Gemeinde Nordkirchen will 2020 erheblich in neue Projekte investieren

mlzGemeindehaushalt 2020

Raus aus den Schulden: Die Gemeinde Nordkirchen ist nahezu schuldenfrei. Der Gemeindehaushalt sieht für 2020 „erhebliche Investitionen“ vor, wie Bürgermeister Dietmar Bergmann ankündigt.

Nordkirchen

, 26.01.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gemeinde Nordkirchen hat sich finanziell freigeschwommen. Am Donnerstag hat Bürgermeister Dietmar Bergmann in der Sitzung des Gemeinderats den Entwurf für den Gemeindehaushalt 2020 vorgestellt.

Mit einem Plus von 341.560 Euro rechnet Kämmerer Bernd Tönning im Ergebnis für dieses Jahr. Was aber noch viel wichtiger ist: Der Gemeinde ist es gelungen, die vor ein paar Jahren noch erdrückend hohe Zinslast auf zwei Millionen Euro zu reduzieren, im Jahr 2021 sollen dann auch die letzten Kredite beglichen und die Gemeinde gänzlich schuldenfrei sein.

Schuldenlast lag bei fast 30 Millionen Euro

Mit Einnahmen in Höhe von rund 24 Millionen Euro (genau: 24.050.950) und Ausgaben in Höhe von knapp 23,5 Millionen Euro (genau: 23.522.690) rechnet die Gemeinde für das Jahr 2020.

Dietmar Bergmann verwies in seiner Rede zum Haushalt auf die Jahre 2013 und 2014, als die Schuldenlast gefährlich nahe an die 30-Millionen-Euro-Marke herankam. „Davon ist nicht viel übrig geblieben“, sagte Bergmann am Dienstag. Noch 2018 betrug die Pro-Kopf-Verschuldung in Nordkirchen 1899 Euro, 2017 waren es 2080, wie aus Zahlen des Statistischen Landesamtes IT.NRW hervorgeht.

Bereits in den Jahren 2015 bis 2018 gelang es der Gemeinde durch Sparmaßnahmen den Schuldenberg zu reduzieren. Den größten Brocken aber baute sie mit der Übertragung des Abwassernetzes an den Lippeverband ab. 40 Millionen Euro flossen auf das Gemeindekonto.

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„Ich kann natürlich nicht sagen, wie wir in Zukunft diesen Vertrag bewerten werden, aber aus heutiger Sicht kann ich nur sagen: Für beide Seiten ist das eine sehr, sehr gute Lösung“, sagte Bergmann.

Was hat der einzelne Nordkirchener davon? In Zukunft will die Gemeinde weiter in die Infrastruktur investieren. Bergmann sprach mit Blick auf 2020 von einem Jahr „erheblicher Investitionen“. Trotzdem wolle man weiter wirtschaftlich Haushalten, für Projekte Fördertöpfe anzapfen.

„In neues Tafelsilber investieren“

Beispiele dafür sind die geplanten Mobilitätspunkte, die vom Land NRW mit 426.560 Euro gefördert werden, oder dem neuen Buswendeplatz an der Mauritiusschule. Die Investitionen seien dringend notwendig, um Werte aufzubauen. „In neues Tafelsilber investieren“, wie es Bergmann nannte.

Ein weiteres, aus Sicht der Verwaltung wichtiges Ziel hat mit der Einwohnerzahl zu tun. Nordkirchen müsse in Zeiten des demographischen Wandels nicht nur erreichen, die Einwohnerzahl zu halten, sondern im besten Fall eine leichte Steigerung schaffen.

Denn verbunden mit der Einwohnerzahl ist das Geld, das jede Kommune vom Land bekommt, die Schlüsselzuweisungen. Die Gemeinde werde auch weiter neuen Wohnraum schaffen, mehr noch als früher aber auch Platz für“kleine und bezahlbare Miet- und Eigentumswohnungen“, kündigte Bergmann an.

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