Mehr Kapazitäten in Südkirchen: Die neue Kita Hoppetosse soll im nächsten Jahr eröffnen

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Südkirchen wird im Kindergartenjahr 2020/2021 wieder mehr Kindergartenplätze zur Verfügung haben: Der wichtige Bau der Kita Hoppetosse kann bald beginnen.

von Annika Heuser

Südkirchen

, 20.07.2019, 11:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die „Kita auf Zeit“ im Baugebiet Hegekamp in Südkirchen hat im nächsten Jahr ein Ende. Am Donnerstag, 18. Juli, ist der Mietvertrag für die neue Kita „Hoppetosse“ am K+K-Markt zwischen dem Investor, der Firma Bücker, und dem Träger, der St.-Christophorus-Jugendhilfe gGmbH Werne, unterzeichnet worden. Die Zahlen zeigen: Die neue Kita ist ein Muss, um der Entwicklung in Südkirchen gerecht zu werden.

Mehr Unter-Dreijährige

Ausschlaggebend für den Bau einer weiteren Kindertageseinrichtung in Südkirchen ist laut Bürgermeister Dietmar Bergmann neben der steigenden Kinderzahl die zunehmende Anzahl der unter dreijährigen Kinder: „Die U3-Betreuung ist einer der wesentlichen Gründe, warum wir zunehmend Bedarf haben.“

Dieser Bedarf nach einem Betreuungsangebot wird auch an der U3-Quote deutlich. „Wir sind 2010/2011 mit einer Quote von 25,7 Prozent Unter-Dreijährigen eingestiegen und liegen jetzt im aktuellen Kindergartenjahr bei 53,13 Prozent.“

Eine im Vergleich zu anderen Kommunen noch „niedliche“ Quote, so Bergmann. Ein weiterer Grund für den Kitabau ist ein weiteres Baugebiet, das in der Nähe der Kita geplant ist.


Bergmann spricht von einer „positiven Entwicklung in den vergangenen Jahren“ in Südkirchen. 2012 sei der Kindergarten Waldwichtel an der Cappenberger Straße mit 35 Kitaplätzen an den Start gegangen. Zu diesem Zeitpunkt habe es in Südkirchen insgesamt 90 Kindergartenplätze gegeben.

„Zwei Jahre später zeichnete sich schon ab, dass weiterer Bedarf entsprechend da ist“, erläutert Bergmann die Entwicklung. Daraufhin sei im August 2015 eine Gruppe von zehn Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren in der Grundschule untergebracht worden.

„Dann kam der November 2017.“ Die Bedarfsplanung des Kreisjugendamtes habe für das Kindergartenjahr 2018/2019 ergeben, dass die bestehenden Plätze nicht ausreichen.

Daraufhin wurde nach einem geeigneten Standort für eine neue Kita in Südkirchen gesucht - fündig wurde man mit dem Grundstück neben dem K+K-Markt. Während der Suche nach einem geeigneten Investor für die Kita seien die Kinderzahlen erneut gestiegen, sodass von einem anfangs dreigruppigen auf einen viergruppigen Kindergarten umgeplant wurde.

Übergangslösung

Um der Entwicklung gerecht zu werden, wurde im Baugebiet Hegekamp zunächst ein Provisorium in einem Mehrfamilienhaus eingerichtet. Zweieinhalb Gruppen sind dort bis heute untergebracht.

Die Unterbringung der Kinder im Hegekamp reicht jedoch nicht mehr aus, sodass zusätzliche Räumlichkeiten für das Kindergartenjahr 2018/2019 benötigt werden: Ein Wohnhaus im Holtweg soll als weitere Reservegruppe für das neue Kindergartenjahr, das zum 1. August startet, weiter umgebaut werden, erklärt Bergmann.

Bergmann ist sich sicher, dass mit der neuen Kita und der Einrichtung im Holtweg in Südkirchen ausreichend Kitaplätze zur Verfügung stehen.

Baubeginn im Herbst

Nordkirchens Bürgermeister freut sich über die Firma Bücker als „örtlichen Investor“. Die Gemeinde kümmere sich nicht selbst um den Bau der Kita, weil Investoren, so Bergmann, „andere Möglichkeiten haben“. Man könne zwar Gebäude bauen, die Gebäudeunterhaltung sei jedoch bei einem Investor wie der Firma Bücker in besseren Händen.

Ingo Bücker, Vertreter der Bücker Immobilien GmbH, nimmt an, dass die Bauarbeiten zum Herbst beginnen können, wenn die Baugenehmigung rechtzeitig vorliegt. „Es ist alles in der Zeit ohne Weiteres machbar“, so Bücker. Bis zum 1. August 2020 könnten die Kinder die neue Kita beziehen.

Mehr Platz

Auf einer Grundstücksfläche von 2400 Quadratmetern stehe eine Nutzfläche von 731 Quadratmetern für die vier Gruppen zur Verfügung, mit dem geplanten Essensraum insgesamt 29 Räume. Laut Stephanie Kißmann, Leitung für Kindertageseinrichtungen bei der Jugendhilfe Werne, ist mindestens Platz für drei U3-Gruppen. Die Kinderanzahl könne variieren. Klara Döbbelin-Südfeld, zuständig für die Kindergartenbedarfsplanung, schätzt, dass ungefähr 60 bis 65 Kinder in die neue Kita passen.

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Ingo Bücker erklärt, welche Räumlichkeiten geplant sind. © Annika Heuser

Eigener Essensraum

Stephanie Kißmann freut sich über die größeren Räume, die den Gruppen in Zukunft zur Verfügung stehen. Auch, dass der Wunsch nach einem eigenen Essensraum erfüllt worden sei. „Aus hygienischen Gründen“ solle nicht mehr in den Gruppen gegessen werden.

Zeitdruck bestehe jedoch nicht unbedingt. „Auch wenn es beengt ist, ist es trotzdem schön im Provisorium - Kinder und Erzieher fühlen sich wohl“, erklärt sie.

Naturnaher Standort

Colette Klaas, Kindergartenleitung der Kita Hoppetosse, sieht die Vorzüge des Standorts ihrer „Draußen-Kita“ besonders in der Nähe zum Wald. „Wir arbeiten sehr naturverbunden. Wir bewegen uns im Naturkreislauf mit den Kindern“, erklärt sie.

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Hier soll die neue Kita Hoppetosse entstehen. © Annika Heuser

Für die Kinder sei es wichtig, Erfahrungen in der Natur zu machen. Die Gruppe unternehme regelmäßig einen Ausflug in den Wald. Im Moment hätten sie jedoch einen 20-minütigen Weg vor sich. „Da ist der neue Standort perfekt, weil wir in ein paar Minuten im Wald sind“, sagte sie.

Auch die Nähe zum Sportplatz sei ideal, um die Bewegung der Kinder zu fördern. „Wir können mal Strecke laufen oder eine kleine Kinder-Olympiade machen“, sagt die Kindergartenleiterin.

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