Auf dem Gelände Am Gorbach soll das neue Hotel der Gemeinde realisiert werden - östlich davon soll dann die Brauerei gelegen sein. © Karim Laouari (A)
Brauerei

Hausbrauerei für Nordkirchen: Diskussion um Konkurrenz für Gastronomen

Am geplanten Hotel Am Gorbach könnte eine Hausbrauerei entstehen. In der Nordkirchener Politik gehen die Meinungen auseinander, ob sie sinnvoll für den Ort ist.

Die Pläne für ein neues Hotel an der Straße Am Gorbach und eine Fortbildungsakademie schreiten voran. Die Projektentwickler würden gern

eine eigene Hausbrauerei für ein Nordkirchener Bier neben dem Hotel etablieren. Für die Versorgung der Hotelgäste, Fortbildungsteilnehmer und Kunden aus Nordkirchen.

Dafür ist eine Fläche unmittelbar östlich des Hotelgrundstückes vorgesehen, die laut der Gemeindeverwaltung nach Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer dafür erworben werden könne. Da die Brauerei bereits zur Betriebsaufnahme des Hotels liefern soll, sei ein kurzfristiger Bau erforderlich.

Dafür sind aber auch zunächst eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes erforderlich. Weiterhin soll ebenfalls östlich „Am Gorbach“ die Baustelleneinrichtung für das Gesamtvorhaben untergebracht werden in Form von Materiallagerung, Baustellenbüros und auch einigen Wohncontainern.

Was ist geplant?

  • Laut Bauamtsleiter Josef Klaas sollen zwei Hallen à 15 mal 30 Meter entstehen. Die Gestaltung der Hallen werde im Bebauungsplanverfahren und per städtebaulichem Vertrag geregelt werden, sagte Bürgermeister Dietmar Bergmann auf die Befürchtung aus den Reihen von Bündnis 90/Die Grünen, dass Blechhallen geplant werden könnten und so ein neues Gewerbegebiet entstehen könnte. „Eine normale Gewerbefläche wird es nicht geben“, ergänzte Josef Klaas.
  • Die zusätzliche Fläche zur Unterbringung von Baumaschinen und Material werde für zwei bis drei Jahre – also für die Dauer der Bauarbeiten – benötigt, erklärte Klaas.
  • Partys soll es in den Hallen nicht geben, versicherte Bürgermeister Bergmann. „Schon allein wegen des Lärmschutzes dem Hotel gegenüber.“
  • Die Baumallee an der Straße Am Gorbach soll erhalten bleiben. Lediglich für die Zufahrt zum Hotel werden voraussichtlich zwei Bäume fallen müssen, sagt Josef Klaas.

Mit diesen Rahmenbedingungen konfrontierte die Nordkirchener Gemeindeverwaltung die Mitglieder des Nordkirchener Rats in der Sitzung am Donnerstag, 17. Dezember. Sie hatten über die Ausweisung eines Bebauungsplans zu entscheiden, um das Planverfahren weiter auf den Weg zu bringen. Um im Bild zu bleiben: Der Weg bis zur Entscheidung war nicht geradlinig.

Denn innerhalb des Rates gingen die Meinungen, ob das Brauereiprojekt dem Ort gut tut oder nicht, weit auseinander. Für die CDU bezeichnete Thomas Quante das Brauereiprojekt als „Supersache“. „Die Brauerei wird Strahlkraft haben“, ergänzte sein Fraktionskollege Markus Pieper. Für die SPD bezeichnete Gereon Stierl eine Brauerei als „Alleinstellungsmerkmal und Ergänzung der heimischen Gastronomie“.

Grüne: Brauerei gegen die Interessen der Bürger und Gastronomen

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ist da ganz anderer Meinung. Uta Spräner begründete in der Ratssitzung, warum ihre Fraktion der Ausweisung eines Bebauungsplans für diesen Bereich nicht zustimme. „Erstens wird es wieder Flächenversiegelung und die Wegnahme landwirtschaftlicher Fläche geben“, sagte sie mit Blick auf die für die Baustellenlogistik zusätzlich benötigten Flächen. Und grundsätzlich sehe ihre Fraktion die Idee einer Brauerei zwar als „charmant“ an, aber einen Mehrwert für den Ort und die Bürger Nordkirchens und speziell für die Gastronomen biete sie nicht: „Dieses Bier wird nur im Hotel vertrieben beziehungsweise man kann es da kaufen. Es wird nicht in den Gastwirtschaften im Ort vertrieben. Ich glaube, dass die Leute aus der Fortbildungsakademie durchaus auch damit leben könnten, ein anderes Bier in den Hotelräumen zu trinken, als das selbst gebraute in Nordkirchen.“ Eine Brauerei bediene das Interesse des Hotelbetreibers und wäre gegen die Interessen der Nordkirchener Bürger.

Letztendlich stimmte der Rat der Gemeinde Nordkirchen gegen drei Stimmen der Grünen mehrheitlich dafür, einen Bebauungsplan auszuweisen.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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