Erster Coronafall an der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule Nordkirchen

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Die Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule Nordkirchen hat ihren ersten Coronafall. Ein Schüler ist positiv getestet worden. Muss jetzt die ganze Jahrgangsstufe in Quarantäne?

Nordkirchen

, 04.11.2020, 13:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nordkirchener Gesamtschule mit ihren rund 950 Schülern hat seit Dienstag, 3. November, ihren ersten Infektionsfall. Ein Schüler der Jahrgangsstufe 9 wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das teilt die Schule mit.

Das Gesundheitsamt habe nach Überprüfung des Hygienekonzeptes der Gesamtschule entschieden, dass sich lediglich zwei weitere Schüler in häusliche Quarantäne begeben müssen, erklärt Schulleiter Ulrich Vomhof. „Ausschlaggebend für die Entscheidung des Gesundheitsamtes ist die Frage, wer länger als 15 Minuten direkten Kontakt zur infizierten Person hatte“, sagt Ulrich Vomhof auf Anfrage der Redaktion. Das seien in der Regel lediglich die unmittelbaren Sitznachbarn.

Täglich aktuelle Sitzpläne

„Dank der Tatsache, dass meine Kolleginnen und Kollegen die Dokumentation der Sitzplätze vorbildlich vorgenommen haben, ist die Zahl der in Quarantäne geschickten Schüler sehr überschaubar.“ Die Lehrer halten laut Schulleiter täglich akribisch nach, wer wo in welcher Klasse sitzt. „Das geht sogar so weit, dass sie, falls sie doch mal auf Gruppenarbeit umstellen, aktuell ein Foto machen, damit man nachvollziehen kann, wer wann wo gesessen hat.“

Wie die Maßnahmenkette im konkreten Fall ausgesehen hat, schildert Ulrich Vomhof im Gespräch mit der Redaktion so: „Die Eltern des Jungen haben am Montagabend die Klassenleitung über den positiven Test ihres Sohnes informiert. Noch vor Schulbeginn am Dienstag hatte ich die entsprechenden Informationen.“

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Dann gelte die Regelung, dass die Schule zunächst mal das Gesundheitsamtes des Kreises Coesfeld zu informieren habe. „Ich habe versucht, in Coesfeld jemanden zu erreichen“, sagt Vomhof. „Man landet zunächst mal bei einem Corona-Bürgertelefon. Die nehmen dann den Fall auf und sagen, es melde sich wieder jemand aus dem Bereich Infektionsverfolgung. Wenig später kam der Anruf.“ Die Mitarbeiterin habe gebeten, die entsprechenden Sitzpläne der vergangenen zwei Tage zu bekommen. „Die konnte ich ihr umgehend zur Verfügung stellen“, erzählt Vomhof. Zwei Schüler, die unmittelbar neben dem positiv getesteten Schüler gesessen hatten, habe er dann dem Gesundheitsamt genannt. „Ich habe dem Gesundheitsamt die Kontaktdaten der Eltern durchgegeben und das Gesundheitsamt hat dann die Eltern informiert und die häusliche Quarantäne für die beiden angeordnet.“

Umfangreiche Hygienemaßnahmen

In einem Schreiben an die Eltern hatte die Schulleitung auf die veränderten Anforderungen zum Schutz vor Coronainfektionen nach den Herbstferien hingewiesen: „Wesentliche Veränderung zur Zeit vor den Herbstferien ist die Wiedereinführung der Maskenpflicht auch im Unterricht und am Sitzplatz. Dies gilt zunächst bis zu den Weihnachtsferien. Das heißt konkret, dass Ihr Kind nach Betreten des Schulgeländes in allen Situationen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen muss. Dies gilt auch für die Fahrt im Schulbus.“ Weiter heißt es: „Der zweite Pfeiler des Hygienekonzeptes ist das regelmäßige Lüften der Klassenräume. Alle 20 Minuten sollen sämtliche Fenster für die Dauer von drei bis fünf Minuten geöffnet werden; auch während der Pausen müssen die Fenster durchgehend geöffnet bleiben.“

Nun also der erste Infektionsfall an der Nordkirchener Gesamtschule. „In einem solchen Fall kommt es wieder zum Distanzlernen“, so Vomhof. Distanzlernen erfolge über IServ und stundenplangemäß.“ Heißt: Der Schüler beziehungsweise die Schülerin wird also auch in häuslicher Quarantäne um 7.45 Uhr am Schreibtisch sitzen und seine beziehungsweise ihre Aufgaben erledigen, die jeweiligen Lehrer und Lehrerinnen seien über das Messenger-Modul von IServ während der Unterrichtsstunde erreichbar.

Die drei Schüler nehmen in der Quarantäne derzeit quasi auf Distanz am Unterricht teil. Der positiv getestete Schüler also auch. „Das geht, weil er keine Symptome beziehungsweise bestenfalls leichte Erkältungssymptome hat“, wie Ulrich Vomhof sagt.

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