Kinder auf der Flucht - Rotes Kreuz im Kreis Coesfeld sieht Verpflichtung zur Hilfe

mlzFlüchtlingsdrama

In die politische Diskussion über die Aufnahme von Kindern aus griechischen Flüchtlingslagern will sich der DRK-Kreisverband Coesfeld nicht einschalten. Er hat aber eine klare Einschätzung.

Olfen, Nordkirchen

, 06.03.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein überparteiliches Bündnis aus den Oberbürgermeistern sieben deutscher Großstädte und dem Innenminister Niedersachsens, Boris Pistorius (SPD), fordert von der Bundesregierung sofortige Schritte zur Aufnahme von Kindern aus den griechischen Flüchtlingslagern.

„Wir sind als Rotes Kreuz und als Christenmenschen zur Hilfe verpflichtet“, sagt Christoph Schlütermann, Vorstand des Rot-Kreuz-Kreisverbandes Coesfeld. Aus Sicht des DRK könne eine Situation wie aktuell in Griechenland „auf europäischen Boden nicht geduldet werden. Es ist eine humanitäre Aufgaben, den Kindern und Jugendlichen zu helfen.

Oberbürgermeister sehen eine „dramatische Zuspitzung der Situation“

Konkret spricht Schlütermann die gesundheitliche Situation von Kinder und Jugendlichen an der Grenze und den Lagern an. Der DRK-Vorstand sieht zudem die Gefahr von Übergriffen.

Er ist damit auf einer Linie mit den Oberbürgermeistern, die in einer gemeinsamen Erklärung von einer „dramatischen Zuspitzung der Situation in den letzten Tagen „sprechen“. Aus Sicht des DRK-Kreisverbandes „lassen sich Kinder und Jugendliche in Deutschland auch sehr gut integrieren.“

Christoph Schlütermann verweist auf die erfolgreiche Arbeit im Kreis Coesfeld. Seit 2015 gibt es eine Wohngruppe speziell für minderjährige Flüchtlinge in Seppenrade. „Seit der Eröffnung sind im Josefshaus mehr als 160 Jugendliche betreut und begleitet worden.“

Elf jugendliche Flüchtlinge leben aktuell in Seppenrade

„Aktuell wohnen in Seppenrade elf unbegleitete Flüchtlinge“, sagt Christoph Schlütermann. Damit gebe es aktuell drei freie Plätze. Allerdings erwartet er bereits in Kürze wieder eine Vollauslastung der im Kreis Coesfeld einzigartigen Einrichtung.

„Es könnte nicht besser laufen, es gibt keine Konflikte. Im Gegenteil. Wir haben sehr positive Erfahrungen gemacht“, sagt Christoph Schlütermann. Er berichtet von einem großen Netzwerk, das in den vergangenen Jahren aufgebaut worden sei.

Sprache lernen, Berufsausbildung machen, Wohnung suchen

Grundsätzlich würden die Flüchtlinge solange in der Wohngruppe bleiben, bis sie 18 Jahre alt sind. Danach wechseln sie in eine Wohngruppe auf dem Gelände mit einer deutlich geringeren Betreuung. „Ziel ist eine eigene Wohnung“, sagt der DRK-Vorstand. Auch dabei halte das Rote Kreuz weiter Kontakt.

Die intensive Betreuung mit insgesamt zwölf Kräften vor Ort führe dazu, dass Jugendliche sehr gut Deutsch sprechen. Mit der Folge, dass über Berufsausbildungen die Integration weiter gefestigt werde. Nach Einschätzung von Christoph Schlütermann Belege dafür, dass die „Einrichtung sehr wichtig ist.“

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