Erhard Huppert bei tragischem Rad-Unfall getötet

Langjährige Vorsitzender des Heimatvereins

Der langjährige Vorsitzende des Nordkirchener Heimatvereins Erhard Huppert ist tot. Er starb am Sonntag bei einem tragischen Verkehrsunfall in Nordkirchen. Der 77-Jährige wurde von einem Motorradfahrer erfasst, als er mit seinem Fahrrad eine Straße überqueren wollte. Wir blicken auf Hupperts Leben zurück.

NORDKIRCHEN

, 04.08.2015, 05:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erhard Huppert ist bei einem tragischen Unfall gestorben. Vielen war er als langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins bekannt.

Erhard Huppert ist bei einem tragischen Unfall gestorben. Vielen war er als langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins bekannt.

Erhard Huppert ist am Sonntagmittag beim Überqueren der Münsterstraße von einem 30-jährigen Motorradfahrer aus Nordkirchen erfasst und in den Graben geschleudert worden. Der Motorradfahrer erlitt einen schweren Schock und einen Armbruch. 

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Viele Nordkirchener und auswärtige Gäste haben Erhard Huppert in den vergangenen Jahren bei Festen in der Schlossgemeinde auch als Kiepenkerl kennengelernt. Gemeinsam mit seiner Möhn Gisela Büscher begrüßte er die Gäste bei den Mai- und Oktoberfesten. Auch dem Autor dieser Zeilen bot er immer einen kleinen Schnaps an und plauderte gern mit ihm über die Ereignisse in der Schlossgemeinde.

Das Herz des Capellers schlug besonders für den Heimatverein. Von 1998 bis 2009 war er Vorsitzender, von 1996 bis 1998 stellvertretender Vorsitzender. Großen Anteil hatte der 77-Jährige am Erwerb und der vollständigen Sanierung des jetzigen Heimathauses in Capelle. Oft wurde er Mister Heimathaus genannt. Während der Umbauphase verbrachte er täglich mehrere Stunden auf der Baustelle.

Für den Erhalt der plattdeutschen Sprache eingesetzt

Erhard Huppert engagierte sich für die Laienspieleschar, organisierte manche Klönabende im Heimathaus. Ein großes Anliegen des 77-Jährigen war der Erhalt der Plattdeutschen Sprache. Er organisierte Vorlesewettbewerbe an den Grundschulen, damit auch die jungen Bürger diese Mundart kennenlernen und sie nicht in Vergessenheit gerät.

Eigentlich sollte Erhard Huppert bei seinem Abtritt als Vorsitzender des Heimatvereins im Jahre 2009 zum Ehrenmitglied ernannt werden. Doch erfuhr er vorzeitig von dem Vorhaben und lehnte die Ernennung ab. Diese Entscheidung spricht für seine Bescheidenheit.

Fröhlichkeit und Ausgeglichenheit als Markenzeichen

Sehr betroffen zeigte sich Hubert Kersting, Nachfolger des Verstorbenen im Amt des Heimatvereinsvorsitzenden, von dessen plötzlichem Tod. „Ich schätze Erhard Huppert als Mensch sehr. Mit seiner Fröhlichkeit und Ausgeglichenheit kam er bei allen Menschen immer gut an“, so der Vorsitzende. Von seiner langjährigen Arbeit als Vorsitzender habe er viel profitieren können. „Erhard Huppert stand dem Heimatverein immer mit Rat und Tat zur Seite“, so der Vorsitzende.

Tief betroffen über den Tod ist Bürgermeister Dietmar Bergmann. „Erhard Huppert hat sich über viele Jahre ehrenamtlich und aktiv für die Gemeinde Nordkirchen eingesetzt. Er zeigte sich über sein enormes Wirken für den Heimatverein hinaus interessiert an allem, was im Dorf geschah und half, wo es nötig war“, so der Bürgermeister.

Bürgermeister spricht Mitgefühl aus

Besonders die Entwicklung und Entstehung des Heimathauses in Capelle sei ihm ein großes Anliegen gewesen. Bergmann: „Unvergessen bleibt er uns im Gedächtnis in seiner Funktion als Kiepenkerl. Seiner Frau und seiner Familie spreche ich im Namen der Gemeinde Nordkirchen mein allertiefstes Mitgefühl aus.“

Erhard Huppert war auch Mitglied des Bürgerschützenvereins Capelle. Er zählte unter anderem zu den Gründern der Königsgarde.

Ort ist kein Unfallschwerpunkt

Bei dem Ort, an dem Huppert auf so tragische Weise ums Leben kam, handelt es sich um keinen Unfallschwerpunkt, wie die Pressestelle der Polizei auf Anfrage mitteilte. Der letzte Unfall dort war im Januar 2013. Damals war eine Fußgängerin von einem PKW erfasst und lebensgefährlich verletzt worden.

„Wir werden Vertreter der Polizei, des Kreises und und des Landesbetrieb Straßenbau zu einem Gespräch einladen“, so Bürgermeister Dietmar Bergmann. Man wolle überlegen, wie die Sicherheit in diesem Bereich für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden kann. 

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