Nach Schüssen in Südkirchen - Selbst Ärzte haben Angst

Gerichtsprozess

Vor diesem Mann haben selbst die Ärzte Angst. Vor zweieinhalb Jahren hat ein 37-jähriger Ägypter in Südkirchen mit Tränengas auf einen Nachbarn geschossen. Jetzt soll der Mann auf unbestimmte Zeit in die geschlossene Psychiatrie. Das hat die Staatsanwaltschaft am Montag beantragt.

NORDKIRCHEN

von Von Jörn Hartwich

, 25.11.2013, 17:54 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vor dem Landgericht in Münster ist der Prozess gegen einen 37-Jährigen weitergegangen.

Vor dem Landgericht in Münster ist der Prozess gegen einen 37-Jährigen weitergegangen.

Genau das ist auch im Prozess zu beobachten. Je länger das Strafverfahren dauert, desto aggressiver wird das Verhalten des Angeklagten. Einmal hat er sogar schon seine Aktentasche quer durch den Saal geschleudert. Am Montag war er so sauer, dass er einer Ärztin vorwarf, für einen sizilianischen Prostitutions-Ring zu arbeiten. Und in der Klinik, in der er sich zurzeit befindet, hat er bereits getönt, dass er die ganze Station auslöschen werde. Eine der behandelnden Medizinerinnen sagte den Richtern dazu am Montag: „Ich habe noch nie vor einem Patienten vergleichbare Angst gehabt.“

Wie berichtet, war der Angeklagte im Juni 2011 auf der Terrasse einer Familie aus Südkirchen aufgetaucht, hatte um Hilfe gefleht und dann mit einer Gaspistole geschossen. Vorher hatte der Ägypter auch schon in seiner Unterkunft geschossen. Von Schizophrenie und Verfolgungswahn will der 37-Jährige jedoch nichts wissen. „Ich bin nicht krank“, sagte er den Richtern. Dass er von der Mafia verfolgt werde, sei real. Auch Medikamente werde er nicht nehmen. „Ich akzeptiere kein Gift in meinem Körper.“ Das Urteil wird nächste Woche erwartet.

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