Lehrer und Erzieher erhielten nach Anmeldung zum Impfen Porno-Link

Kreis Coesfeld

Nach einer Anmeldung zum Impfen bekamen manche Lehrer und Erzieher eine Spam-Mail. Wer darauf wiederum klickte, gelangte auf eine pikante Seite. Dem Kreis Coesfeld ist das unangenehm.

Nordkirchen, Olfen

, 22.03.2021, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Nach einer Anmeldung zum Impfen erhielten manche Menschen im Kreis Coesfeld eine Porno-Spam-Mail.

Nach einer Anmeldung zum Impfen erhielten manche Menschen im Kreis Coesfeld eine Porno-Spam-Mail. © dpa

Der Kreis Coesfeld nennt die Nachricht leicht verschämt eine „unschöne Spam E-Mail“, die offenbar manche Menschen erhalten haben, die sich über die Seite des Impfzentrums des Kreises für einen Impftermin angemeldet haben.

Konkret führte die Mail, so erklärt es der Kreis in einer Pressemitteilung, zu einer Internetseite mit pornografischem Inhalt. Betroffen waren davon aber nicht die Über-80-Jährigen, die ihre Termine über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL) gebucht hatten, sondern Personen der Priorisierungsgruppe 2, die aus berufsbezogenen Gründen geimpft werden durften, wie ein Sprecher des Kreises Coesfeld sagt. Das heißt also zum Beispiel Lehrer und Erzieher. Für sie gab es nämlich über die Kommunen organisiert Termine zum Impfen.

Beschwerden werden ernst genommen

Nun gab es Beschwerden dieser Personengruppe, die eben genau diese Spam-Mails ansprachen. Um wie viele Personen es sich handelt, und ob alle Menschen dieser Priorisierungsgruppe eine entsprechende Spam-Mail erhalten haben, ist aber unklar. Eine Personenzahl konnte ein Kreissprecher auf Anfrage nicht nennen.

„Die Beschwerden von Personen, die einen Termin über die Seite des Impfzentrums des Kreises Coesfeld gebucht hatten, nehmen wir sehr ernst“, wird dazu Landrat Christian Schulze Pellengahr in einer Mitteilung des Kreises zitiert.

Polizei und Datenschutzbeauftragte informiert

Die Datenschutzbeauftragte des Kreises Coesfeld und die Polizei seien bereits informiert worden. Gleichzeitig sei der Hersteller und Betreiber der eingesetzten Software informiert worden. „In einer ersten Rückmeldung teilt dieser mit, dass keine persönlichen Daten vom Server abgegriffen wurden, sondern der integrierte Messenger ‚missbraucht‘ wurde“, so der Kreis.

Das Software-Unternehmen habe zugesichert, unverzüglich sein System zur Erkennung und der Verhinderung von Spam anzupassen, um künftig derartige Fälle auszuschließen. Der Kreis stehe dazu in engem Kontakt mit dem Dienstleister und „bedauert das Geschehen außerordentlich“.

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