Ladesäulen in Nordkirchen: Wie E-Auto freundlich ist die Gemeinde?

mlzSelbstversuch

Zwei öffentliche Ladesäulen für Elektroautos gibt es in Nordkirchen bereits. Mehr sind schon in Planung. Können E-Auto-Fahrer die Schlossgemeinde trotzdem schon problemlos besuchen?

von Matthias Münch

Nordkirchen

, 22.05.2020, 14:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Elektroauto samt Fahrrad auf dem Heckträger nach Nordkirchen fahren. Hier mit dem Rad ein paar Runden in und um die Schlossgemeinde drehen. Und in dieser Zeit die Auto-Akkus vollladen. Ob das reibungslos funktioniert, wollten wir ausprobieren. Es klappte wunderbar – sogar mit einem kleinen Geschenk obendrauf. Denn alles kostete keinen Cent.

Aus der Ladestation vor dem Euronics-Markt an der Lüdinghauser Straße floss die Energie ins Auto hinein, aber kein Geld vom Konto ab. „Besser als umgekehrt“, meinte auch ein Kunde, der dort gleichzeitig seinen weißen VW e-up! lud. Sogleich bremste er die Vorfreude auf weiteren kostenlosen Fahrstrom. Normalerweise müsse er hier mit Karte bezahlen.

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Betreiber der Säule ist der badische Konzern EnBW. Seine Ladekarte lässt sich an über 8000 Stationen verwenden, weil der Energieriese so viele Roamingpartner hat. Da am Euronics-Geschäft eine moderne Schnellladesäule mit einer Leistung von 50 Kilowatt steht, sind die Akkus schnell wieder voll. Drei E-Autos mit verschiedenen Steckersystemen lassen sich gleichzeitig laden. Sind doch mal alle belegt, ist die nächste Stromtankstelle nicht weit.

Elektroauto mit Fahrrad am Heck vor der Schnellladesäule an der Lüdinghauser Straße in Nordkirchen. Hier fließt Gleich- und Wechselstrom.

Elektroauto mit Fahrrad am Heck vor der Schnellladesäule an der Lüdinghauser Straße in Nordkirchen. Hier fließt Gleich- und Wechselstrom. © Matthias Münch

Am Rathaus existiert seit längerem eine konventionelle Ladesäule mit zwei Anschlüssen á 22 Kilowatt. Das ist zwar nur knapp halb so schnell wie an der Lüdinghauser Straße, aber immer noch zehnmal schneller als an der heimischen Steckdose.

Beim Pläuschchen vor dem Rathaus erfahren wir, dass es demnächst sogar noch eine dritte Station für Elektroautos in Nordkirchen geben wird. Auf dem Schlossgelände soll sie installiert werden, berichtet der allgemeine Stellvertreter des Bürgermeisters Josef Klaas. Wahrscheinlich auf dem Sundern-Parkplatz in der Nähe des Trafo-Häuschens an der neuen Mensa. Dieser Standort drängt sich auf: viel Platz, viel Strom. Ein Anruf bei der Verwaltung der Fachhochschule für Finanzen bestätigt die Planungen. Klar sei aber noch nicht, wann die E-Tankstelle gebaut werden soll.

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Auf dem Weg von der Schlossgemeinde zurück nach Hause wollen wir noch den letzten Schrei der Ladetechnik links und rechts der A1 testen. Auf den Autobahnrastplätzen Im Mersch und Eichengrund, kurz vor und kurz hinter der Auffahrt Ascheberg, hat die E.ON-Tochter Innogy zwei superschnelle Säulen errichtet. Hier rasen die Elektronen durch fast armdicke Kabel in die Batterie. Mit maximal 160 Kilowatt noch dreimal flotter als an den bisherigen Schnell-Ladern wie in Nordkirchen. Wenn das Auto das kann, wird hier Fahrstrom für 100 Kilometer in acht Minuten getankt.

Auf dem Sundern-Parkplatz in der Nähe der Trafo-Station an der neuen Mensa plant die Schlossverwaltung eine weitere Stromtankstelle für E-Autos.

Auf dem Sundern-Parkplatz in der Nähe der Trafo-Station an der neuen Mensa plant die Schlossverwaltung eine weitere Stromtankstelle für E-Autos. © Matthias Münch

Leider hat die Sache einen kleinen Haken. Der Betreiber hat seine teure Hightech-Maschine mit einem lichtschwachen Bildschirm versehen. Da wir bei strahlendem Sonnenschein davor stehen, sind die Bedienungshinweise nicht zu lesen. Erst als eine Wolke über den Himmel zieht, bekommen wir die Säule in Gang. Ein kleiner Schattenspender wäre hier nützlich. Für die Technik und für den Nutzer.

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