Über ein Seitenfenster erfolgt bei der Bärenapotheke die Maskenausgabe. © Laura Höcke
Coronavirus

FFP2-Masken in Nordkirchen: Bärenapotheke gibt Masken über Extra-Schalter aus

Zum besseren Schutz vor dem Coronavirus gibt es für ältere Menschen und Risikopatienten kostenlose FFP2-Masken. Auf den großen Ansturm reagiert die Bären-Apotheke mit einem Sonderschalter.

Wer an der Bären-Apotheke in Nordkirchen vorbeigeht, dem begegnet seit Dienstag immer wieder dieses Bild: Lange Schlangen von Menschen, die sich ihre kostenlosen FFP2-Masken abholen möchten. Wer über 60 Jahre alt ist, oder chronisch krank, der kann drei dieser Masken kostenlos bekommen. Einen entsprechenden Entwurf hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch, 9. Dezember, vorgestellt. Die Bundesregierung finanziert diese Schutzmaßnahmen mit knapp 2,5 Milliarden Euro.

„Uns wurden die Masken förmlich aus der Hand gerissen“, berichtet Laura Höcke, die Leiterin der Bären-Apotheke. Bereits seit dem Donnerstag, nachdem Jens Spahn erklärte, dass es ab Dienstag in den Apotheken FFP2-Masken geben würde, hätten die Telefone nicht mehr stillgestanden. Viele hätten es so verstanden, als gäbe es die Masken bereits ab sofort, berichtet Laura Höcke. „Da mussten wir ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten.“

Apotheken erfahren selbst durch Medienberichte von der Ausgabe

Die Ankündigung von Jens Spahn kam aber auch so schon recht knapp für die Apotheken. Auch sie habe erst durch Medien-Berichte davon erfahren, dass es die kostenlosen Masken ab dem Dienstag geben solle, sagt Laura Höcke, „das war schon eine verrückte Situation.“ Hinzu kam, dass Spahns Ankündigung am Mittwoch erst ein Entwurf war, Details konnten sich also noch ändern. Sie und ihr Team hätten sich dann daran gemacht, zu recherchieren, welche Masken schnell geliefert werden könnten und das zu einer guten Qualität, berichtet Laura Höcke.

Der Markt für solche Schutzmasken, sei nämlich extrem unübersichtlich, erzählt die Apotheken-Inhaberin. Eigentlich würden die Masken vom Großhandel bezogen. Doch auch beim Großhandel sei die Situation angespannt, so dass die Apotheke eigene Lieferanten finden musste.

12.000 Masken am Montag geliefert

„Mit mehr Vorlaufzeit wäre das alles entspannter gewesen“, sagt Höcke. Aber glücklicherweise hätte alles geklappt. In Lünen berichtete zum Beispiel eine Apotheke von schnell vergriffenen Masken – und wüsten Beschimpfungen, die die Mitarbeitenden daraufhin erleiden müssen. Die Bären-Apotheke hatte aber am Montag ihre Lieferung mit 12.000 Masken bekommen. „Es war auch viel Glück dabei“, sagt Laura Höcke. Gleichzeitig hätte sich aber auch die intensive Recherche bezahlt gemacht.

Da der Dezember ohnehin ein trubeliger Monat sei, hat die Bären-Apotheke sich dazu entschieden, die Masken-Ausgabe über eine Seitentür zu regeln. „Erstens, um das Infektionsrisiko zu minimieren und zweitens, um den Betrieb aufrechtzuerhalten“, erklärt Laura Höcke. Es sei für die Mitarbeitenden in der Apotheke schließlich auch angenehmer, wenn nicht noch zig weitere Kunden in der Schlange ständen. Auch von den Kundinnen und Kunden gebe es ein positives Feedback. Eine ähnliche Strategie gibt es übrigens auch bei der Bären-Apotheke in Selm: Dort werden die Masken aus einem Glühweinstand ausgegeben.

Die Ausgabe über die Seitentür soll es noch so lange geben, wie die Nachfrage vorhanden ist, erklärt Laura Höcke. Eine auch weiterhin hohe Nachfrage befriedigen, das kann die Apotheke nach eigenen Angaben jedenfalls. Die 12.000 gelieferten Masken müssten auch für den Januar reichen, schätzt Laura Höcke und weitere Bestellungen seien bereits unterwegs. Die Apotheke geht daher davon aus, dass mindestens bis März genug Masken da sein sollten.

Einen großen Vorteil hat die Apotheke übrigens, wenn es um die Kontrolle geht. Schließlich muss sichergestellt werden, dass nur berechtigte Menschen, die Masken erhalten. „Fast alle Leute, die kommen, kennen wir“, sagt Laura Höcke. Das macht die Ausgabe natürlich leichter. Dass jemand weggeschickt werden musste, der nicht berechtigt war, sei übrigens ihres Wissens noch nicht vorgekommen.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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