Das Ende des blauen Dunstes

NORDKIRCHEN Der blaue Dunst ist seit Jahresbeginn aus allen öffentlichen Räumen in Nordrhein-Westfalen verbannt. Über die Umsetzung des Nichtraucherschutzgesetzes in Nordkirchen sprach Matthias Münch mit Ordnungsamtsleiter Heinz Weidemann.

02.01.2008, 14:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ordnungsamtsleiter Heinz Weidemann zeigt am Eingang des Rathauses das Rauchverbotsschild.

Ordnungsamtsleiter Heinz Weidemann zeigt am Eingang des Rathauses das Rauchverbotsschild.

Herr Weidemann, wie viele Raucher gibt es noch in der Nordkirchener Gemeindeverwaltung?

Weidemann: Rund ein halbes Dutzend.

Wo können die sich jetzt noch eine anstecken?

Weidemann: Sie müssen an die frische Luft gehen. Auf dem Hof des Rathauses steht ein Aschenbecher unter dem überdachten Fahrradschuppen. Dort machen die Raucher ab und zu eine Zigarettenpause. Das ist bei uns übrigens schon seit einigen Monaten so. Denn die öffentlichen Gebäude sind in Nordkirchen schon seit einem knappen Jahr rauchfrei.

Wo gilt das überall?

Weidemann: Außer im Rathaus auch in allen Sporthallen, im Bürgerhaus, im Bauhof und in allen Dienstfahrzeugen der Gemeinde. Und natürlich in den Schulen. Für alle schulischen Veranstaltungen gilt das gesetzliche Rauchverbot auch außerhalb der Schulgebäude.

Gab es Probleme bei der Umsetzung des Rauchverbots?

Weidemann: Eigentlich nicht. Ein bisschen Unmut wurde geäußert, aber der Protest des Mitarbeiter hielt sich in Grenzen.

Und wie sieht es bei Kunden der Verwaltung aus?

Weidemann: Bei uns kommt niemand mehr mit Glimmstengel ins Rathaus. Die Bürger werden durch Hinweisschilder an beiden Eingängen des Rathauses auf das Rauchverbot hingewiesen. Dort stehen auch Aschenbecher.

Ab 1. Juli gilt das Nichtraucherschutzgesetz auch in Gaststätten. Dort darf dann nur noch in untergeordneten abgetrennten Räumen oder in geschlossenen Gesellschaften gequalmt werden. Wie werden Sie das überwachen?

Weidemann: Zunächst einmal ist jeder Wirt selbst für die Einhaltung des Gesetzes verantwortlich. Wir werden keine gezielten Kontrollen vornehmen, sondern nur einschreiten, wenn es konkrete Beschwerden gibt. In diesem Fall wird ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes mit dem Wirt ein Gespräch führen. Nur in hartnäckigen Fällen werden wir ein Bußgeld verhängen, das zwischen fünf und 1000 Euro betragen kann. Doch eigentlich wollen wir die Dinge in Ruhe regeln, wie in anderen Fällen auch, in denen das Ordnungsamt zuständig ist.

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