Schulleiter Ulrich Vomhof hat sich mit dem Kollegium der Johann-Conrad-Schlaun-Schule auf die erneute Schulschließung vorbereitet - die Entscheidung kam für ihn dennoch sehr plötzlich. © Karim Laouari (Archiv)
Harter Lockdown

Gesamtschul-Lehrer unterrichten parallel im Klassenraum und online

Am Freitag Vormittag beschloss das Land NRW, den Eltern ab Montag freizustellen, ob sie ihre Kinder (bis zur 7. Klasse) zur Schule schicken. Eine Herausforderung für die Lehrer.

Plötzlich ist er da, der neue harte Lockdown: Ab Montag (14. Dezember) können in den Jahrgangsstufen 1 bis 7 können Eltern bzw. Erziehungsberechtigte ihre Kinder vom Präsenzunterricht befreien lassen. Alle Schüler der Klassen 8 bis Q2 wechseln in den Distanzunterricht. Der Plan an der Nordkirchener Gesamtschule sieht laut Schulleiter Ulrich Vomhof so aus.

„Der Lehrer unterrichtet ganz normal die Schüler, die da sind. Alle anderen bekommen Aufgaben über das iServ-System. Die Lehrer stehen während der Unterrichtszeit im Chat für Fragen zur Verfügung.“ Theoretisch könnte es auch Unterricht per Live-Übertragung geben – praktisch sei das aber nicht möglich, da es nicht in allen Klassenräumen W-Lan gibt.

„Ich möchte nicht mit den Politikern tauschen“

Den Plan hatte sich die Schule schon vor einer Weile zurechtgelegt: „Wir sind ja nicht doof und haben uns schon gedacht, dass so etwas kommen könnte. Aber etwas verärgert bin ich trotzdem“, sagt Vomhof und fügt hinzu: „Ich würde nicht mit denjenigen tauschen wollen, die diese Entscheidungen treffen müssen. Aber wieder wurden die Schulen nicht in den Plan mit einbezogen, wieder wurde die Presse vor den Schulen informiert und wieder kommt die Info an einem Freitagnachmittag, wo manche Kollegen schon im Wochenende sind.“ Nun muss das Kollegium sich per E-Mail absprechen und kann nicht in Ruhe planen, wie es weitergehen soll.

„Kontakte zu reduzieren ist richtig“

In den Sternen steht noch, wie viele Schüler tatsächlich in der Schule sein werden. Einige Eltern hatten sich bereits am frühen Nachmittag bei der Schule erkundigt, wie es in der kommenden Woche aussehen wird. Die Schüler indes wussten vor Schulschluss noch nichts vom neuen Lockdown und gingen ganz unbedarft ins Wochenende: In der Gesamtschule herrscht Handyverbot.

Vomhof begrüßt den Distanzunterricht trotz des Mehraufwandes trotzdem: „Einige Lehrer haben Bedenken und Ängste, da sie 100 bis 150 Kontakte mit verschiedenen Schülern am Tag haben. Das zu reduzieren, finde ich in Anbetracht der Corona-Zahlen richtig.“ Alle neuen Infos für die Eltern werden zügig auf der Homepage veröffentlicht – die Schulen wurden jedoch erst um 14 Uhr vom Ministerium über die Lage informiert, gut zwei Stunden nach der Presse.

Auch an den Grundschulen hat unsere Redaktion nachgefragt: dort haben wir um 13 Uhr niemanden mehr erreicht. Lediglich an der Mauritiusschule teilte uns ein Lehrer seinen Unmut mit: „Wir wurden ziemlich überrascht von den Nachrichten, die Schulleitung ist schon außer Haus und wir konnten uns im Kollegium noch nicht besprechen. Meiner Meinung nach sollten die Schüler nach Möglichkeit zur Schule kommen: Für Grundschüler ist Distanzunterricht wenig sinnvoll.“

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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