Den Probedurchlauf hat das Impfzentrum für den Kreis Coesfeld mit Bravour gemeistert. Jetzt wartet der Kreis auf Impfstoffe. © Thomas Aschwer
Corona-Pandemie

Impfzentrum ist startklar – doch geimpft wird erst in etlichen Wochen

Das Impfzentrum für den Kreis Coesfeld in Dülmen hat am Dienstag (22.) den Probedurchlauf mit Bravour gemeistert. Jetzt ist Geduld gefragt, erst in Wochen geht das Zentrum an den Start.

Der Weg zum Impfzentrum des Kreises Coesfeld ist etwas beschwerlich. Vom Parkplatz des Wiesmann-Firmengeländes in Dülmen geht es durchaus steil zum Eingang in den Veranstaltungsbereich des Geckos. Nach der Eingangstür müssen die Menschen eine weitere Steigung meistern.

Zumindest Autofans werden jedoch entschädigt. Sie können einen Blick auf die rasanten Wiesmann-Sportwagen genießen. Wer darauf verzichten kann oder will und körperlich nicht mehr so fit ist, kann alternativ den Aufzug nutzen. Wie lange die Besucher für den einen oder anderen Weg benötigen, haben sich die Verantwortlichen des Kreises Coesfeld am Dienstagnachmittag angesehen.

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Impfzentrum

Der Probedurchlauf unter den kritischen Augen der Kreis- und Rot-Kreuz-Spitze brachte jedoch noch viele weitere Erkenntnisse. Wie aufwendig ist die Anmeldung, wie lange dauert das Fiebermessen, wie groß ist der zeitlichen Aufwand beim Gespräch? Die Antworten auf diese und weitere Fragen sollen wichtige Erkenntnisse für den Echt-Betrieb liefern. „Ein Rattenschwanz von Arbeit“, sagt Christoph Schlütermann. Aus Sicht des DRK-Vorstandes ist die Logistik die größte Herausforderung bei der Impfung gegen das Coronavirus.

Impfstoff erfordert einen besonders vorsichtigen Umgang

Der Impfstoff verlangt eine besonders vorsichtige Vorgehensweise. Wenn er mit isotoner Kochsalzlösung verdünnt ist, darf er nach Aussage von Schlütermann nicht mehr als rund 240 Meter transportiert werden. „Er darf auch nicht geschüttelt werden. Jede Erschütterung ist ein Problem – bis hin zur Unwirksamkeit“, ergänzt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr.

Das größte Problem ist allerdings aktuell, dass nur sehr wenig Impfstoff zur Verfügung steht. Für den Kreis Coesfeld sind das in der ersten Lieferung weniger als 200. Bei gleichzeitig rund 2500 Bewohnerinnen und Bewohner in Alten-, Pflege- und Seniorenheimen im Kreis Coesfeld ist schnell auszurechnen, wie lange es dauern wird, hier die Bewohner zu impfen.

Weil das jedoch in den Einrichtungen passiert, wird in den ersten Wochen nach dem Impfstart das Zentrum in Dülmen nicht benötigt. „Es ist schnell Februar oder März, bis die Impfungen hier anlaufen“, räumt Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr ein. „Vielleicht geht es auch schneller.“

DRK-Vorstand Christoph Schlütermann geht aktuell davon aus, dass zum Impfstart in Dülmen nur eine der insgesamt drei Impfstraßen benötigt wird. „Das Zentrum wird hochgefahren, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht und auch der Bedarf entsprechend groß ist.“ Um auch auf eine größere Nachfrage vorbereitet zu sein, sucht das Rote Kreuz aktuell Menschen mit einer Gastgeber-Mentalität.

Rotes Kreuz sucht noch Kräfte für das Impfzentrum

„Die Bewerber müssen keine besonderen Fachqualifikationen nachweisen“, sagt Schlütermann. Sie sollen jedoch mit einem Computer umgehen können und freundlich sein. Sie sollten zudem die Bereitschaft mitbringen, sich selbst impfen zu lassen. Ein Führerschein der Klasse B ist wünschenswert. Im Impfzentrum übernehmen sie in Teil- oder Vollzeit unter anderem folgende Aufgaben:

  • Begrüßung und Empfang der zu impfenden Personen mit Einlasskontrolle
  • Registrierung der zu impfenden Personen,
  • Erhebung von Personalien und Terminprüfung
  • Aufklärung und Information der zu impfenden Personen
  • Überwachung der Abläufe sowie Ordnertätigkeiten in Absprache mit dem Sicherheitsteam

Bewerbungen sind möglich per Mail: impfzentrum@drk-coe.de. Es könnte eine erfüllende Aufgabe sein. Wer zum Impfzentrum kommt, hat für sich schon die Grundsatzfrage geklärt. Und die Hoffnung auf einen Schutz vor Corona „verleiht ihm vielleicht Flügel“, dass er/sie den „Anstieg“ zum Zentrum allenfalls als letzte kleine Hürde vor einer besseren Zukunft empfindet.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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