EU-Verbot: Droht Kunstrasenplätzen in Südkirchen Sperrung? Das sagen Vereine und Gemeinde

mlzKunstrasenplätze

Die Freude über den lang ersehnten Kunstrasenplatz in Südkirchen ist groß - aber vielleicht nur von kurzer Dauer. Das neue EU-Verbot könnte sich den Fußballern in den Weg stellen.

von Annika Heuser

Südkirchen

, 23.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die EU hat vor, ab 2022 ein Verbot von Mikroplastik einzuführen. Das würde für Kunstrasenplätze wie in Südkirchen das Aus bedeuten. Denn: Auch dieser Kunstrasenplatz ist gefüllt mit Gummi-Granulat - kleine Plastikteilchen, die an den Schuhsohlen kleben bleiben oder mit dem Niederschlagswasser in die Umwelt gelangen können.

Dieses Einfüllstreu dürfte dann nicht mehr verwendet oder müsste ausgetauscht werden. Dabei sind bereits 700.000 Euro Steuergelder in die neue Anlage, die am 24. August ihre offizielle Einweihung feiert, investiert worden.

Filteranlage zum Schutz der Umwelt

Ludger Hörstrup, Präsident des SV Südkirchen, ist verärgert über die Pläne der EU: „Wir sind damit absolut nicht einverstanden. Dann hätten wir in Südkirchen keine Trainingsanlage mehr.“

Er mache der Gemeinde Nordkirchen keinen Vorwurf, glaubt aber, dass von Herstellerseite möglicherweise entsprechend auf den Gesetzesentwurf hätte hingewiesen werden können.

EU-Verbot: Droht Kunstrasenplätzen in Südkirchen Sperrung? Das sagen Vereine und Gemeinde

Auch Südkirchens neuer Kunstrasenplatz ist mit Gummi-Granulat befüllt. © Annika Heuser

Hörstrup hat sich bereits Gedanken gemacht, wie man die Plastikteilchen von der Umwelt fernhalten kann. Er könnte sich zum Beispiel ein Filtersystem vorstellen, das das Granulat aus dem Oberflächenwasser herausfiltert, damit es nicht in den natürlichen Wasserkreislauf gelangt.

Übergangsfrist

Mit einer sofortigen Sperrung der Plätze rechnet der Präsident nicht, eher mit einer Übergangsfrist. „Wenn der Platz gesperrt werden würde, wäre das ein Schock“, sagt er. Ein paar Jahre könnte auf dem Platz noch gespielt werden, wenn die sechsjährige Übergangsfrist, die der Deutsche Fußball-Bund und Bundesinnenminister Horst Seehofer bei der EU erwirken wollen, gewährt wird.

Auch Sebastian Mischke, Geschäftsführer der Fußballabteilung des SV Südkirchen, teilt diese Ansicht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass 2022 alle Kunstrasenplätze gesperrt werden“, so Mischke. Er könnte sich vorstellen, dass das Verbot erstmal nur Neubauten betrifft. Mischke stellt jedoch klar: „Wir sind keine Eigentümer, wir sind nur Nutzer.“ Eigentümerin des Platzes ist die Gemeinde Nordkirchen.

Unklarheiten

Bauamtsleiter Josef Klaas erklärt, dass beim EU-Verbot noch einige Fragen offen sind. Zum Beispiel, ob ein bestimmter Granulat-Typ betroffen sei. Es gebe sowohl Granulat aus Altreifen, als auch Granulat, das extra für Kunstrasenplätze produziert werde. Mit letzterem sei der Südkirchener und der Nordkirchener Kunstrasenplatz gefüllt.

Außerdem sei bisher ungeklärt, ob das Verbot nur Neubauten oder auch bestehende Sportplätze betreffe. „Wir müssen schlichtweg abwarten, was in dem Gesetzesentwurf drinsteht. Bis die Verhandlungen erledigt sind, kann viel passieren“, so Klaas.

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