Abi-Prüfungen in der JCS-Turnhalle nicht die einzige Besonderheit

mlzAbitur 2020

Der Abi-Jahrgang 2020 ist ein besonderer. Nicht nur wegen der außergewöhnlichen Prüfungsbedingungen in Zeiten von Corona. Auch das ganze Drumherum ist anders. JCS-Schulleiter Vomhof tun die Schüler leid.

Nordkirchen

, 14.05.2020, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Abitur-Jahrgang 2020 wird definitiv in die Geschichte eingehen. Wegen der Corona-Pandemie gab es für die angehenden Abiturienten keinen „richtigen“ letzten Schultag, eine Mottowoche gab es nicht. Auch der Abiball muss ausfallen.

Zumindest die Abitur-Prüfungen können seit Dienstag (12. Mai) nun doch geschrieben werden - wenn auch mit drei Wochen Verzögerung. An der Johann-Conrad-Schlaun-Gesamtschule in Nordkirchen finden die meisten Abi-Prüfungen in der Turnhalle statt. Lediglich die nicht ganz so schülerstarken Kurse schreiben ihre Prüfungen in normalen Unterrichtsräumen. Das betrifft aber die wenigsten.

Vorhang trennt Halle in zwei Teile

60 Schüler können in der Turnhalle gleichzeitig eine Prüfung schreiben. „Wir haben die Halle mit einem Vorhang abgetrennt, sodass dort zwei Gruppen gleichzeitig eine Prüfung schreiben können“, sagt Schulleiter Ulrich Vomhof. Die Aufteilung erfolge aus dem Grund, da die Schüler teilweise verschiedene Prüfungszeiten haben. „Mit der Vorhang-Lösung soll keine Unruhe entstehen, wenn die ersten Schüler die Halle verlassen“, so Vomhof.

Wegen der größeren Schülerzahl während der Prüfungen in der Turnhalle müssen auch mehr Lehrer Aufsicht halten. „In dem größeren Hallenteil haben wir deshalb drei Lehrer, die Aufsicht führen, in dem kleineren einen Lehrer. Zusätzlich führt ein Lehrer die Gang-Aufsicht, der kontrolliert, dass nicht mehrere Schüler gleichzeitig zur Toilette gehen“, so Vomhof.

Euphorische und verhaltene Reaktionen

Und wie sind die ersten Abi-Prüfungen für die Schüler gelaufen? Vomhof habe schon Rückmeldung von den ersten Schülern erhalten: „Die Biologie-Schüler waren in der Summe ganz zufrieden mit den Prüfungsaufgaben und auch die Deutsch-Schüler waren ganz happy. Auch der Pädagogik-LK war nach der Prüfung sehr euphorisch, da lief es bei den meisten wohl sehr gut.“ Lediglich die Reaktionen des Geschichts-LK seien nach der Prüfung laut Vomhof etwas verhaltener gewesen.

Während der Prüfungen besteht in der Turnhalle indes keine Mundschutz-Pflicht. Beim Betreten und Verlassen der Halle allerdings schon. „Es ist bemerkenswert, wie selbstverständlich die Schüler schon die Masken mitnehmen. Es ist inzwischen ja schon fast normal geworden“, sagt Vomhof.

Mit oder ohne Eltern? Zeugnisvergabe wird definitiv anders

Nach der Schulöffnung hatten die Schüler des Abitur-Jahrgangs noch einmal drei Wochen Präsenz-Unterricht, also sogar eine Woche mehr, als wenn das Schuljahr normal verlaufen wäre. Trotzdem tun die Schüler dem Schulleiter leid. „Die Schüler leiden unter anderen Dingen. Sie hatten keine Mottowoche, keinen letzten Schultag, keine Party. Es wird zudem keinen Abiball geben. Den wollen sie dann im Winter nachholen. Und auch die Zeugnisvergabe wird anders werden als sonst.“

Für gewöhnlich sind bei der Zeugnisvergabe die Eltern anwesend. „Eine Zeugnisvergabe für 80 Schüler könnten wir sicherlich noch irgendwie umsetzen. Aber bei diesem besonderen Moment sollen natürlich auch die Eltern dabei sein. Die Tendenz geht dahin, dass wir die Vergabe mit den Eltern und dementsprechend in mehreren Schichten durchführen.“ Und weiter: Wir haben es die letzten Jahre immer geschafft, die Zeugnisvergabe sehr festlich und feierlich durchzuführen. Das werden wir - so gut wie es nur geht - auch in diesem Jahr hinkriegen.“

Die Jahrgänge 5 bis 11 erhalten noch jeweils sechs Mal Präsenz-Unterricht bis zu den Ferien

Seit Montag (11. Mai) sind auch die Schüler der Q1 zurück im Präsenz-Unterricht. Ab dem 25. Mai folgen dann die anderen Jahrgänge. Vomhof: „Am Montag (25. Mai) kommen die 5er und 8er, am Dienstag dann die 6er und 9er und am Mittwoch die 7er und 11er. Dann geht es wieder von vorne los. So haben alle Jahrgänge bis zu den Sommerferien immerhin noch sechs Schultage mit Präsenz-Unterricht.“

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