Selma aus der zweiten Klasse arbeitet mit der digitalen Pinwand Padlet. Seit Dienstag läuft der digitale Unterricht auf Distanz gut. © Nicole Zombik
Distanzunterricht

Distanzunterricht in Nordkirchen läuft nach holperigem Beginn stabil

Nach den Weihnachtsferien hat die Corona-Pandemie die Nordkirchener Schulen in den Distanzunterricht gezwungen. Technische Probleme erschwerten den Start. Wie ist es danach gelaufen?

An der Mauritius-Grundschule, den Grundschulen Südkirchen und Capelle sowie an der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule hat die erste Woche nach den Weihnachtsferien im Distanzunterricht recht turbulent angefangen. Technische Probleme zwangen den IServ-Server in die Knie und erschwerten Schülern und Lehrer das Einloggen in die Videokonferenzen. Die Konferenzen also, die bis zur Wiederöffnung der Schulen für Präsenzunterricht das Mittel zum Lernen und Lehren sein sollen. Im Laufe der Woche ist es aber besser geworden, wie eine Nachfrage bei den Schulen ergeben hat.

Es habe keine großen Probleme mehr mit IServ gegeben, sagt Angela Tonnis, Leiterin der Mauritiusschule. Kleinere Probleme seien innerhalb der Schule behoben worden.

Auch der Grundschulverbund Südkirchen/Capelle hatte ruckelige Anfänge des Distanzunterrichts. „Im Kollegium haben wir in einer Videokonferenz Revue passieren lassen, wie die erste Woche gelaufen ist“, berichtet Leiterin Nicole Zombik. „Sie ist holperig gestartet aufgrund von technischen Schwierigkeiten mit IServ und kleineren organisatorischen Problemen.“ Heißt: „Die technischen Probleme, um die sich die Lehrer kümmern mussten, haben die Betreuung der Kinder, die bei uns waren, etwas beeinflusst. Das hat sich aber im Laufe der Woche gelegt.“

Lehrerin Marion Wenner sichtet und verpackt Lernmaterial für die Kinder des Grundschulverbundes Südkirchen/Capelle.
Lehrerin Marion Wenner sichtet und verpackt Lernmaterial für die Kinder des Grundschulverbundes Südkirchen/Capelle. © Nicole Zombik © Nicole Zombik

Alle Kinder – und das ist eine positive Entwicklung – habe die Schule erreicht. „Da, wo wir das erst nicht geschafft haben, sind Lehrer hingefahren und haben Material in den Briefkasten gesteckt.“ Und um kein Kind zurückzulassen, bekommen auch die Förderkinder Material über Padlet.

Alle leisten extrem guten Einsatz

Hätte Nicole Zombik erwartet, dass es so gut im Distanzunterricht laufen würde? „Ich freue mich, dass es so läuft“, antwortet sie. „Das ist dem geschuldet, dass alle einen extrem tollen Einsatz leisten. Wenn wir uns hier nicht alle so gut unterstützen würden, wäre es nicht so gut angelaufen.“ Alle seien auf einem richtig guten Weg. Auch die Eltern spielen gut mit. Wenn es mal hake, werde per Videokonferenzen oder per E-Mail nachgesteuert.

Ulrich Vomhof ist ein erfahrener Lehrer. Doch was die erste Woche nach den Weihnachtsferien für die Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule gebracht hat, dürfte auch den Schulleiter gestresst haben, oder? „Montag war definitiv Katastrophe“, sagt er auf Anfrage der Redaktion. IServ sei so gut wie gar nicht erreichbar gewesen. „Da haben wir uns im Nachhinein ein bisschen geärgert. Es war ja vom Ministerium frei gestellt worden, wann man mit Distanzunterricht beginnt. Man hätte ja den Montag und Dienstag noch als Organisationstage nutzen können. Wir haben gesagt, dass wir natürlich am Montag anfangen, weil wir ja unser Vorgehen abgestimmt und ausprobiert hatten. Es gebe keinen Grund, die Eltern noch zwei Tage hängen zu lassen. Im Nachhinein gesehen, wäre es schlau gewesen, vielleicht erst am Dienstag anzufangen. Dann hätten wir uns diesen Montag gespart. Im Nachhinein ist man immer klüger.“

Am Montag hätten sich Eltern und Schüler bei der Schule gemeldet, weil sie nicht bei IServ reinkamen und nicht abschätzen konnten, ob es an ihren Rechnern lag. „Seit Dienstag sind wir sehr zufrieden“, sagt Ulrich Vomhof. So klappen zum Beispiel die Videokonferenzen mit dem Geschichtsleistungskurs, den er unterrichte, einwandfrei.

Digitaler Unterricht wie auf dem Präsenzstundenplan

Positive Rückmeldung habe die Gesamtschule von den Eltern für ihr Unterrichtskonzept bekommen. „Wir arbeiten ja stundenplangemäß.“ Heißt: Was im Präsenzunterricht auf dem Stundenplan steht, gilt auch für den Unterricht auf Distanz in digitaler Form. Der gewohnte Rhythmus bleibe erhalten. Es sei auch nachzuvollziehen, wer an den Konferenzen teilnehme und wer gar nicht teilnehme oder sich ausklinke. Bleiben Kinder auf der Strecke, etwa, weil zuhause die Förderung nicht vorhanden ist oder sie allein zuhause sind, weil Eltern berufstätig sind? „Wir bekommen das relativ schnell mit und können handeln.“

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Arndt Brede

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