Die Idee von Björn Paulus, Paketbestellungen per App so zu gestalten, dass alles für Kunden vereinfacht wird, kommt in den USA gut an und lieferte wichtige Erkenntnisse.

Nordkirchen

, 24.09.2018, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der 27-jährige Unternehmer hat zehn Tage im Mekka der Gründerszene, im Silicon Valley bei San Francisco, verbracht. Die IHK Düsseldorf und das Land Nordrhein-Westfalen sowie die IHK Dortmund waren an der Organisation der Reise ins Silicon Valley beteiligt. Zwölf Gründungsunternehmen - sogenannte Start-ups - traten die Reise an. Darunter eben Björn Paulus, der mit seiner Parcelbox GmbH und der Logistik-App Pickshare regional bereits einiges an Renommee gewonnen hat, aber jetzt auch den Schritt in den amerikanischen Markt wagen möchte.

Björn Paulus stellte seine Logistik-App-Ideen vor.

Björn Paulus stellte seine Logistik-App-Ideen vor. © Björn Paulus/Parcelbox GmbH

Zwei Ziele

Paulus war mit zwei Zielen über den großen Teich gestartet: den Markteintritt in den USA zu schaffen und Kapitalinvestoren in den USA zu finden. Ersteres ist gelungen: „Das Feedback war sehr gut“, sagt Paulus. Die Organisatoren der Reise hatten die Gespräche mit Investoren insofern vorbereitet, dass er „mit einer Handvoll Investoren“ habe sprechen können und sich nicht erst auf die Suche nach Gesprächspartnern habe begeben müssen. Konkrete Kooperationen habe es zwar nicht als greifbare Ergebnisse gegeben, jedoch seien auch dank NRW.International, dem Außenwirtschaftsportal NRW, Kontakte geknüpft worden.

Und diese Kontakte könnten über kurz oder lang dazu führen, dass Paulus in den USA ein Büro eröffnet.

Langer Weg

Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Zumal das zweite Ziel, Kapitalgeber zu finden, schwer zu erreichen sei, sagt Paulus: „Das 15-Millionen-Euro-Invest haben wir nicht in der Tasche. Amerikanische Investoren geben nur amerikanischen Firmen Geld.“ Da sei der Gedanke, ein Büro in den USA zu errichten, durchaus weiter zu verfolgen.

Persönliche Dienstleistung

Aber wie positioniert sich ein kleines Logistik-Unternehmen wie Parcelbox gegen einen Riesen wie Amazon? „Es ist ja gerade unsere Stärke, dass mit unserer App Pickshare Pakete quasi persönlich direkt in die Wohnungen der Kunden kommen können.“ Dabei könnte Paulus eben diese sehr persönliche Dienstleistung gegenüber Amazon Vorteile im Vertrauen der Kunden bringen.

NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart mit den Gründern aus NRW.

NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart mit den Gründern aus NRW. © Björn Paulus/Parcelbox GmbH

Fuß in NRW in der Tür

Björn Paulus war auch Teil der Delegation von Prof. Dr. Andreas Pinkwart, NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie. Mit seinen Kenntnissen hat Björn Paulus zumindest in NRW den Fuß in der Tür: Das Land NRW baut gerade Digital-Modell-Städte auf. Darum geht es: Die Modellkommunen sollen die systematische Digitalisierung der Bereiche „Öffentliche Verwaltung – eGovernment“ und „Stadtentwicklung“ mit den Sektoren Energie, Gesundheit, Verkehr, Bildung, Handel, Sicherheit, Tourismus und Lebensqualität“ vorantreiben. Dazu zählt von Beginn an die konzeptionell entwickelte branchen- beziehungsweise ressortübergreifende Vernetzung aller wichtigen Akteure. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung komplexer Pilotprojekte unter Einbeziehung aller geeigneter Best Practices und der Forschungspotenziale der Region. Wer wäre da geeigneter, mitzuwirken, als Björn Paulus als einer der jungen Pioniere digitaler Dienstleistungen?

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