Die Mahnung der Toten nicht ungehört lassen

Volkstrauertag

SÜDKIRCHEN "Warum gibt es den Volkstrauertag? Warum stehen wir hier in diesem Augenblick?" Diese Fragen stellte sich und allen Teilnehmern Bürgermeister Dietmar Bergmann am Ehrenmal in Südkirchen - und beantwortete sie.

von Von Antje Pflips

, 15.11.2009, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bürgermeister Dietmar Bergmann sprach am Ehrenmal in Südkirchen.

Bürgermeister Dietmar Bergmann sprach am Ehrenmal in Südkirchen.

Dietmar Bergmann erinnerte an die Gründung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge 1919 - kurz nach dem Ende des ersten Weltkriegs. Seine Aufgabe war es, sich um die Soldatenfriedhöfe zu kümmern. Zu den Männern der ersten Stunde gehörten Konrad Adenauer, der Dichter Gerhart Hauptmann oder der Maler Max Liebermann. Bei der Gründung des Volksbundes hieß es: "Vergesst die Toten nicht! Sorgt alle mit, dass die Ehrenstätten der Gefallenen würdig erhalten bleiben!"Nur 20 Jahre Frieden

Die damit verbundenen Aufgaben sprengten alle Vorstellungen. Allein in Nordfrankreich gab es mehr als 3600 Soldatenfriedhöfe. Kurze Zeit später gelang es, den Volkstrauertag in die Reihe der öffentlichen Gedenktage mit aufzunehmen. 1933 trat an die Stelle des Volkstrauertages der von der NS-Ideologie geprägte "Heldengedenktag". Wieder galt es als ehrenvoll, für das Vaterland zu sterben! Die mahnenden Worte wurden überhört. Und so begann 20 Jahre nach dem Ende des Ersten der Zweite Weltkrieg.55 Millionen Tote im 2. Weltkrieg

Am Ende waren weite Teile Europas verwüstet und zerstört. Aber was noch schlimmer war - über 55 Millionen Tote waren zu beklagen. "Erneut war es der im Jahre 1946 wiedergegründete Volksbund, der sich der Opfer annahm und auf segenswerte Weise bis heute annimmt", erinnerte Bergmann.

"Wir müssen uns heute immer wieder vor Augen halten, zu welchen Grausamkeiten die Menschen fähig sind. Wir müssen uns immer wieder erinnern und ins Gedächtnis rufen, wie schrecklich Krieg und Zerstörung sind - welches Leid der Krieg mit sich bringt. Haben die Gräber uns wach gerüttelt? Werden wir die Mahnung der Toten nicht mehr vergessen?"

Der Mensch brauche solche Novembertage des Nachdenkens, damit er auch im Alltag weiß, dass er Aggressionen abbauen, Mitmenschlichkeit üben und Feindschaften verhindern muss. Vertreter der Vereine und der Parteien, der Schützenbruderschaft und die Feuerwehr gaben dem Vormittag den würdigen Rahmen. Bernd Heimann spielte ein Trompetensolo.

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