So sollen die Aufenthaltskabinen der Mobilstationen aussehen. Die Flachdächer sind begrünt. © Gemeinde Nordkirchen/Grafik: Mab
Mobilstationen in Nordkirchen

„Experimente sind schwierig“: Tarif-Suche für Mobilstationen kompliziert

Noch im Sommer sollen die Mobilstationen in der Gemeinde Nordkirchen an den Start gehen. Während das Design und die zugehörige App bereits sicher sind, bereitet ein Aspekt Kopfzerbrechen.

Sie sollen das Verkehrsangebot in Nordkirchen entscheidend verbessern und nicht nur eine, sondern verschiedene Alternativen zum Auto liefern. Noch im Laufe dieses Sommers will die Gemeinde Nordkirchen ihre vier Mobilstationen aufbauen und in Betrieb nehmen. Bei einem Besuch des heimischen Landtagsabgeordneten Dietmar Panske (CDU) bekräftigten Bürgermeister Dietmar Bergmann und der Nordkirchener Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann noch einmal das Ziel, die Mobilstationen bald an den Start zu bringen.

Wann genau ist damit zu rechnen? „Voraussichtlich im Laufe des Julis sollen die Mobilstationen dann aufgestellt werden“, kündigte Lachmann beim Besuch des CDU-Landtagsabgeordneten an. Bis dahin gibt es für die Gemeinde aber noch eine Menge zu tun, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann auf Anfrage dieser Redaktion deutlich macht. Vor allem das starre Tarif-Korsett für den Öffentlichen Personennahverkehr erschwere die Arbeit an einem zugänglichen und einfachen Preiskonzept für das Angebot der Mobilstationen, erklärt Bergmann.

„Wir sind in den unterschiedlichen Tarifen verhaftet“, sagt der Bürgermeister. Aus dem bestehenden Tarifgerüst herauszutreten herauszutreten ist schwierig. Es ist aus Sicht der Gemeinde aber nötig, um Angebote, wie den Bürgerbus, aber auch Regionalbusverbindungen gemeinsam mit Leih-Fahrrädern, E-Scootern und so weiter preislich unter einen Hut zu bekommen. Eine Art Flatrate für die Nutzung der Mobilstationen hatte die Gemeinde Nordkirchen bereits als favorisierte Lösung benannt.

Allerdings sind dafür viele Gespräche mit vielen unterschiedlichen Entscheidungsstellen, wie dem Kreis Coesfeld und dem Verkehrsbetrieb Regionalverkehr Münsterland (RVM) nötig. Auch der Bürgerbusverein sei an den Gesprächen für die Mobilstationen beteiligt, so Bergmann.

Mobilstationen sollen alltagstauglich sein und genutzt werden

„Experimente sind schwierig“, macht der Bürgermeister deutlich. Und ein solches sind die Mobilstationen mit ihrer neuartigen Herangehensweise an den öffentlichen Personennahverkehr. Wichtig ist der Gemeinde, dass die Mobilstationen tatsächlich genutzt werden. Dafür muss das Angebot auch bezahlbar sein. Ein Einzelticket im Westfalentarif für eine einfache Fahrt vom Rathaus Nordkirchen zum Bahnhof Capelle für 3,40 Euro sei dafür einfach zu teuer, erklärt Dietmar Bergmann. „Für den Preis fährt keiner“, macht er deutlich.

Das so wichtige Tarif-Thema zu lösen gehe nur gemeinsam mit der RVM und dem Kreis Coesfeld, weiß Bergmann. Ziel sei „ein flexiblerer Tarif auf monatlicher Basis“.

Am Zeitplan für die Mobilstationen hält die Gemeinde aber fest. Der Auftrag für den Bau der vier Mobilstationen – eine in jedem Ortsteil plus eine am Bahnhof Capelle – ist vergeben. Die App, mit der Bürger Zugriff auf das Angebot haben, liege als Prototyp vor, so der Wirtschaftsförderer.

Über den Autor
Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari
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