Mathilde Rohde führt Kindern ihr Spinnrad vor

Märchenprojekt

Natürlich spinnt Mathilde Rohde kein Stroh zu Gold. Ihr Spinnrad kennen die Kinder des Kindergartens St. Dionysius nur aus dem Dornröschen-Märchen. Mathilde Rohde spinnt seit 70 Jahren, für sie ist das nichts Außergewöhnliches.

CAPELLE

von Von Angela Wiese

, 09.03.2012, 11:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mathilde Rohde brachte ihr Spinnrad mit den Kindergarten St. Dionysius in Capelle.

Mathilde Rohde brachte ihr Spinnrad mit den Kindergarten St. Dionysius in Capelle.

Seit Wochen läuft im Kindergarten ein Märchenprojekt, die Kinder basteln und backen zu dem Thema passend. Mathilde Rohde ist die Großtante von zwei der hier betreuten Kinder. Mit ihr bot sich die Chance, die Arbeit an einem echten Spinnrad zu zeigen. „Die Kinder kennen das nicht, nur vom Bild, sie wissen nicht um die Funktion“, sagt Erzieherin Andrea Wortmann.

Mit einem Beutel von roher Schafwolle geht Wortmann von Kind zu Kind. Jedes kann reingreifen und testen, wie weich die Wolle ist und den typischen Geruch der Wolle kennen lernen. Währenddessen spinnt Mathilde Rohde weiter. Langsam füllt sich die Spule auf ihrem Spinnrad.

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Mathilde Rohde und ihr Spinnrad

Natürlich spinnt Mathilde Rohde kein Stroh zu Gold. Ihr Spinnrad kennen die Kinder des Kindergartens St. Dionysius nur aus dem Dornröschen-Märchen. Mathilde Rohde spinnt seit 70 Jahren, für sie ist das nichts Außergewöhnliches. Für den Kindergarten gehört das Vorführen am Spinnrad zu einem Märchenprojekt.
08.03.2012
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Die Kinder des Kindergartens St. Dionysius in Capelle schauten Mathilde Rohde beim Spinnen zu.© Foto: Angela Wiese
Mathilde Rohde zieht den Faden zum Spinnen.© Foto: Angela Wiese
Mathilde Rohde brachte ihr Spinnrad mit in den Kindergarten St. Dionysius in Capelle.© Foto: Angela Wiese
Das Spinnrad aus Eichenholz..© Foto: Angela Wiese
Carmen (l.) und Nadja schauen zu, wie ihre Mutter Angela Neuhaus und Mathilde Rohde die Spule abmontieren.© Foto: Angela Wiese
Ein Spinnrad.© Foto: Angela Wiese
Carmen schaut Mathilde Rohde beim Spinnen zu.© Foto: Angela Wiese
Wie die Wolle riecht, die versponnen wird, zeigt Erzieherin Andrea Wortmann den Kindergartenkindern.© Foto: Angela Wiese
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Rohde hat diese Arbeit nie aufgegeben. Ihr Spinnrad ist ungefähr 40 Jahre alt. „Das haben wir damals beim Drechsler machen lassen“, erinnert sich die 85-Jährige. Das Holz der ganz alten Modelle von früher sei heute morsch. Ihres ist aus stabilem Eichenholz. Die graumelierte Wolljacke, die sie trägt, hat sie so gemacht. Im Frühjahr gebe es immer einen Schwung Wolle, erzählt Nichte Angela Neuhaus, die den Besuch im Kindergarten organisiert hat und begleitet.

Einmal habe Mathilde Rohde einen Teppich gemacht, als Hochzeitsgeschenk für Verwandte. Der findet heute wieder Verwendung. „Jetzt sind die Nichten in einem Alter, wo so was wieder cool ist“, sagt Angela Neuhaus lächelnd. Von Mathilde Rohde seien auch die dicken Socken aus Schafwolle, die es als einzige geschafft hätten, ihrem Mann im Winter die Füße zu wärmen. „Sie bestrickt sämtliche Nichten und Neffen mit Socken.“  

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