einem anderthalbstündigen Telefonat mit ihrer künftigen Kollegein Silke Niemeyer habe sie auch gewusst, warum. Sie sei überzeugt, dass beide ein gutes Seelsorge-Team bilden werden. Einen ihrer Schwerpunkte in der Gemeindearbeit sieht Caiza Andresen in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen.

Zuständigkeiten aufteilen

Und so wollen sich beide Frauen die Zuständigkeiten in der Gemeinde regional aufteilen. Caiza Andresen betreut neben dem Gemeindeteil Nordkirchen in Lüdinghausen „alles östlich der Ostenstever“, erläutert Niemeyer. Dazu gehören unter anderem die Wohngebiete Paterkamp, Rott, Rott Nord sowie der Höckenkamp. Sie selbst wird sich um den anderen Teil der Steverstadt sowie um Seppenrade kümmern. Offiziell in ihr Amt eingeführt wird Pfarrerin Jenny Caiza Andresen am 14. April (Sonntag) um 15 Uhr im evangelischen Stephanus-Gemeindezentrum in Lüdinghausen.

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