Gemeinde Nordkirchen sucht „Dorfhelden“ für ehrenamtliches Engagement

mlzEhrenamtliches Engagement

Mit bunten Plakaten und Postkarten wirbt die Gemeinde Nordkirchen für ehrenamtliches Engagement. Wir erklären, was genau dahinter steckt und wie man sich engagieren kann.

Nordkirchen

, 07.02.2019, 15:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie haben unterschiedliche Alter, Geschlechter und kulturelle Hintergründe. Doch sie alle haben eine besondere Fähigkeit. Deshalb sind sie auch eine gesuchte Spezies: Dorfhelden. Mit bunten Postkarten und Plakaten wirbt die Gemeinde Nordkirchen aktuell um Ehrenamtliche. Was genau dahinter steckt, klären wir in Fragen und Antworten.

? Wer steckt hinter der Karten-Aktion? Das Konzept dazu kam vom Quartiersmanagement MiNo (Miteinander in Nordkirchen). Die bunten Zeichnungen hat der Nordkirchener Künstler Thomas Reichmann beigesteuert. Mit den Karten, die bald an alle Nordkirchener Haushalte gehen sollen und an bekannten Stellen, wie Sparkassen und Volksbanken ausliegen werden, möchte die Gemeinde für mehr ehrenamtliches Arrangement werben. „Ich erlebe regelmäßig bei Bürgersprechstunden, dass Menschen, die gerade erst hierher gezogen sind, wissen möchten, wo sie sich engagieren können“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann.

? In den Karten steht: „EmMa verbindet Menschen, die ehrenamtlich tätig werden wollen, mit Menschen, die diese Hilfe suchen.“ Was heißt denn EmMa? EmMa ist die Abkürzung für „MiNo-Engagement-Mappe. Diese Mappe befindet sich im Familienbüro im Rathaus an der Bohlenstraße. Darin sind Gesuche und Angebote für ehrenamtliches Engagement gesammelt.

? Gab es so eine Mappe nicht schon vorher? Ja. Die Aktion „Dorfhelden gesucht“ sei aber eine Ergänzung, wie Bastian Rinke vom Quartiersmanagement sagt. „Es geht darum, die Aktion bekannter zu machen und einen größeren Personenkreis anzusprechen“, so Rinke. Bisher enthalte die Mappe auch vor allen Dingen Gesuche, aber weniger Angebote. Das wolle man durch die Werbung für das Angebot ändern.

? Ist die Mappe auch Online einsehbar? Nein. „Wir haben darüber nachgedacht“, sagt Bastian Rinke. Das sei aber auf Grund der neuen Datenschutzgrundverordnung schwierig. Rinke glaubt aber: „Die Menschen, die sich engagieren möchten, machen sich aber auf den Weg ins Rathaus.“ Dort können Interessenten dann einen Formular-Vordruck für ihr Gesuch oder ihr Angebot ausfüllen. Dieses wird dann in die Mappe aufgenommen. Allerdings gebe es auch die Möglichkeit, die Mappe auszuleihen und sie zum Beispiel bei einem Vereinsfest oder einer anderen Veranstaltung auszulegen, ergänzt Sofie Eichner von Mino. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten mit den Vereinen durchgesprochen und das ist wirklich eine Lösung von Nordkirchenern für Nordkirchener“, so Eichner. „Das ist nun auch ein Test, ob das gut angenommen wird.

? Im vergangenen Jahr gab es die Ehrenamtsbörse „Markt der Möglichkeiten“, um Angebote und Gesuche zusammenzubringen. Soll es so einen Markt auch in diesem Jahr geben? Das ist noch nicht klar. „Wir werden darüber nachdenken, ob es den Markt der Möglichkeiten weitergibt. Und wenn ja, in welcher Form“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann dazu. Im vergangenen Jahr war der Markt in die Veranstaltung „Nordkirchen singt“ eingebettet, ebenfalls eine Aktion, die das Quartiersmanagement Mino angestoßen hatte. Dass es für Nordkirchen singt eine Fortsetzung gibt, steht schon fest. Heimatverein, MGV Harmonie und die DLRG organisieren die Veranstaltung, sie findet am 11. Mai statt. Bürgermeister Bergmann freut das. „Die Idee von Mino ist Neues anzustoßen und dafür zu sorgen, dass es von alleine läuft.“ Das offene Singen ist ein Beispiel dafür, dass es geklappt hat.

? Wie geht es denn für das Quartiersmanagement weiter? Nach drei Jahren Laufzeit ist das Projekt Ende 2018 ausgelaufen. Bürgermeister Bergmann hofft aber, dass es weitergehen kann: „Wir haben beim Land eine neue Förderung beantragt“, sagt er. Er gehe davon aus, dass eine Entscheidung dazu in den nächsten Wochen bis Monaten erfolgen werde. Bei der Zusammenarbeit mit Mino wurden bislang 60 Prozent vom Land finanziert, 40 Prozent von den Projektpartnern Kinderheilstätte und Caritas. Beide Partner wären bereit, das Projekt zu diesen Bedingungen auch weiterzuführen, „und das sehr gerne“, so Bergmann. Mit Caritas und Kinderheilstätte habe man aber außerdem einen Plan aufgestellt, wie Projekte weiterlaufen können, auch ohne die Unterstützung des Quartiermanagements.

Engagement im Ehrenamt:
Die Ehrenamtsmappe „EmMa“ finden Interessierte im Familienbüro im Rathaus, Bohlenstraße 2. Informationen hierzu gibt auch Familienmanagerin Klara Döbbelin-Südfeld Tel. (02596) 917123 oder per Mail klara.doebbelin-suedfeld@nordkirchen.de
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