Kreis Coesfeld reicht Bewerbung als Modellkommune ein - Test für Öffnungen

Coronavirus

Zusammen mit allen Gemeinden hat sich der Kreis Coesfeld als Modellkommune für mehr Öffnungen beim Land beworben. Schwerpunkte des Konzepts: Öffnung von Kultur, Sport und (Außen-)Gastronomie.

Olfen, Nordkirchen, Kreis Coesfeld

04.04.2021, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (l.) und Kreisdirektor Linus Tepe hoffen auf eine positive Entscheidung für den Kreis Coesfled als Modellregion. Sie haben zusammen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern eine Bewerbung erarbeitet.

Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr (l.) und Kreisdirektor Linus Tepe hoffen auf eine positive Entscheidung für den Kreis Coesfled als Modellregion. Sie haben zusammen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern eine Bewerbung erarbeitet. © Hartmut Levermann

Der Kreis Coesfeld hat in Abstimmung mit seinen elf Städten und Gemeinden am Mittwoch (31.3.) einen Antrag auf Zulassung zur Modellkommune beim nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium eingereicht. Dabei haben die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr vor allem drei Kernbereiche herausgearbeitet, in denen man sich Lockerungen vorstellen kann.

„Das war ein ziemlicher Kraftakt“, heißt es in einer Pressemeldung des Kreises dazu. Erst am Dienstag habe das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf mitgeteilt, welche Kriterien die möglichen Modellkommunen erfüllen müssen, um eine Chance auf den Zuschlag zu erhalten. Nach den Osterferien soll bekanntgegeben werden, welche sechs bis acht Kommunen den Zuschlag erhalten.

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Coesfeld und unter Federführung der Kreisverwaltung wurde ein erster Aufschlag erarbeitet, der noch am Dienstagnachmittag mit den Städten und Gemeinden diskutiert wurde.

Fokus auf drei Bereiche

„Wir fokussieren uns auf die Bereiche Kultur, Sport und Außengastronomie. Hier können wir, wenn das Land es genehmigt, für alle Altersgruppen etwas tun“, so Landrat Schulze Pellengahr zu den diskutierten Öffnungsoptionen.

Einige der Vorschläge:

  • Die Öffnung der Freilichtbühnen in Billerbeck und Coesfeld, die Nutzung des Jugendzentrums in Nordkirchen oder die Öffnung „Unser Leohaus“ in Olfen.
  • Für den Sport liege der Fokus vor allem auf der Öffnung der Schwimm- und Freibäder in Billerbeck, Dülmen, Lüdinghausen und Nottuln. Auch eine Öffnung des Reha-Sports sei vorstellbar.
  • Als dritten Schwerpunkt soll die Öffnung der (Außen-)Gastronomie in der Modellphase getestet werden. Dezentral, zeitlich begrenzt und nur nach Reservierungen.

„Wir wollen eine gewisse Normalität zurück in die Region bringen.“, sagt Wilhelm Sendermann, Bürgermeistersprecher und Bürgermeister in Olfen, die gemeinsame Initiative.

Testen, IT beim Gesundheitsamt und Luce-App

Doch gebe es Öffnungsschritte nicht zum Nulltarif, wie der Kreis weiter erklärt. Wesentliche Voraussetzungen seien ein tagesaktueller negativer Schnelltest und eine digitale Nachverfolgung.

Die Rahmenbedingungen habe der Kreis dafür in den letzten Wochen und Monaten mit verschiedenen Partnern geschaffen: Auch mit neuer Software und einer besseren IT-Infrastruktuer im Gesundheitsamt. Hier möchte der Kreis gerne modellhaft auch den Datenaustausch zwischen mit den benachbarten Gesundheitsämtern wie Münster oder Warendorf stärker fördern und begleiten lassen. Zudem bestehe auch die Möglichkeit, digitale Nachverfolgung über die Luca-App oder vergleichbare Lösungen zu gewährleisten. Und auch die Anbieter von Schnelltests im Kreisgebiet, insbesondere dem Deutschen Roten Kreuz, setzen auf die Digitalisierung.

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Bei der Testinfrastruktur könne der Kreis Coesfeld Erfolge vorweisen, heißt es. In über 60 Testzentren könnten sich Bürger testen lassen. Ärzte, Apotheken und vor allem das Deutsche Rote Kreuz bieten die Bürgertests an. Beim Zuschlag als Modellregion könnten die Kapazitäten ausgebaut werden.

„Dabei ist es uns aber bereits jetzt sehr wichtig darauf hinzuweisen, dass es – je nach Öffnung – in den ersten Tagen vielleicht noch zu Engpässen kommen wird“, sagt Kreisdirektor Dr. Linus Tepe zum möglichen Öffnungsszenario. Das Land habe klare „Abbruchmeilensteine definiert, vor allem bei deutlich steigenden Inzidenzen oder diffusem Infektionsgeschehen.“ Das werde man weiter beobachten.

Unabhängig davon appelliert auch Billerbecks Bürgermeisterin Marion Dirks: „Wir setzen weiterhin auf die konsequente Einhaltung der Hygieneregeln durch die Bürgerinnen und Bürger. Lockerungen können nur mit Selbstdisziplin einhergehen.“

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