Längst wieder Arbeitsalltag

NORDKIRCHEN Vor einem Jahr tobte der Orkan Kyrill über ganz Deutschland hinweg und auch in der Schlossgemeinde hat er seine Spuren hinterlassen. Eine Studentin wurde unter einem herabstürzenden Baum eingeklemmt und musste von der Feuerwehr gerettet werden. Auch ohne Strom war die Gemeinde für viele Stunden in dieser Nacht. Sind die Folgen des Sturmes heute noch zu sehen?

von Von Heidi Tripp

, 17.01.2008, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Orkan Kyrill wütete besonders schlimm im Schlosspark. Unter anderem wurden PKW unter Bäumen begraben.

Der Orkan Kyrill wütete besonders schlimm im Schlosspark. Unter anderem wurden PKW unter Bäumen begraben.

In zwei Hörsälen der Fachhochschule für Finanzen gab es Wasserschäden. Insgesamt 70 Bäume fällte Kyrill im Schloßpark. Und oft waren es nicht die, mit denen man gerechnet hätte, sondern Bäume aus der zweiten oder dritten Reihe, die dann wiederum durch ihren Fall andere mitrissen.

Keine flächendeckenden Schäden

Der aufgeweichte Boden, bedingt durch tagelange Regenfälle, tat sein übriges. „Wir haben eine hohe Standfestigkeit in unseren Beständen, aufgrund der jahrelangen Durchforstung, aber bei so einem Sturm kann man kaum eine Prognose abgeben“, erklärt Ludger Hölscher der Leiter der Gartenabteilung. „Dadurch dass wir kaum flachwurzelndes Nadelholz haben, gab es keine flächendeckenden Schäden, sondern nur einzelne Windwürfe, die entweder ihr biologisches Alter erreicht hatten, oder angeschoben worden waren.“

Das Holz aus der Sturmnacht wird zum Teil wieder im Schloss verwendet, so wird besonders wetterfestes Lerchenholz, für Ausbesserungsarbeiten an der Datscha an der Oranienburg verbaut.

Es wird auch keine Neupflanzung aufgrund von Kyrill geben, da man auf die Naturverjüngung setzt. Wenn man genauer hinschaut, sind an den übrig gebliebenen Baumstümpfen schon neue kleine Bäume zuerkennen, die nun durch die entstandenen Lichtschächte wachsen können.

Probefällungen zeigten Gefahren

Schon längst gehen die Schlossgärtner wieder ihrem normalen Arbeitsalltag nach. Durch Probefällungen entdeckte man, dass die Kaiserlinden der Fasanenallee zu faulen begannen. „Den Linden wurden stets starke Seitenäste gekappt, weil die Bäume einen Domcharakter bekommen sollten. Dies führte dazu, dass sich Wassertaschen bildeten, an denen der Baum zu faulen begann“, berichtet Hölscher, über die Baumpflege vor seiner Zeit, denn er betreut die Parkanlagen seit 19 Jahren.

600 Menschen passieren täglich diese Allee, um von ihrem Wohnbereich zur Mensa zu kommen. „Es wäre grob fahrlässig, wenn wir da nichts unternehmen würden. Wir müssen unserer Verkehrsicherheitspflicht genügen“, stellte Wilhelm Schulte der Verwaltungsleiter fest. So werden nun die 62 betroffenen Linden gefällt und durch Neupflanzungen, an der gleichen Stelle ersetzt, denn dies schreibt das westfälische Amt für Denkmalpflege vor.

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