Moderne Trauerhalle in Südkirchen eingeweiht

Friedhof

SÜDKIRCHEN Umsonst ist der Tod, aber der kostet das Leben, weiß der Volksmund. Seit Freitag wissen die Südkirchener, dass der Tod auch immer moderner wird. Die neue Trauerhalle am Friedhof wurde eingesegnet und versteckt hinter der schlichten Fassade allerlei technische Finessen.

von Von Alexandra Neuhaus

, 12.10.2009, 16:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein Blick wandert über die weiß getünchten Wände, Edelstahlständer mit dicken cremefarbenen Kerzen und bleibt am farbenfrohen Glasfenster in der Mitte des hohen Raumes hängen. "Schön ist es geworden", sagt Peter Badde leise, die Umstehenden nicken. Die Trauerhalle, sie ist das "Baby" des Bauingenieur, angestellt im Bauamt der Gemeinde Nordkirchen. Alle Pläne gingen durch seine Hände. Angefangen vom Grundriss, über die räumliche Gestaltung bis hin zu den Details - Badde zeigt sich verantwortlich.Puristische Gestaltung Ziel des 450 000 Euro schweren Projekts: "Freundlich, hell und modern". Helle Holztüren, reduzierter Einsatz von Grünpflanzen und ein schlichtes Holzkreuz an der Wand - die puristische Gestaltung wahrt die Pietät. Einziger Blickfang -  das bunte Glasfenster über dem mit Türen verschlossenen Durchgang zu den drei Kühlräumen. "Ich wollte ein modernes Motiv, in dem sich alle Religionen wiederfinden können", sagt Badde.Bau dauerte sieben Monate

Sieben Monate dauerten die Bauarbeiten. Sieben Monate, in denen ein lichtdurchflutetes Schmuckstück entstand, das Platz für 60 sitzende Trauergäste bietet. Doch auch wer keinen Platz mehr im Innern der Halle gefunden hat, muss sich nicht ausgeschlossen fühlen. Die verglaste Front bietet besten Blick auf die Trauerzeremonie. Und jetzt kommt der technische Clou: "Die Akustik ist innen genauso gut wie draußen", verspricht Badde. Modernste Lautsprecher machen es möglich.

Auch die Glocke, die den Trauerzug bis zum Grab begleitet, kommt nicht mehr ohne technischen Schnickschnack aus. "Mit einer Fernbedienung lässt sie sich an- und abschalten", sagt Badde und holt das kleines schwarzen Gerät aus der Hosentasche.

Und auch die drei Kühlräume, im hinteren Teil der Halle, entsprechen modernstem Standart. "Durch Kühlaggregate lässt sich die Temperatur bestens regulieren", erklärt Badde. In einem Kühlraum findet sich sogar ein Waschbecken. "Damit werden wir den Totenwaschungen in manchen Religionen gerecht", erläutert Badde.

Pfarrer Eschenlohr greift zum goldenen Gefäß mit Weihwasser, versprüht es in der Halle. "Die Trauerhalle ist offiziell eröffnet", spricht Bürgermeister Friedhard Drebing ins Mikrofon. Applaus brandet in dem voll besetzten Raum auf. Peter Baddes Wangen glühen.

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