Das Projekt erfahre eine große Unterstützung durch die Gemeinde Nordkirchen, sagt Frank Austrup (2.v.l.). Er selbst und Architekt Lothar Steinhoff (2.v.r.) stellten die überarbeiteten Pläne vor. Mit auf dem Foto Bürgermeister Dietmar Bergmann (r.) und Bauamtsleiter Josef Klaas. © Karim Laouari (A)
„Mittendrin“

Inklusives Wohnprojekt hat neues Konzept mit 30 Einheiten entwickelt

Menschen mit und ohne Pflegebedarf, Jung und Alt, Familien und Einzelpersonen, Inklusion - das Wohnprojekt Mittendrin bietet spannende Ansätze. Aus Visionen sind konkrete Pläne geworden.

Investor Frank Austrup hat erste Fakten auf dem rund 9500 Quadratmeter großen Grundstück geschaffen – das aus den 1960er-Jahren stammende Wohnhaus ist entgegen der ursprünglichen Pläne seit einigen Monaten verschwunden. Abgerissen. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Familie, Schule, Sport und Kultur am Donnerstag (10.) hat Austrup zusammen mit Partnern das neue bauliche und inhaltliche Konzept vorgestellt.

Vor 15 Monaten hat er das Grundstück gekauft. Verbunden mit dem festen Ziel, hier ein inklusives Wohnquartier zu errichten. Der Anstoß kam dabei aus der eigenen familiären Situation – sein 25jähriger Sohn hat ein Handicap. Zentraler Punkt des Projektes sollte dabei ursprünglich das vom bekannten Architekten Harald Deilmann geplante Haus werden. Nach einer umfassenden Prüfung hat Austrup, der das Objekt zusammen mit einem Partner erworben hat, die Pläne geändert.

Die neuen Pläne sehen als zentrales Element mitten auf dem Grundstück einen mehr als 1000 Quadratmeter großen Quartiersgarten vor. Darum ordnen sich insgesamt rund 30 Wohneinheiten in mehreren Gebäuden an. Von der Straße Am Gorbach aus betrachtet sind an der linken Grundstücksgrenze zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils rund 10 Wohneinheiten geplant.

Anna-Katharinenstift und Pflegedienst Cathamed sind Partner

Parallel zur Straße Am Gorbach schließen sich ein Gebäude mit acht Appartements für junge Menschen mit Handicap sowie zwei Seniorenwohngemeinschaften mit jeweils 9 Bewohnerzimmern sowie eine Tagespflege für 13 Gäste an. An der hinteren rechten Grundstücksgrenze ist jetzt ein Appartementhaus geplant. Abgerundet wird das Wohnprojekt durch sechs öffentlich geförderte Reihenhäuser die – von der Straße Am Gorbach aus betrachtet – im hinteren Grundstücksbereich und damit im Anschluss an den Quartiersgarten entstehen.

Mit dem Anna-Katharinenstift Karthaus und der Cathamed Pflegedienst und Service GmbH aus Steinfurt haben sich die Investoren zwei Partner mit „ins Boot geholt“, die sich in der Sitzung von dem Konzept erwartungsgemäß begeistert zeigten und zugleich über ihre Erfahrungen berichteten. „Wir glauben an die Kleinteiligkeit“, sagt Markus Liesmann, Geschäftsführer der Cathamed Pflegedienst und Service GmbH. Die Gesellschaft betreut aktuell neben den Kunden in der eigenen Häuslichkeit auch Mieter von betreuten Wohnanlagen.

Bereits an sieben Standorten hat die Gesellschaft Seniorenwohngemeinschaften – darunter in Münster-Gremmendorf in Steinfurt-Borghorst, in Greven und Ochtrup. Dazu kommen Tagespflege-Filialstandorte in Steinfurt-Borghorst, Sassenberg, Rheine, Greven und Ochtrup. „Ein stetiger Aus- und Aufbau unserer Versorgungseinheiten an unterschiedlichsten Standorten ist Teil unserer Unternehmensphilosophie“, heißt es auf der Internetseite der Gesellschaft.

Neuer Zeitplan steht – Fertigstellung Ende 2023 geplant

Michaela Konrad vom Anna-Katharinenstift berichtet, dass die Einrichtung bereits seit 2006 ambulante Wohngruppen betreut. Im Anna-Katharinenstift Karthaus leben rund 350 erwachsene Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. „Wir fördern die Menschen in jedem Lebensbereich, um jedem Einzelnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen“, heißt es auf der Internetseite. Michaela Konrad zeigte sich in der Sitzung vom Konzept für das Norkirchener Wohnprojekt absolut überzeugt und begeistert.

Bis das Wohnprojekt jedoch an den Start gehen wird, dürften noch viele Monate ins Land ziehen. Architekt Lothar Steinhoff sagte zum Zeitplan: „Unser Ziel ist bis Ende des Jahres Planungsrecht zu bekommen.“ Dann könnten im Frühjahr 2022 die Bauarbeiten beginnen. Läuft alles nach Plan, soll das Wohnprojekt Ende 2023 fertiggestellt sein. Das Interesse ist bereits jetzt groß. Investor Frank Austrup berichtete von verschiedenen Anfragen.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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