Der neue Mietspiegel für den Kreis Coesfeld lieg vor. © Grafik Klose
Mietspiegel

Es wird viel gebaut, doch Mieten steigen in Nordkirchen deutlich

Wer in Nordkirchen oder Olfen zur Miete wohnt, muss immer tiefer in die Tasche greifen. Ganz frische Zahlen belegen, dass der Anstieg deutlich über der Inflationsrate liegt.

10.800 Fragebögen hat die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Coesfeld verschickt, von denen jeder dritte Bogen beantwortet wurde. Insgesamt konnten somit 3.279 Mietinformationen zusammengetragen werden. „Wir sind mit der Rücklaufquote sehr zufrieden“, erklärt Jörg Böcker, Geschäftsführer der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses.

Nach der Auswertung steht fest, dass die Mieten im Kreis Coesfeld zwischen fünf und acht Prozent gestiegen sind. Für die einzelnen Städte und Gemeinden hat das ganz unterschiedliche Folgen. Bei einer Wohnung mit rund 80 Quadratmetern und einem Baujahr zwischen 2010-2019 beträgt die durchschnittliche Miete in Havixbeck, Nottuln und Senden rund 7,70 Euro je Quadratmeter, in Coesfeld und Ascheberg rund 7,20 Euro sowie in Rosendahl 6 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Lage und Größe der Wohnung spielt wichtige Rolle

Für maximal zehn Jahre alte Wohnungen in Nordkirchen zwischen 35 und 79 Quadratmetern sind im Mittelwert 7,15 Euro fällig. Dabei kann der Quadratmeterpreis auf bis zu 7,60 Euro steigen. Etwas günstiger sind in der Schlossgemeinde wie auch in anderen Kommunen des Kreises Coesfeld größere Wohnungen (zwischen 80 und 120 Quadratmeter). Hier wird im Mittel eine Summe von 6,75 Euro aufgerufen. Der obere Wert liegt bei 7,20 Euro, der untere bei 6,35 Euro.

Auch die Wohnwertmerkmale wie Größe, Lage, Ausstattung und Beschaffenheit der Wohnung wurden im Rahmen dieser Auswertung untersucht. So gelten die Tabellenwerte für Wohnungen in Zwei- und Mehrfamilienhäusern, in Wohn- und Geschäftshäusern sowie in Einliegerwohnungen. Freistehende Einfamilienhäuser begründen zum Beispiel einen Zuschlag von zehn Prozent, gehobene Ausstattungen von 11 Prozent.

Neuer Mietspiegel ist ab 1. Dezember gültig

„Bei einer einfachen Ausstattung sind sechs Prozent abzuziehen. Wohnungen, die in den letzten Jahren überwiegend modernisiert wurden, erhalten einen Zuschlag auf den Mietwert von vier Prozent. Gute Lagen werden mit einem Zuschlag von zwei Prozent berücksichtigt, eher mäßige Lagen werden mit einem Abschlag von sieben Prozent versehen. Auch unterschiedliche Ortslagen finden Berücksichtigung“, erklärt der Gutachterausschuss.

In Kraft tritt der neue Mietspiegel zum 1. Dezember 2020. Neben den Kommunen stimmten auch die Interessenvertreter der Mieter- und Vermieterverbände den Mietspiegeln zu. Für die Stadt Coesfeld sowie die Gemeinden Ascheberg, Havixbeck, Nottuln, Nordkirchen, Rosendahl und Senden erfolgte eine Neuaufstellung der Mietspiegel. Die Mietspiegel haben eine Gültigkeit von 2 Jahren. Die Mietspiegel für die Städte Billerbeck, Dülmen, Lüdinghausen und Olfen wurden mittels Verbraucherpreisindex um +1,6 Prozent fortgeschrieben.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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