Gemeinde verkauft altes Hallenbad: Jeder kann mitbieten, es gibt aber einiges zu beachten

mlzHallenbad in Nordkirchen

Das stillgelegte Hallenbad in Nordkirchen steht zum Verkauf. Ab sofort können Interessenten Angebote für Gebäude und Grundstück abgeben. Für den Käufer wird die Planung kompliziert.

Nordkirchen

, 16.10.2019, 13:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gemeinde macht Ernst mit dem Verkauf des stillgelegten Hallenbads samt Grundstück. Seit einigen Tagen ist das Verkaufsangebot auf der Homepage der Gemeinde im Detail beschrieben. Eine wichtige Information fehlt dabei. Und schon jetzt steht fest, dass der Verkauf kein einfaches Unterfangen wird.

„Hier sind kreative Vorschläge notwendig“, macht Bauamtsleiter Josef Klaas auf Anfrage zum Verkauf deutlich. Denn seit der Gebäudekomplex, bestehend aus Hallenbad und Turnhalle, gemeinsam mit der gegenüberliegenden Mensa der Fachhochschule für Finanzen (FHF) 2016 unter Denkmalschutz gestellt wurde, ist der Spielraum für Planer eng geworden.

Wohnen im Schlosspark oder doch Veranstaltungsräume?

Dessen ist sich die Gemeindeverwaltung bewusst. Gemeinsam mit dem Land NRW, dem das Mensagebäude gehört, hatte die Verwaltung eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die zentrale Frage: Was ist mit den 1970er-Jahre-Gebäuden überhaupt möglich? Aus Sicht der Gemeinde war dabei natürlich vor allem interessant, was aus Hallenbad und Sporthalle werden könnte.

Vom Wohnen im Schlosspark, Unterkünften für FHF-Studenten über Veranstaltungsräume erstreckten sich die Ideen, die in der Studie gesammelt wurden. Die Gemeinde hofft jetzt noch auf weitere Ideen von möglichen Investoren.

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Wie aus der Beschreibung im Internet hervorgeht, sollen die Bieter im ersten Schritt ein Nutzungs- oder Umbaukonzept vorstellen, das anschließend auf seine Realisierbarkeit geprüft werde. Beteiligt an der Prüfung ist nicht nur die Gemeinde selbst, sondern auch das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes, die FHF und das Kreis-Bauordnungsamt.

„Es sind keine großen Anbauten möglich“

Die Vorgaben an die Interessenten fasst Josef Klaas so zusammen: Die neue Nutzung darf den Lehrbetrieb der FHF nicht stören. Sie muss in den Raum passen. „Es sind also keine großen Anbauten möglich“, erklärt der Bauamtsleiter. Und dann kommt die Denkmalpflege ins Spiel.

So dürfe die Fensterfassade des Hallenbads als „durchgehend ruhige Fläche“, wie Josef Klaas sie beschreibt, nicht oder nur sehr zurückhaltend verändert werden. Außerdem muss das Konzept wirtschaftlich tragbar sein.

Es ist kompliziert

Ein Abriss und Neubau auf dem rund 7400 Quadratmeter großen Grundstück ist also wegen des Denkmalschutzes nicht erlaubt. „Strukturen, die das Denkmal ausmachen, müssen erhalten bleiben“, macht Klaas deutlich. Andererseits müsse dem späteren Investor eine gewisse Freiheit eingeräumt werden, das Gebäude umzugestalten. Es ist kompliziert.

Trotzdem: Es gebe bereits erste Anfragen bei der Verwaltung, sagt der Bauamtsleiter. Zwei bis drei von außerhalb und eins aus Nordkirchen. Die Fragen von außerhalb bezögen sich auch hauptsächlich auf die grundsätzliche Frage: Was kann oder darf man mit dem Gebäude denn überhaupt machen?

Die Lösung liege in einer engen Absprache zwischen Bietern, Gemeinde, FHF, Kreis und der Denkmalschutzbehörde, so Klaas.

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Wenn beispielsweise jemand luxuriöses Wohnen im Schlosspark umsetzen möchte, müsse es möglich sein, die ehemalige Turnhalle mit größeren Fenstern auszustatten. Schon jetzt zeigt sich: Die Planung erfordert viele Gespräche über viele Details.

Die Denkmalbehörde will Josef Klaas dabei gar nicht „als Verhinderer“ sehen, wie er sagt. Auch sie habe ein Interesse daran, dass ein Denkmal erhalten und gepflegt werde. Die Gemeinde selbst hat jedenfalls keine Verwendung für den Gebäudekomplex.

„Wir sind froh über jeden, der Vorschläge macht“, sagt der Bauamtsleiter. Eins steht übrigens nicht in dem Text auf der Homepage der Gemeinde: der Preis. Um den soll es erst im zweiten Schritt gehen, wenn klar ist, ob der jeweilige Vorschlag überhaupt umsetzbar wäre.

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