Alina Rotte mit ihren beiden Alpakas Chicco und Casimir. Nach dem Lockdown will sie Spaziergänge mit den beiden Tieren anbieten. © Joyce Walter
Neugierige Tiere

Nach dem Lockdown startet Alina Rotte Spaziergänge mit ihren Alpakas

Eine große Portion Flausch und neugierige Kulleraugen - das sind Alpakas. Alina Rotte mag die Tiere aus den Anden so sehr, dass sie nun zwei Hengste besitzt - die ihr Futter selbst verdienen.

Tiere gehörten schon immer Alina Rottes Liebe. „Ich bin mit Tieren groß geworden, wir hatten Hunde und Katzen zu Hause.“ Mit zehn Jahren hat sie ihr erstes Pferd bekommen. Auch beruflich entschied sie sich zu zunächst für Arbeit mit Tieren.

„Ich habe eine Ausbildung zur tiermedizinischen Fachangestellten in einer Pferdepraxis gemacht“, erzählt die 25-Jährige. Seit zwei Jahren arbeitet sie allerdings in der Firma ihrer Mutter, bei „Rotte Brandschutztechnik“ in Nordkirchen.

Auch wenn sie sich beruflich von den Tieren verabschiedet hat – privat hat sie sich die Liebe zu den Vierbeinern bewahrt. „Ich hab drei eigene Pferde, die stehen auf der Reitanlage Fischer-Neuhoff in Brambauer.“

Nächtliche Eingebung

Alpakas, die kuscheligen Tiere aus den Anden, haben Alina Rotte schon lange fasziniert. „Ich mache auch gerne verrückte Sachen und dann hatte ich eine nächtliche Eingebung, warum ich mir nicht Alpakas zulegen sollte.“ Eine schöne, wenn auch nicht einfach umzusetzende Idee.

Alina Rotte überlegte weiter. Am besten wäre es, wenn die Tiere sich Unterkunft und Futter selbst finanzieren würden. Gesagt, getan. Die 25-Jährige meldete ein Kleingewerbe an und will – wenn der Lockdown vorbei ist – Spaziergänge mit ihren beiden Alpakas anbieten. Ein Trend, der immer beliebter wird. Ausflüge mit Alpakas sollen sehr entspannend sein.

Der Alpakahengst Chicco ist zehn Jahre alt. © Rotte © Rotte

Gefunden hat sie die Tiere über Kleinanzeigen im Internet. Der vorige Besitzer hatte sich räumlich verkleinert und von seinem Hof getrennt, wollte die Alpakas in gute Hände geben. „Dafür bin ich dann nach Sachsen, in einen Ort hinter Leipzig, gefahren, wo die beiden lebten.“ Das war Mitte August 2020.

Tägliche Spaziergänge

„Der frühere Besitzer und ich waren gleich auf einer Wellenlänge und wir sind auch noch in Kontakt“, so Alina Rotte. In ihrem neuen Zuhause in Brambauer hat ihre neue Besitzerin den Hengsten Chicco und Casimir inzwischen beigebracht, täglich mit dem Halfter zum Spaziergang zu starten. „Sie kannten das zwar schon, aber waren es nicht jeden Tag gewohnt.“ Täglich geht es für die Alpakas auf die Wiese, am Wochenende wird gewandert.

Chicco ist zehn Jahre alt, Casimir ein Jahr älter. Sie sind von klein auf zusammen. Alpakas werden zwischen 20 und 25 Jahren alt. Eine Zucht ist natürlich nicht möglich, weil es ja zwei Hengste sind. „Ich hatte mir zuerst überlegt, wie es mit einer Zucht wäre, aber ich mache das alles ja nur nebenher in meiner Freizeit. Eine Zucht wäre zu aufwendig, dafür bräuchte ich auch mehr Platz.“ Allerdings könnte sie sich vorstellen, noch ein drittes oder viertes Tier dazu anzuschaffen.

Schnee hat Tieren nichts ausgemacht

„Es sind sehr intelligente Tiere und sehr neugierig.“ Immer wieder schauen Casimir und Chicco in ihrer Umgebung, was es Neues gibt. Der Schnee am Wochenende hat den Alpakas nichts ausgemacht. „Sie haben den Schnee nach Gras durchsucht und sich nicht stören lassen.“

Flauschiges Fell und große neugierige Kulleraugen - das sind Chicco und Casimir.
Flauschiges Fell und große neugierige Kulleraugen – das sind Chicco (l.) und Casimir. © Rotte © Rotte

Heu und Gras sind ihre Lieblingsspeisen. Möhren und Äpfel, die Pferde gerne mögen, sollte man den Alpakas allerdings nicht füttern. Alina Rotte: „Sie haben einen sehr empfindlichen Magen, würden Möhren und Äpfel nicht vertragen.“

In Nordkirchen hat Alina Rotte inzwischen auch das passende Futter für die Alpakas gefunden. Denn die Mühle Rath bietet tatsächlich Alpakafutter an. „Da komme ich auf dem Weg zur Arbeit vorbei, das passt gut.“

Wenn der Lockdown vorbei und das Wetter besser ist, möchte die junge Frau mit den Alpaka-Spaziergängen starten. Ihre Homepage ist in Bearbeitung, in den sozialen Medien will sie auch Werbung dafür machen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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Beate Rottgardt

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