Heinz Perrar sieht der Zukunft seines Cafés und Hotels zuversichtlich entgegen. © Viktoria Michelt
Hotels und Corona

Hotels in Nordkirchen im Lockdown: „Wir werden auch Corona überleben“

Der Lockdown trifft viele Branchen hart. Vor allem Hotels und Pensionen befinden sich in einer heiklen Lage. Ein Nordkirchener Unternehmen blickt dennoch zuversichtlich in die Zukunft.

Der verlängerte und verschärfte Lockdown ist für viele Branchen nicht einfach – besonders hart trifft es aber wohl unter anderem die Hotelbranche, die sonst über Weihnachten und Silvester ein gutes Geschäft macht. Aber trifft das auch auf dem Hotels in Nordkirchen zu? Wie gehen sie mit dem Lockdown um?

Albert Lücke, Inhaber des Plettenberger Hofs, erzählt, dass sein Hotel normalerweise vor allem Geschäftsreisende und Monteure sowie Fahrradtouristen anzieht. Zur Weihnachtszeit sei das Hotel von daher ohnehin oft eher weniger stark besucht. Trotzdem: Einige Stornierungen habe es gegeben, beispielsweise Hochzeitsgäste. Gerade der November wäre noch gut besucht gewesen, so Lücke: „Schon so 10 bis 20 Prozent Auslastung wären jetzt schön.“

Noch härter trifft der Lockdown aber den Gastronomiebereich des Hotels. Hier habe sich das Team etwas einfallen lassen, um an Weihnachten und Silvester auch außer Haus Speisen anzubieten.

Geschäftsreisende machten zuletzt auch den Kundenstamm von Heinz Perrar aus. Im Normalbetrieb sieht das anders aus – da gibt es viele touristische Übernachtungen. „Wir hatten jetzt eine stabile Schönwetterphase, da wären sicher einige Radtouristen nach Nordkirchen gekommen. Mit Corona ist das jetzt aber nichts.“

„Die Zeit wird genutzt, um die Zimmer noch mal gründlich zu putzen und Besserungs-Arbeiten durchzuführen.“

Heinz Perrar

Im Hotel zum Schlauncafé herrscht dennoch Betriebsamkeit. „Die Zeit wird genutzt, um die Zimmer noch mal gründlich zu putzen und Besserungs-Arbeiten durchzuführen“, sagt Perrar. Die Mitarbeiter des Hotels werden beim Lockdown-Putz mit einbezogen – so gibt es keine Kurzarbeit. „Wir haben viele Minijobber, davon einige Schüler und Studenten. Wenn es knapp werden sollte, können die sich auch jederzeit melden und trotzdem weiter hier arbeiten, wenn sie aufs Geld angewiesen sind“, sagt Perrar.

Derzeit warte das Familienunternehmen ab, in welchem Umfang die Coronahilfe ausgezahlt wird. Perrar hofft, all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Coronahilfe auszahlen zu können. „Für die Minijobber müsste es ein steuerfreier Beitrag sein. Das wird sich die nächsten Wochen zeigen, ob das möglich ist.“

Die Coronahilfe betrachtet Perrar als große Unterstützung in schweren Zeiten. „Es wird zwar viel auf die Politik gemeckert, aber in dieser Hinsicht können wir froh sein, in einem Land wie diesem zu leben.“

„Augen zu und durch“

Auf die Frage, wie er die aktuelle Lage sehe, antwortet Perrar pragmatisch: „Augen zu und durch. Wir können natürlich nicht ewig so weitermachen – irgendwann werden auch wir Probleme kriegen. Das ist aber momentan nicht der Fall.“ Für ein eingesessenes Unternehmen in der fünften Generation wie seines betrachte er die Überlebenschancen höher als für ein junges Unternehmen, das sich erst etablieren will. Und fügt hinzu: „Meine Großeltern haben zwei Weltkriege mitgemacht, da werden wir auch Corona überleben.“

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Geboren und aufgewachsen im Sauerland, dort erste Erfahrungen im Lokaljournalismus gesammelt und für das Journalistik-Studium schließlich nach Dortmund gezogen. Dem Lokaljournalismus weiterhin treu geblieben, schreibe ich hier über alles, was in Lünen und Umgebung so los ist.
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