Kritik an Laubbläsern: Warum Olfen und Nordkirchen nicht auf die Geräte verzichten wollen

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Das Bundesumweltministerium ruft zu einem verringerten Gebrauch von Laubbläsern auf. Für die Arbeit der Kommunen sind sie aber enorm wichtig. Eine Alternative wäre deutlich teurer.

Nordkirchen, Olfen

, 07.12.2019, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gartenbesitzer greifen im Herbst immer häufiger zu Laubbläsern. Auch bei Städten und Gemeinden werden die Geräte gerne eingesetzt. Doch nun rufen das Umweltministerium und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) dazu auf, auf die Laubbläser zu verzichten oder den Einsatz zumindest zu verringern. In Olfen und Nordkirchen ist das allerdings kaum realisierbar.

Die Gemeinde Nordkirchen besitzt drei Laubbläser, sagt Josef Klaas vom Fachbereich Bauen, Planung und Umwelt. Die Geräte werden unter anderem genutzt, um Laub zusammenzutragen, damit es anschließend besser aufgeladen werden kann.

„Völlig überflüssig“ auf privaten Grundstücken

In Olfen werden insgesamt vier Laubgebläse von den zuständigen Mitarbeitern genutzt, erklärt Klemens Brömmel, der für den Fachbereich Bauen, Planen, Umwelt zuständig ist. Besonders an Spiel- und Sportplätzen, sowie an Alleen in Wohngebieten würden die Geräte viel benutzt werden, teilt er mit.

Einsatzmöglichkeiten gibt es aber noch weitere. „Bei punktuellen Straßenverunreinigungen zum Beispiel durch Sand werden die Geräte auch eingesetzt“, erklärt Josef Klaas, der den Einsatz der Geräte auf privaten Grundstücken mit wenig Laub als „völlig überflüssig“ ansieht.

Ohne Laubbläser wird mehr Personal benötigt

Bundesumweltministerium und BUND erklären ihren Aufruf zum Verzicht mit gleich mehreren Problemen, die Laubbläser verursachen sollen. So sollen sie nicht nur viel Lärm machen, sondern auch den Lebensraum von Insekten und Kleintieren zerstören.

Außerdem könnten durch Laubbläser neben Bodenbakterien auch „Krankheitserreger aufgewirbelt werden“, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums.

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Grundsätzlich, sagt Josef Klaas, sei es natürlich möglich, auf Laubbläser zu verzichten. „Das bedeutet aber einen höheren Personalbedarf, da das Kehren mit der Hand nicht so schnell sein kann.“ Mehr Personal werde aber nicht eingestellt, weshalb die Geräte auch weiterhin eingesetzt werden sollen - „dort, wo sie die Arbeit unterstützen können“.

Einsatz soll möglichst kurz gehalten werden

Klemens Brömmel sieht das ähnlich. Ein Verzicht in Olfen sei möglich, aber nur mit einem „zeitlich wesentlich erhöhtem Aufwand“. In der Vergangenheit habe es bereits Überlegungen dazu gegeben, aber „aufgrund des begrenzten Personaleinsatzes ist dies nicht zielführend“.

Beschwerden über den Einsatz der Geräte oder Anregungen, sie zu bestimmten Zeiten aufgrund des Lärms nicht zu nutzen, gab es in beiden Kommunen bereits. „Das ist auch nachvollziehbar“, so Josef Klaas.

Es werde daher versucht, den Einsatz möglichst kurz zu halten. Auch in Olfen werde so gut wie möglich aufgepasst, die Laubbläser nicht vor 7.30 Uhr morgens oder in der Mittagszeit zu benutzen.

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