FHF erweitert sich - aber außerhalb von Nordkirchen

Dependancen geplant

Die Entscheidung von NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans von Donnerstag ist in Nordkirchen eingeschlagen wie eine Bombe: Die Fachhochschule für Finanzen (FHF) bekommt im Sommer 2017 zwei Dependancen, in Herford und in Hamminkeln. Welche Konsequenzen hat das für die Schlossgemeinde?

NORDKIRCHEN

, 16.12.2016, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fachhochschulstudenten und das Schloss Nordkirchen bilden eine für Nordkirchen wichtige Einheit.

Fachhochschulstudenten und das Schloss Nordkirchen bilden eine für Nordkirchen wichtige Einheit.

„Ich muss die Nachricht leider bestätigen“, sagte auf unsere Anfrage Josef Klaas als Vertreter des Bürgermeisters zur Neuigkeit der FHF-Erweiterung. Vor drei Monaten habe die Gemeinde erfahren, dass das Land ein Suchverfahren gestartet habe. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Gemeindeverwaltung Gedanken über neue Räume für die Fachhochschule neben dem geplanten Hotel gemacht. Allerdings sei eine Umsetzung bis zu dem vom Land gesetzten Termin (Sommer 2017) nicht möglich gewesen.

Neue Dependancen bieten Platz für und 270 Studenten

Damit kommen jetzt andere Städte zum Zuge. Auf unsere Anfrage sagt FHF-Verwaltungsleiter Wilhelm Schulte die Details. „Wir haben bereits vor einigen Jahren Räume in der katholischen Bildungseinrichtung Klausenhof in Hamminkeln gemietet. Und die hat auch ab Sommer 2017 Kapazitäten frei“, sagt Schulte. Die rund 100 Studierenden sollen in vier Lehrsälen unterrichtet werden. Noch größer – voraussichtlich 160 Studierende – wird ab Sommer die FHF-Dependance in Herford. Nachdem die britischen Streitkräfte die dortige Wentworth-Kaserne geräumt hatten, wurde eine Folgenutzung gesucht.

Nach der grundsätzlichen Entscheidung des Landes NRW für den Standort müssen in Herford noch wichtige Punkte geklärt werden. Nach Informationen dieser Zeitung geht es in der nächsten Woche um vertragliche Details zwischen der Stadt und der Finanzverwaltung. Auch die Aufsichtsräte der Stadtentwicklungsgesellschaft Herford (SEH) und die Stadt-Holding (HVV) sind in die Ansiedlung der Fachhochschule eingebunden.

Standort Nordkirchen soll voll ausgelastet bleiben

Beide neuen Nebenstellen der FHF sollen nach Aussage von Wilhelm Schulte keine Auswirkungen auf die Auslastung des Standorts Nordkirchen haben. „Er bleibt voll ausgelastet ¨– inclusive der beiden Container-Wohnanlagen“, sagt Schulte. Zugleich kündigte er an, dass voraussichtlich im Mai 2017 mit dem Bau der neuen Mensa begonnen wird.

Ein Jahr später sollen die Arbeiten für ein neues Wohnheim im Sundern beginnen. „Wenn es 2019 fertig ist, werden die beide Containerstandorte aufgelöst.“ Als „Kaffeesatzleserei“ bezeichnete Schulte aktuell eine Diskussion über neue Gebäude für die Fachhochschule außerhalb des Schlossgeländes.

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„Alles ist möglich.“ Aktuell geht der Verwaltungsleiter aber davon aus, dass die Fachhochschule für „einige Jahre“ die beiden Dependancen in Hamminkeln und Herford nutzen wird. Wenn die Zahl der Einstellungen wieder zurück geht, werde sich die FHF auf den Standort Nordkirchen konzentrieren. Ein weiterer Neubau in der Schlossgemeinde ist aus Sicht von Wilhelm Schultes allerdings eher unwahrscheinlich. „Unser oberstes Ziel bleibt, dass die Fachhochschule komplett in der Gemeinde bleibt“, sagt Josef Klaas.

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