Kinderheilstätte: Wegen der Corona-Krise kein Zutritt zum Gelände

Coronavirus

Eigentlich wird Inklusion groß geschrieben in der Kinderheilstätte in Nordkirchen. Wegen Corona-Gefahr ist das Gelände aber im Moment abgesperrt. Außer für Bewohner und Mitarbeiter.

Nordkirchen

, 03.04.2020, 15:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Streichelzoo der Kinderheilstätte ist - so wie das ganze Gelände - derzeit geschlossen. Wegen des Coronavirus.

Der Streichelzoo der Kinderheilstätte ist - so wie das ganze Gelände - derzeit geschlossen. Wegen des Coronavirus. © Marie Rademacher (Archiv)

Mittendrin: Das ist das Motto der Kinderheilstätte. Die Kinder mit Behinderung, die dort leben, wohnen nicht nur mit Blick auf die Karte der Gemeinde mitten im Ort - es ist auch der Anspruch der Einrichtung und der Kommune, dass sie voll integriert sind in die Gemeinschaft des Ortes. Offen und frei zugänglich ist in diesem Sinne eigentlich auch das Gelände der Einrichtung mit Spielplatz, Sportstätte und Streichelzoo. Eigentlich: Wegen des sich gerade immer weiter ausbreitenden Coronavirus verhindern Bauzäune und Schilder den Zutritt.

„Zwar sind Spielplätze und auch Streichelzoo schon seit längerem für die Öffentlichkeit geschlossen – aber nicht alle halten sich daran“, erklärt Hannah Iserloh, Sprecherin der Einrichtung, in einer Pressemitteilung. „Die Maßnahmen haben aber einfach nicht gereicht, deshalb mussten wir jetzt auch Bauzäune aufstellen und noch mal deutlichere Schilder aufhängen, um die Besucherströme wirklich draußen zu halten“, sagt sie außerdem im Gespräch mit der Redaktion. Das sei einfach nötig, um die in der Heilstätte lebenden Kinder zu schützen.

„Kontaktmöglichkeiten begrenzen“

„Wir wissen, dass die Schließung unseres Geländes für viele Familien aus der Gemeinde ein herber Schlag ist“, sagt Jutta Blienert, Leiterin des Wohnbereichs der Kinderheilstätte. „Unsere erste Aufgabe ist aber nach wie vor, die uns anvertrauten Kinder zu schützen. Dazu gehört in dieser Zeit unbedingt auch der Schutz vor einer Übertragung des Virus – und dazu gehört wiederum, dass wir die Zahl der Kontaktmöglichkeiten begrenzen müssen, wo es eben geht.“ Nur noch Mitarbeiter und Bewohner haben deshalb Zutritt zu dem Gelände.

Viele Kinder, die eine Vorerkrankung haben

„Natürlich müssen die Bewohner vor die Tür, um sich auszutoben, sich zu bewegen und zu spielen“, sagt Jutta Blienert, „gleichzeitig leben bei uns viele Kinder, die Vorerkrankungen haben und für die eine Infektion mit dem Coronavirus besonders gefährlich wäre.“

Gerade, weil in der Kinderheilstätte die Inklusion sonst großgeschrieben wird, war es für die Verantwortlichen jetzt eine schwere Entscheidung. „Es fällt uns wirklich nicht leicht, die Kinderheilstätte auf diese Weise abzuriegeln“, so Blienert, „aber es bleibt uns leider keine andere Wahl. Wir müssen jetzt alle zusammenhalten – auch wenn das bedeutet, dass wir Abstand halten müssen. Irgendwann sehen wir uns wieder – am Streichelzoo oder an der Schaukel!“

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