Erst Corona-Profiteur, jetzt Absatz-Probleme beim Viehhandel Venneker

mlzViehhandel Venneker

Der Viehhandel läuft auch während der Corona-Krise weiter. Beim Unternehmen Venneker in Nordkirchen lief zunächst alles sehr gut, aktuell hat die Firma aber mit Absatz-Problemen zu kämpfen.

Nordkirchen

, 11.05.2020, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise ist in nahezu allen Branchen zu spüren. Während etwa die Gastronomie ihre Betriebe bis auf Weiteres komplett einstellen musste, so durften doch einige andere Branchen weiterarbeiten. Das Stichwort lautet: Systemrelevanz.

Zu den systemrelevanten Unternehmen gehört auch der Viehhandel Venneker in Nordkirchen. Mit etwa 160 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber der Schlossgemeinde. Doch auch bei Venneker hat sich die Corona-Krise bemerkbar gemacht, wenn auch nicht sofort, wie Vertriebs-Mitarbeiter Nils Venneker im Gespräch mit dieser Redaktion verrät.

Schlachthöfe wollen nicht mehr schlachten

„Anfangs“, sagt er, „haben wir einen positiven Effekt gespürt, weil alle Leute Fleisch gekauft haben.“ Dieser positive Effekt sei nun abgeebbt. Seit zwei, drei Wochen spüre das Unternehmen Probleme im Absatz, wie Venneker sagt: „Auf einigen Schlachthöfen gibt es Corona-Fälle. Aber auch abgesehen davon, sagen viele: ‚Wir wollen nicht mehr schlachten.‘“

Das liege daran, dass Restaurants derzeit noch geschlossen haben und seit einigen Wochen keine Großveranstaltungen mehr stattfinden dürfen. „Die Leute kaufen inzwischen viel mehr haltbare Produkte wie Nudeln oder Reis, statt schneller verderbliche“, sagt Venneker.

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Deshalb habe der Viehhandel Venneker nun zu viel Fleisch im Einkauf: „So viel können wir gar nicht verkaufen. Wir haben zusätzlich dazu auch einen Riesen-Preissturz erlebt.“ Das Fleisch sei aktuell sehr günstig geworden, wie Venneker sagt. Die Preise für Lebendfleisch seien etwa um 40 Cent pro Kilogramm gesunken - auf nun 1,60 Euro.

Kurzarbeit für rund 20 Mitarbeiter

Für die rund 20 Mitarbeiter im Vertrieb habe laut Venneker das Unternehmen auch Kurzarbeit anmelden müssen. „Da wir zurzeit keine Außentermine im Vertrieb wahrnehmen können, sind derzeit einige Mitarbeiter in Kurzarbeit, erklärt Venneker.

Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören, oder zu Hause ihre Kinder betreuen müssen, arbeiten im Homeoffice. „Für das Arbeiten von zu Hause aus, haben wir vor einigen Wochen direkt mehrere Laptops bestellt“, so Venneker. Das Arbeiten im Homeoffice funktioniere derweil einwandfrei.

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Die Arbeit im Unternehmen Venneker habe sich verändert. „Die Lkw-Fahrer sind allesamt mit Mundschutz-Masken ausgestattet. Sobald sie aussteigen, müssen sie die Masken aufsetzen. Zudem haben wir an unseren Eingängen Desinfektionsmittel-Spender aufgestellt“, sagt Venneker.

Wasserstoff-betriebene Lkw in der Warteschleife

Was die Pläne eines Umstiegs der Lkw-Flotte von Venneker von Diesel- auf Wasserstoff-Betrieb angeht, ist das Unternehmen wegen der Corona-Krise in Verzug geraten. Mittelfristig sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre bis zu 40 Prozent der etwa 100 Lkw Wasserstoff-betrieben sein.

Etwa 40 Prozent der rund 100 Venneker-Lkw sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre wasserstoff-betrieben fahren.

Etwa 40 Prozent der rund 100 Venneker-Lkw sollen innerhalb der nächsten fünf Jahre wasserstoff-betrieben fahren. © Karim Laouari

„Wir hatten vor, zunächst einen oder zwei Lkw testweise mit Wasserstoff fahren zu lassen. Diese Pläne sind derzeit allerdings in der Schwebe. Es kann auch noch einige Zeit dauern, bis wir die ersten Wasserstoff-betriebenen Lkw einsetzen können, da wir die Anlage, die den Wasserstoff produziert, noch nicht in Planung haben“, so Venneker.

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Trotzdem will das Unternehmen das Thema erneuerbare Energien nicht aus den Augen verlieren, sagt Venneker: „Wir werden uns weiter nach erneuerbaren Energien umgucken und die beste Lösung suchen.“ In der Hinsicht, so Venneker, wolle das Unternehmen „in Zukunft viel machen“.

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