Michael Bomholt und seine Frau Bärbel haben sich im April gefreut, dass sie ihr Schuh und Sportgeschäft an der Schloßstraße wieder öffnen durften. Jetzt steht der zweite harte Lockdown an. © Marie Rademacher (Archiv)
Coronaregeln

„Das wird schon sehr, sehr einschneidend“: Nordkirchener Kaufleute zum Lockdown

Die Nachricht von einem möglichen harten Lockdown kam am Freitag überraschend - auch für viele Nordkirchener Einzelhändler. Die Stimmung schwankt zwischen Verständnis - und Sorge.

Es waren Kunden im Geschäft, die die Mitarbeiter von Blumen Rehkopp in Nordkirchen von den Neuigkeiten erzählt haben: ein harter Lockdown noch vor Weihnachten, wahrscheinlich schon ab Montag, für alle Geschäfte die Waren anbieten, die nicht zum täglichen Bedarf notwendig sind. „Das ist eine Katastrophe“, sagt Annette Rehkopp auf Anfrage der Redaktion. Die letzten zwei Wochen vor Weihnachten seien für das Blumengeschäft – wie für die meisten Geschäfte – die umsatzstärksten Tage im Jahr.

Entsprechend trifft die am Freitag noch nicht endgültig beschlossene, aber deutlich im Raum stehende Schließung ab Montag die Blumenhändlerin. „Natürlich“, so sagt sie, habe sie angesichts der aktuell immer weiter steigenden Zahlen auch Verständnis für die Entscheidung. Aber ein bisschen mehr Vorlauf hätte sie sich schon gewünscht.

„Wir reden hier ja auch über Existenzen“

So sieht es auch Michael Bomholt vom gleichnamigen Schuh- und Sportartikel-Geschäft. Gerade das Weihnachtsgeschäft sei wichtig für die unternehmergeführten Geschäfte im Ort extrem wichtig – die Waren sind bestellt, sind natürlich auch saisonal. „Wir reden hier ja auch über Existenzen“, sagt Bomholt mit Blick auf die aktuelle Lage des Einzelhandels nach dem Corona-Jahr 2020. Gleichzeitig sei ihm klar, dass der erneute Lockdown in gewisser Weise auch alternativlos sei.“ Die steigenden Infektionszahlen, die vielen Todesfälle: „Man darf sich da nichts vormachen“, so Bomholt im Gespräch mit der Redaktion, die Lage sei ernst.

Markus Pieper, Vorsitzender von Nordkirchen Marketing, sieht das ähnlich. Allgemein sei dieses Jahr für die Händler „sehr anstrengend“ – für Gastronomen wie auch für Einzelhändler. Er hofft, dass zumindest die meisten Händler ihrem im Frühjahr schon ausgebauten Hol- und Bringservice weiter etablieren können.

Konzepte für Hol- und Bringdienste

Darauf setzt auch Annette Rehkopp, die die Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft noch nicht verloren hat. „Ich hoffe, dass wir weiter ausliefern und Ware rausgeben dürfen“, sagt sie. Schon im Lockdown light im November hatten sich die Nordkirchener Händler verschiedene Konzepte überlegt. Wie genau es damit im Dezember weitergeht, bleibt noch ein bisschen abzuwarten: Endgültig beschlossen und in den Einzelheiten verschriftlicht sind die Lockdown-Regeln am Freitag noch nicht.

Auch bei Bomholts gibt es einen Lieferservice – den gab es aber auch vor der Corona-Krise schon. Dennoch werde ein erneuter Lockdown „umsatztechnisch sehr, sehr einschneidend“ sein, sagt Michael Bomholt. Aber: „Wir wollen ja auch alle gesund bleiben.“ Es sei eine ganz schwere Situation. „Und ich habe Respekt vor den Leuten, die diese Entscheidungen jetzt treffen müssen“, so der Nordkirchener.

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Marie Rademacher

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