Franz Lauter, der kulinarische Schlossherr von Nordkirchen, hatte kürzlich die Räume seines Restaurants an die Crew eines Filmprojekts vermietet. Zum dritten Mal gehört er zu den 50 besten Köchen Deutschlands. © Günther Goldstein
Auszeichnung

Dritter Titel für Künstler-Koch Franz Lauter und Zukunftspläne

Franz Lauter hat den Hattrick geschafft - zum dritten Mal hintereinander gehört der 74-Jährige zu den 50 besten Köchen Deutschlands. Für 2022 plant er ein besonderes Ereignis in Nordkirchen.

Die Freude ist groß im Schlossrestaurant Nordkirchen – zum dritten Mal hintereinander gehört Künstler-Koch und Kochkünstler Franz Lauter zu den 50 besten Köchen Deutschlands. Der Schlemmeratlas hat den 74-Jährigen erneut in diese erlesene Riege gewählt.

2019 nahm Franz Lauter zum ersten Mal die Auszeichnung entgegen – in Hamburg. © Goldstein (Archiv) © Goldstein (Archiv)

„Ich bin wirklich stolz darauf. Immerhin gibt es in Deutschland mehrere hundert Sterneköche und auch hunderte Köche, die Punkte im Gault Millau haben.“ Auszeichnungen, die sich der kreative Lauter auch alle im Laufe seines Berufslebens schon erkocht hat. Der kulinarische Hattrick sei „eine Anerkennung für meine solide Arbeit.“ Der Künstler-Koch, der „von Natur aus ein Sportler ist“, sieht es als seltene Auszeichnung: „Dass man es schaffen kann, auch in meinem Alter, darüber freue ich.“

Die Freude über die erneute Auszeichnung mischt sich ein bisschen mit Abschiedsschmerz. Denn Lauter hat eine Entscheidung getroffen: „Im nächsten Jahr steht mein Abschied an. Dann werde ich 75 und bin 40 Jahre in Deutschland selbstständig mit meinen Restaurants gewesen. Ich habe alles erkocht, was man schaffen kann, ich möchte noch ein paar Jahre genießen.“ Die Geschicke des erfolgreichen Schlossrestaurants gibt er in bewährte Hände.

Seine beiden Köche Norbert Parzych und Markus Klapper werden das Restaurant von ihrem langjährigen Chef übernehmen. Beide wurden bei Lauter ausgebildet. Parzüch steht seit 33 Jahren mit Lauter am Herd, Klapper seit 15 Jahren. „Man sollte im richtigen Moment aufhören, ich möchte einfach mit dann 75 Jahren mehr Zeit für meine Frau Hanna haben – und für die Kunst.“ Ein bisschen Angst, als derart kreativer und aktiver Mensch, in ein Loch zu fallen, hat er schon. Aber er bleibt dem Nordkirchener Team auch als Berater erhalten.

Feierstunde im September in Frankfurt

Die Malerei und Bildhauerei sind seit Jahrzehnten kein Hobby, sondern Berufung für Lauter. Kochen und Kunst sind die beiden Meilensteine im Leben von Franz Lauter. Deshalb freut er sich auch, wenn am 20. September die Feierstunde für die besten 50 deutschen Köche in Frankfurt am Main stattfindet.

„2019 haben wir eine phänomenale Party in Hamburg gehabt. 2020 fand die Preisverleihung digital statt und jetzt hoffen wir, dass in Frankfurt wieder gefeiert werden kann.“ An den Main nimmt er sein Team mit. Als Dankeschön und Anerkennung für jahrelange gute Arbeit und Treue zum Haus. „Alle Leute, die bei uns im Service und in der Küche arbeiten, haben Minimum Abitur, manche haben auch studiert, bevor sie in die Gastronomie wechselten.“

Franz Lauter will sich künftig mehr der Malerei und Bildhauerei widmen. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Wenn er im nächsten Jahr die Kochschürze an den Nagel hängt, wird er das feiern. „Mit einer Party, zu der ich Menschen einladen werde, die uns jahrelang begleitet haben.“ Dass seine Mannschaft in seinem Sinne weiterkocht, ist für ihn klar: „Die kochen sensationell gut.“

Prominente Gäste aus Düsseldorf

Die Corona-Krise haben sie zusammen gemeistert. Auch mit finanzieller Hilfe des Landes NRW. Die Landesregierung um Ministerpräsident Armin Laschet wird am 21. August in Nordkirchen Gastgeber eines Sommerkonzerts sein. 500 Gäste werden erwartet – und vom Team um Franz Lauter bekocht.

Kein Problem für den Mann mit dem „offenen“ Strohhut als Markenzeichen, der schon in Tokio, Singapur oder auf Malta für ein internationales Publikum gekocht hat. Wahrscheinlich ist Franz Lauter auch einer der ganz wenigen Köche Deutschlands, der 40 Jahre selbstständig ist. Erst im Schlossrestaurant Schwansbell in Lünen, nun seit vielen Jahren im größeren Schlossrestaurant Nordkirchen. Viele, auch der hochdekorierten Sterne-Köche, sind angestellt, oft in Hotelrestaurants.

Nun freut sich Lauter auf die kommenden Monate, aber auch auf einen kreativen Ruhestand mit viel Zeit für Kunst und seine Frau.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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